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Mit großen Schneidrädern wird der U-Bahn-Tunnel gegraben.
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Mit großen Schneidrädern wird der U-Bahn-Tunnel gegraben.

Gallus

Frankfurt-Gallus: Bewohner fliehen vor lauter Baustelle

  • vonNiklas Mag
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Verwaltungsgericht weist Klage von Anliegern der U-Bahn-Baustelle an der Europa-Allee zurück. Sie hatten unter anderem Ersatzwohnraum gefordert.

Die Fronten an der Europa-Allee sind verhärtet. Seit längerem ist die Straße eine einzige U-Bahn-Baustelle: 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Das erste Paar ist mittlerweile wegen des Baulärms ausgezogen.

Die verbliebenen Anlieger kämpfen weiter, sind sogar jüngst vor Gericht gezogen – und mussten eine Niederlage einstecken. „Die Antragsteller haben mit Antrag um verwaltungsgerichtlichen Rechtsschutz nachgesucht, weil es in der Vergangenheit zu Überschreitungen der maßgeblichen Immissionswerte gekommen sei“, fasst die Verwaltungsgerichtsbarkeit Hessen in einer Mitteilung zusammen. „Die Antragsteller begehren mit ihrem Antrag die Errichtung einer weiteren wirksamen Lärmschutzwand, um die Lärmimmissionen zu verringern. Sollte dies nicht möglich sein, beantragen sie die zur Verfügungstellung eines angemessenen Ersatzwohnraumes für den Zeitpunkt der Bauarbeiten für die Tunnelröhre.“

Wie die Anwohner im Sommer berichtet hatten, ist es vor allem der gigantische Portalkran, der sie um den Schlaf bringt. Dieser ist sonst eher aus Häfen bekannt und verschiebt Container. In der Europa-Allee sorgt der Kran dafür, große Erdmengen aus den Tunneln an den Rand der Baustelle zu transportieren. Dabei quietscht und knackt der Kran stellenweise laut, der Abwurf der jeweils rund 30 Tonnen Erde verursacht zusätzlich Lärm.

Die Bauaufsicht entgegnete im vergangenen Sommer, dass die im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses erstellten schalltechnischen Untersuchungen als auch die reinen Messdaten des Sachverständigen in den Monaten ohne Baustellenbetrieb einen Mittelungspegel in der Nacht von 58 dB(A) ergeben hätten. Das läge im Rahmen.

Auch das Verwaltungsgericht Frankfurt sah im März keinen Grund, zu handeln: „Das Gericht hat entschieden, dass die Antragsteller keinen Anspruch auf weitere Lärmminderung aus dem Lärmschutzkonzept des Planfeststellungsbeschlusses haben. Alle lärmmindernden Maßnahmen, wie sie der Planfeststellungsbeschluss vorsieht, sind umgesetzt worden. So ist zum Beispiel ein Schalldämpfer für die Tunnelbelüftung eingebaut worden“, lautet die Mitteilung.

Nur kurz laut

Eine gutachterliche Begleitung sorge für optimale Verlegung der Gleise und Weichen in der Baugrube. Selbst in dem Fall, in dem die Immissionswerte oberhalb der Grenzwerte lägen, könnten die Antragsteller mit ihrem Begehren keinen Erfolg haben, heißt es weiter. Das Lärmschutzkonzept aus dem Planfeststellungsbeschluss sei nahezu vollständig erschöpft. „Soweit die Antragsteller weitergehende Maßnahmen, wie zum Beispiel die Errichtung einer Lärmschutzwand begehren, müssten sie dies im Wege der Planergänzung geltend machen.“

Die Beeinträchtigungen seien zudem nur für einen kürzeren Zeitraum, jeweils in unterschiedlicher Intensität vorhanden. Das Großprojekt diene der Verbesserung der Kapazität des ÖPNV, unzumutbare Immissionseinwirkungen seien nicht zu verzeichnen gewesen, weshalb auch kein Ersatzwohnraum nötig wäre.

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