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Feiern und lernen, wie man spart

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Von: Boris Schlepper

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Lisa Karasch ist seit mehr als zwei Jahren Quartiersmanagerin im Gallus.
Lisa Karasch ist seit mehr als zwei Jahren Quartiersmanagerin im Gallus. © Monika Müller

Quartiersmanagement und Ortsbeirat 1 laden zum gemeinsamen Info-Fest über Einsparmöglichkeiten. Die Veranstaltung ist für den 8. Oktober auf der Frankenallee geplant.

Welche Möglichkeiten gibt es für private Haushalte, Geld einzusparen? Darüber soll ein gemeinsames Info-Fest des Caritas-Quartiersmanagement Gallus im Frankfurter Programm „Aktive Nachbarschaft“ und des Ortsbeirats 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) Anfang Oktober informieren. Das Gremium unterstützt die Veranstaltung mit einem Zuschuss von maximal 1000 Euro für Preise einer Tombola. Dafür hat sich der Ortsbeirat mit einem Antrag von CDU und Grünen ausgesprochen.

Geplant ist, dass am Samstag, 8. Oktober, auf der Frankenallee verschiedene Institutionen den Menschen im Gallus ihre Hilfsmöglichkeiten nahebringen, heißt es in der gemeinsamen Vorlage. Angedacht seien etwa Stände der Mieter- und Energieberatung sowie der Frankfurter Tafel. Foodsharing-Initiativen sollen dort ihre Angebote erläutern, und es soll Informationen über den Frankfurt Pass sowie das Freizeit- und Kulturticket geben. An jeder Station sollen die Besucherinnen und Besucher Stempel sammeln, um an einer Tombola teilnehmen zu dürfen. Auch der Ortsbeirat will mit einem Stand präsent sein.

Angebote oft nicht bekannt

Viele Bewohner:innen des Gallus müssten mit wenig Geld auskommen, heißt es in der Begründung des Antrags. Gerade in Zeiten von hoher Inflation und Verteuerung von Energie- und Lebensmittelpreisen stünden manche vor großen Herausforderungen. In Frankfurt gebe es viele Beratungs- und Hilfsstellen, die nicht immer bekannt seien. Die Idee zu dem Fest sei auf Basis des Bedarfs entstanden, erläutert Quartiersmanagerin Lisa Karasch. „Wir haben täglich Leute vor der Türe, die nicht wissen, wie sie über die Runden kommen.“ Viele wüssten nichts von den Einsparmöglichkeiten.

Der Antrag fand nicht nur Zustimmung im Ortsbeirat. Dass die Gäste des Festes zunächst mehrere Stände ablaufen müssten, um an der Tombola teilnehmen zu dürfen, komme einem Spießrutenlauf gleich, kritisierte FDP-Chef Stephan Korte. Auch sei es nicht Aufgabe des Stadtteilgremiums, Einsparmöglichkeiten aufzuzeigen. Üblich sei, dass für Tombolas bei Einzelhändlern vor Ort Preise gesammelt würden, sagte seine Fraktionskollegin Ingrid von Hohnhorst.

Falko Görres (Die Partei) monierte, dass an dem Glücksspiel nur die teilnehmen dürften, die alle Stationen abgelaufen hätten. „Was ist mit Familien, die etwa nicht zur Frankfurter Tafel wollen?“ Sinnvoller sei es, Geld für die Gestaltung des Festes zu zahlen, damit es für alle attraktiv werde. Die Veranstaltung grenze an Zynismus, sagte Kai-Oliver Tiffany von Die Linke. Die meisten Menschen mit kleinen Einkommen seien sich der Einsparmöglichkeiten durchaus bewusst, „sonst würden sie nicht über die Runden kommen“. Sinnvoller wäre es, sich dafür einzusetzen, dass alle ausreichend Geld hätten, etwa indem man sich für niedrige Mieten einsetze.

Ortsvorsteher Michael Weber (CDU) verteidigte den Antrag. Die Tombola solle lediglich einen Anreiz bieten, sich möglichst viele verschiedene Stände anzuschauen. Ob dafür tatsächlich alle Stände angelaufen werden müssten, stehe noch nicht fest. „Vielleicht reichen auch fünf Stempel.“ Noch gebe es kein fertiges Konzept, „es können immer noch Ideen eingebracht werden“.

Lisa Karasch wies darauf hin, dass das Fest auch ohne Beteiligung des Ortsbeirats stattfinde.

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