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Apfelweinkönigin Manuela I, (Mitte) mit Gefolge.

Tradition

Gallus: Fastnachterin erklimmt Thron

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Der Vereinsring krönt seine neue Apfelweinkönigin Manuela I. Majestät ist von Hause aus Zweite Vorsitzende des Griesheimer Karnevalclubs Nasebärn.

Von Nervosität ist Manuela Isik nichts anzumerken. Die erste Amtshandlung als neue Apfelweinkönigin vollzieht sie souverän. Binnen weniger Sekunden ist das Gerippte mit dem selbst gekelterten Stöffche geleert. Die Anwesenden des Vereinsring Gallus freut es. Die Wahl ihrer neuen Apfelweinkönigin im Saalbau Gallus scheint ein Erfolg zu sein und auch Manuela I. ist sichtlich gelöst. Ihrer Krönung auf dem Apfelweinfest im April steht nun nichts mehr im Wege.

Die einzige Hürde, ein Wissenstest rund ums Stöffche, hat sie zuvor routiniert hinter sich gebracht. Sie kennt den Namen des Rosengewächses mit dem der Apfelwein haltbar gemacht wird: Speierling. Sie weiß auch, dass Faulenzer in einem Apfelweinlokal nicht faul in der Ecke sitzen, sondern dass es sich dabei um Ausschankhilfen für zu große Bembel handelt.

Manuela Isik lebt in Nied und ist im Frankfurter Westen aufgewachsen. „Von klein auf habe ich als Gardemädchen beim CC Blau-Rot Niederrad getanzt.“ Heute ist Isik Zweite Vorsitzende des Griesheimer Karnevalclubs „Nasebärn“ und was Traditionen und Feste des Rhein-Main-Gebietes anbelangt eine Expertin.

Ihre Erfahrung prädestiniert sie für die Thronfolge. „Wir kennen Manuela schon sehr lange“, berichtet auch Ehrenmitglied Hans-Georg Preißl. Vorab habe sich der Vereinsring zusammengesetzt und nicht lange beraten müssen. Das Los fiel auf Manuela Isik, die auch nicht lange nachdenken musste: „Schlimmer als Fasching kann es ja nicht werden.“ Da sei sie als zweite Vorsitzende von morgens bis abends unterwegs. Die anstehenden 30 bis 40 Feste an Wochenenden während ihrer zweijährigen Amtszeit seien dagegen „ein Klacks“.

Isik ist ein offener Mensch: „Die Feste verbinden die Menschen und ich freue mich sehr darauf neue Freundschaften zu knüpfen.“ Sollten ihr die Vasallen zu nah treten, kann sich die Apfelweinkönigin durchaus behaupten: „Ich kann auch mal zurück schubsen“, erklärt Isik und zeigt: Die zukünftige Apfelweinkönigin hält ihre Regierungsgeschäfte in fester Hand.

Tradition aus Jux

Der Vereinsring krönt seit 1986 eine eigene Apfelweinkönigin. Dass das Gallus überhaupt eine Apfelweinkönigin hat, ist auf einen Jux von Ehrenmitglied Preißl zurückzuführen: „Da im Gallus 17 Prozent der Frankfurter Schrebergärten liegen habe ich mir gedacht, müssen dort auch die meisten Apfelbäume wachsen.“ Folglich müsse das Gallus eine eigene Apfelweinkönigin haben.

Offiziell gekrönt wird Manuela die I. Apfelweinkönigin des Gallus auf dem Apfelweinfest in der evangelischen Gemeinde Frieden und Versöhnung, Münsterer Straße 21, am Samstag, 6. April, ab 19 Uhr. Musik gibt es von der Sängerin Frederike.

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