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Seit 2017 lernen die Schüler in Containern.

Schulen

Eltern in Frankfurt verärgert über verzögerten Schulumzug

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Eltern im Europaviertel sind sauer, dass sich der Umzug der Grundschule weiter verzögert. Sie starten eine Online-Petition.

In der fertigen Grundschule im Europaviertel wird der Sohn von Nicolas Pérez wohl nicht mehr unterrichtet werden. Der Junge wird im Sommer eingeschult - in die provisorische Containeranlage an der Stephensonstraße. Statt wie ursprünglich geplant im nächstem Jahr, wird sich der Umzug noch bis zum Schuljahr 2022/23 hinziehen. Sein Vater hat nun eine Online-Petition gestartet, mehr als 300 Unterschriften sind bereits zusammen gekommen. Pérez hat mit zahlreichen Eltern gesprochen, das sei ein heißes Thema im Stadtteil, viele beschwerten sich.

Die Grundschule, die 2017 den Betrieb aufgenommen hat, platze schon aus allen Nähten, sagt der Familienvater, aber es kämen nochmal drei bis vier Klassen hinzu. Und auf dem Grundstück an der Ecke von Maastrichter Ring und Pariser Straße, auf dem das Schulgebäude entstehen soll, passiere nichts. „Das ist extrem unbefriedigend“, sagt Pérez und hofft, mit der Petition Druck auszuüben und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Im Europaviertel wohnten viele Familien und es kämen immer neue hinzu, aber die Infrastruktur fehle. Bei seinem Zuzug 2013 hatte die Maklerin schon die neue Schule versprochen.

Der Baubeginn ist 2020 geplant, sagt Günter Murr, Sprecher vom Amt für Bau und Immobilien. Grund für die Verzögerung sei unter anderem eine Klage des Architekten gewesen, der im Wettbewerb unterlegen war. Die Planung sei fortgeschritten, aber einige Fragen zum Brandschutz müssten geklärt und Arbeiten ausgeschrieben werden. Der Ortsbeirat 1 beschäftigt sich schon lange mit der Grundschule. Für die kommende Sitzung legt er dazu zwei neue Anträge vor.

Die CDU verlangt, den Bau und Umzug der Schule zu beschleunigen, etwa durch Modulbauteile. Die SPD möchte wissen, wie die Stadt den ungenügenden Zuständen bei wachsender Schülerzahl zuvorkommen oder beseitigen will. Vor allem den Mangel an Platz innen wie außen, die Temperaturregelung und die Verkehrssituation vor der Schule.

Letztere stört auch die Elternbeirätin Silke Rosch sehr. „Es muss unbedingt ein Zebrastreifen vor der Schule eingerichtet werden.“ Denn immer wieder käme es zu gefährlichen Momenten, auch durch Eltern-Taxis. Da das Provisorium weiter entfernt sei, brächten viele ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Gefährlich seien zudem die vielen Baustellen und Bau-Fahrzeuge auf der Europaallee. Problematisch sei ebenfalls, dass das Provisorium keine Sporthalle habe. Die Kinder können zwar die Hellerhofschule nutzen, aber andere sportliche Angebote, wie AGs, gebe es nicht.

Schulleiterin Kerstin Treumann-Sir freut sich über die erweiterte Mensa und dass sowohl die Schule als auch die Betreuung neue Räume erhält. Aber durch die neuen Container werde der Platz auf dem Schulhof sehr eng. Sie hofft, dass das Gelände erweitert werden kann. Das werde gerade geprüft. 110 Kinder sind es jetzt. Die Zahl wird jedes Schuljahr größer. Im Sommer kommen 80 Schüler, also weitere vier erste Klassen, 2023 werden es dann schon mehr als 400 sein. Sorge hat Treumann-Sir auch, dass der Umzug sich weiter verzögert. „Mir ist wichtig, dass die Kinder beste Bedingungen bekommen.“

Der Ortsbeirat 1 tagt am Dienstag, 19. März, um 19 Uhr, im Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Frieden und Versöhnung, Frankenallee 150.

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