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Ein neuer Park fürs Europaviertel

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Von: Boris Schlepper

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Derzeit liegt das Gelände am westlichen Ende der Europa-Allee zwischen Am Römerhof und Mammolshainer Straße brach. Bis Anfang 2025 soll dort ein Park entstehen.
Derzeit liegt das Gelände am westlichen Ende der Europa-Allee zwischen Am Römerhof und Mammolshainer Straße brach. Bis Anfang 2025 soll dort ein Park entstehen. © christoph boeckheler*

Am Ende der Europa-Allee entsteht eine Grünanlage mit Angeboten für Jugendliche. Der Europagarten wird erst nach Ostern Thema im Ortsbeirat werden.

Das Europaviertel erhält einen neuen Park. Am westlichen Ende der Europa-Allee, zwischen Römerhof und Hellerhof-Siedlung, soll ab Ende 2024/Anfang 2025 eine Grünfläche mit Sportplätzen, Skate-Anlage und Aufenthaltsbereich für Jugendliche entstehen. Vertreter des Grünflächenamts stellten den Entwurf in der Sitzung des Ortsbeirats 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) am Dienstag vor. Zum Europagarten, der seit Ende vergangenen Jahres zugänglich ist und sich in einem schlechten Zustand befindet, äußerten sie sich nicht.

„Grünfläche West“ lautet der derzeitige Titel des etwa ein Hektar großen neuen Geländes. Der Ortsbeirat könne sich für das Areal noch einen Namen ausdenken, sagte Dirk Schneider vom Grünflächenamt. Was auf der Fläche, die zwischen Europa-Allee und Anspacher/Mammolshainer Straße liegt, entstehen soll, hat die Stadt bereits durch ein Beteiligungsverfahren erörtert. Da eine starke Nutzung von Jugendlichen geplant ist, seien Mädchen und Jungen zwischen zwölf und 16 Jahren befragt worden, was sie sich wünschen. „Die meisten wollen chillen“, berichtet Schneider. Freunde treffen sowie Sport und Bewegung hätten ebenfalls einen hohen Stellenwert gehabt.

In Workshops seien anhand der Ideen zusammen mit Landschaftsarchitekten Gestaltungs- und Nutzungsvorschläge entstanden, so Schneider. Demnach soll am nördlichen Rand des Geländes eine sogenannte Chill-Area entstehen, mit verschiedenen Sitzelementen, einer Tischtennisplatte „und einem Container, wo man sich treffen kann“. Auf dem Dach des Metallkonstrukts ist eine Aussichtsplattform denkbar. Direkt anschließend soll ein Bolzplatz und ein Streetball-Feld entstehen. Den Abschluss bildet eine Skate- oder Pumptrackanlage, die auch von Menschen mit Rollstuhl genutzt werden soll, sagt Schneiders Kollege Stephan Burger.

Die Sport-Anlagen werden 50 Meter weit von der Wohnbebauung entfernt liegen, dass mit keiner Störung zu rechnen sei. Das Gelände soll zudem mit Sträuchern abgegrenzt werden. In der Mitte ist eine Blühwiese vorgesehen, so Schneider, 65 neue Bäume werden gesetzt. Die Bepflanzung des alten Bahndamms bleibe. Lediglich in Höhe Anspacher Straße müssten elf Bäume gefällt werden. Das ist laut Schneider nötig, da dort ein barrierenfreier Zugang mit Rampe entstehen soll.

Umgesetzt wird das Projekt vom Immobilienentwickler Aurelis. Dieser will die Planung in diesem Jahr abschließen, um sie 2024 ausschreiben zu können, sagte Projektleiter Holger Mrosek. „Baubeginn für die Grünfläche West planen wir für das zweite Quartal 2024 – noch vor den Sommerferien.“ Er rechne mit einer Bauzeit von sechs bis acht Monaten. Die Kosten lägen voraussichtlich bei rund zwei Millionen Euro.

Bei den Ortsbeiräten kam die Präsentation gut an. Petra Thomsen (Grüne) etwa lobte, dass die Stadt Jugendliche einbezogen habe. Dass ein Durchgang vom alten Gallus zur Europa-Allee geplant ist, begrüßte Sara Steinhardt (CDU). Marius Karas von Concrete Skate bot an, dass sich sein Verein an der Planung der Skate-Anlage beteiligen könne.

Zum Europagarten äußerten sich die Mitarbeiter des Grünflächenamts nicht. Das Umweltdezernat hatte vor der Sitzung gesagt, dass auch über die Anlage gesprochen werde, die nach einem jahrelangen Rechtsstreit kurz vor Weihnachten für die Öffentlichkeit freigegeben worden ist. „Wir hatten das angeboten“, sagt Referentin Susanne Schierwater am Mittwoch. Doch habe der Ortsbeirat es abgelehnt.

Vertreter:innen der Behörde sollen jetzt in einer der Sitzungen nach Ostern kommen, sagt Ortsvorsteher Michael Weber (CDU), wobei auch Anwohnende Fragen stellen können. Schließlich sei der Zustand des Europagartens „immer noch eine Katastrophe“. Zunächst wolle das Gremium möglichst zeitnah schriftliche Antworten auf die zahlreichen Fragen, die es in der Sitzung in fünf Anträgen gestellt hat. Darin wird etwa nach den Hintergründen des Vergleichs, den die Stadt mit den ausführenden Firmen getroffen hat, gefragt, wie es mit dem Garten weitergeht und ob eine Umgestaltung geplant ist.

Das Dezernat wollte zunächst dem Ortsbeirat antworten, bevor es sich gegenüber der Presse äußere, sagte Schierwater auf Anfrage.

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