Lisa Karasch arbeitet im Stadtteilbüro an der Frankenallee.
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Lisa Karasch arbeitet im Stadtteilbüro an der Frankenallee.

Caritas

Caritas: „Wir sind eine zentrale Anlaufstelle im Gallus“

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Die neue Quartiersmanagerin Lisa Karasch verteilt kostenlos Masken und sucht Menschen, die gerne Poller umstricken. Ihr Amt tritt sie mitten in der Corona-Krise an.

Lisa Karasch startete im April als neue Caritas-Quartiersmanagerin im Gallus. Sie unterstützt Maria Schmedt und Rudolf Fleckenstein mit 50 Prozent, da Schmedt seit April ihre Arbeitszeit reduziert hat. In der Frankenallee befindet sich das kleine Büro, ein Tisch in der Tür hält die Besucher dieser Tage davon ab, direkt den Raum zu betreten.

Frau Karasch, Sie beginnen in einer ungewohnten Zeit, haben Sie überhaupt schon Bürgerinnen und Bürger kennengelernt?

Wir sind auch in diesen Zeiten als zentrale Anlaufstelle für die Menschen da. In den letzten Wochen habe ich schon gemerkt, dass der Standort etabliert und bekannt ist. Viele melden sich telefonisch oder kommen vorbei. Mit entsprechendem Abstand können wir trotzdem weiterhelfen. Wir verteilen zudem kostenlose Masken, die wir im Rahmen einer Spende erhalten haben, deswegen bleiben auch viele stehen, mit denen wir ins Gespräch kommen.

Mit welchen Anliegen kommen die Menschen?

Die sind ganz unterschiedlich, viele haben Fragen zu Briefen von Behörden, es gab auch Fälle von häuslicher Gewalt. Wir wissen, welche Einrichtung wieder öffnen und sind immer auf dem neusten Stand, etwa über die Einhaltung von Fristen, und können die Menschen weiter vermitteln. Wir lassen niemanden gehen, ohne ihm wenigstens Informationen mitzugeben.

Und was macht das Gallus auf Sie bislang für einen Eindruck?

Es hat schon einen besonderen Reiz, die Vielfalt zeichnet den Stadtteil aus und macht ihn für die Quartiersarbeit sehr interessant. Ich habe vorher noch nicht erlebt, dass Akteure so vertrauensvoll zusammenarbeiten, das bewährt sich einmal mehr in Corona-Zeiten. Beeindruckend ist auch der interkulturelle Dialog, den meine Kollegen immer weiter ausgebaut haben. Den kooperativen Austausch zwischen katholischer, evangelischer Kirche und den Moscheen finde ich faszinierend.

zur person

Lisa Karasch(35) hat ihr Bachelor und Masterstudium am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt University of Applied Sciences absolviert. Die gebürtige Hessin lebt seit 11 Jahren in Frankfurt. Sie hat ursprünglich BWL studiert und einige Jahre im Bereich Marketing gearbeitet.

Erreichbarist Lisa Karasch von Dienstag bis Donnerstag per Mail unter lisa.karasch@caritas-frankfurt.de oder unter Telefon 29 82 20 00. jkö

Was hat Sie gereizt, Quartiersmanagerin zu werden?

Ich habe meinen Bachelor in Soziale Arbeit gemacht und arbeite seit 2015 bei der Caritas im Betreuten Wohnen im Konrad-von-Preysing-Haus. In meinem Studium habe ich gemerkt, dass mich das Thema „Quartiersarbeit“ interessiert. Darum habe ich darüber auch meine Masterarbeit geschrieben. Als ich fast fertig war, wurde die Stelle im Caritas Quartiersmanagement des Frankfurter Programms „Aktive Nachbarschaft“ frei, das passte perfekt.

Können Sie etwas von Ihrer Masterarbeit in die Praxis umsetzen?

Jedes Viertel ist anders gestrickt und hat andere Grundvoraussetzungen, dort, wo es kaum Akteure gibt, bedeutet Quartiersarbeit oft, Angebote selbst zu schaffen. Wenn man im Gallus eine neue Idee hat, gibt es bereits eine große Anzahl von Organisationen, bei denen man anfragen kann. Das sind optimale Bedingungen und macht die Arbeit einfacher und effektiver. Wichtig ist auch, dass wir alle Anwohnerinnen und Anwohner ansprechen.

Gibt es also gar keine Probleme?

Die lerne ich gerade kennen. Ein Thema ist etwa das Parken in der Schwalbacher Straße. Deswegen hatten sich schon vor längerer Zeit Bürger an uns gewendet, und wir versuchen zu helfen, haben etwa im Ortsbeirat vorgesprochen. Ein zentraler Aspekt ist auch das alte und neue Gallus, da sind weiter gezielt Projekte geplant, um sich zu begegnen und Brücken zu schlagen. Ich mache mit der Kollegin regelmäßig Stadtteilspaziergänge, so dass ich Akteure, Bürgerinnen und Bürger kennenlerne. Da kann ich auch das eine oder andere aufschnappen, was in Zukunft wichtig sein wird.

Was steht dieses Jahr noch an?

Manches muss ja leider ausfallen, wie das Stadtteilfest. Andere Projekte laufen weiter, Mitte August werden wir die nächste Stadtteilzeitung rausbringen. Bei einem Strickprojekt soll auf einem Teil der Frankenallee Poller umstrickt und Zäune umhäkelt werden, dafür versuchen wir Leute zu gewinnen. Sonst sind wir weiterhin für die Menschen vor Ort im Stadtteilbüro erreichbar – angepasst an die aktuelle Situation natürlich mit mehr Distanz als sonst.

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