Nach Nied, Preungesheim und ins Gallus fährt zurzeit kein Bücherbus, da die Stationen immer zugeparkt werden.
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Nach Nied, Preungesheim und ins Gallus fährt zurzeit kein Bücherbus, da die Stationen immer zugeparkt werden.

Gallus

Bücherbus fürs Gallus

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
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Ortsbeirat will wieder eine Haltestelle im Stadtteil für die Fahrbibliothek einrichten. Sie soll mit Pollern vor Falschparkenden abgesichert werden.

Der Bücherbus soll wieder im Gallus halten. Dafür hat sich der Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut und Innenstadt) einstimmig ausgesprochen. In einem Antrag der Grünen fordert das Gremium den Magistrat auf, dass die Fahrbibliothek wieder wie vor der Pandemie im Stadtteil stoppt. Für geeignet halten die Fraktionen die Kleyerstraße vor der Julius-Munk-Anlage / Ecke Schwalbacher Straße – oder die Weilburger Straße.

Nach dem Willen des Stadtteilparlaments müsste die Haltestelle mit den Uhrzeiten beschildert werden, an denen der Bus vorfährt. Innerhalb der Zeit habe 15 Meter vor und hinter dem Schild ein Parkverbot zu gelten, erläutert Antragsteller Alexander Mitsch. Zusätzlich sollen etwa umklappbare Poller oder eine Absperrkette montiert werden. Für Besucherinnen und Besucher, die mit dem Rad kommen, will der Ortsbeirat zudem Fahrradbügel aufstellen lassen. Eltern hätten gesagt, dass die Weilburger Straße sicherer sei, sagt CDU-Politikerin und Kinderbeauftragte fürs Gallus, Sara Steinhardt.

Dass der Bücherbus nicht mehr wie früher am ehemaligen Galluspark stoppe, da die Haltestelle ständig von Autos zugeparkt sei, „ist nicht akzeptabel“, sagt Mirsch. „Nur weil einzelne rücksichtslose Autofahrende die Haltestelle blockieren, sollen hunderte Menschen im Gallus darunter leiden.“ Es sei an der Zeit, dass der Magistrat dem Falschparken konsequent durch bauliche Maßnahmen begegne.

Norbert Schindler, der Leiter der städtischen Fahrbibliothek, würde es begrüßen, wenn der Bus wieder im Gallus einen Standort bekommt. Allerdings habe es in den Jahren vor Corona keinen einzigen Tag gegeben, an dem die ausgeschilderte Station nicht zugeparkt gewesen sei. Das Gefährt habe stets notdürftig auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Halteverbot gestanden. „Das war keine dauerhaft zumutbare Lösung“, so Schindler. Deshalb sei das Gallus im März, als der Bus wieder zu seinen Runden aufgebrochen ist, nicht mit aufgenommen worden.

Schindler ist skeptisch, dass der Vorstoß des Ortsbeirats erfolgreich ist. In der Vergangenheit habe die Fahrbibliothek gemeinsam mit dem Quartiersmanagement und dem Stadtteilgremium bereits nach alternativen Standorten gesucht. Vergeblich. Mitunter habe der Brandschutz dagegen gesprochen. Viele Straßen wie die Weilburger seien für den Bus schlicht zu schmal. Auch habe das Straßenverkehrsamt die Auffassung vertreten, dass für eine Stunde in der Woche, in der die Fahrbibliothek vorfährt, keine Parkplätze dauerhaft blockiert werden dürften, etwa durch Poller. „Da würden sich die Bürger zurecht beschweren“, sagt Schindler.

Letztendlich habe er sich hilflos gefühlt und das Angebot eingestellt. Was bedauerlich sei, „da die Falschparker so am Ende gewinnen“. Einziger Trost sei, dass die Stadtteilbibliothek in der Idsteiner Straße nicht weit entfernt liege. Dennoch wäre der Bücherbus die bessere Lösung, da er zu den Menschen vor Ort komme und somit ein niedrigschwelligeres Angebot darstelle.

Dabei ist das Gallus kein Einzelfall. Auch die Fahrten nach Nied und nach Preungesheim seien eingestellt worden, da die Halteposition stets zugeparkt war, sagt Norbert Schindler. Erschwerend komme hinzu, dass der Fahrbibliothek derzeit nur ein Bus zur Verfügung stehe. Die Ausschreibung für ein zweites Gefährt laufe. Auch fehle das Personal, „wir finden keinen, der diese anspruchsvolle Aufgabe übernehmen will“.

Werde im Gallus jedoch eine neue Haltestelle geschaffen, die angefahren werden könne, „werden wir auf jeden Fall nach einer Lösung suchen, den Stadtteil wieder anzusteuern“.

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