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Den Anwohnern dröhnt der Kopf vor lauter Lärm.

Europaviertel

Baustellenlärm rund um die Uhr im Europaviertel

Tunnelarbeiten an der Europa-Allele finden Tag und Nacht statt, wovon einige Anwohner genervt sind.

Die Europa-Allee ist zurzeit eine einzige große Baustelle. Der Tunnel für die künftige U5-Verbindung wird an dieser Stelle gebohrt; zwei Tunnelröhren entstehen. Der Lärm, der dabei verursacht wird, treibt die Anwohner zur Verzweiflung, denn auch nachts wird hier gebaut.

„24 Stunden, sieben Tage die Woche. Es sind diverse Lärmquellen, die uns den Schlaf rauben“, beschreibt Anwohner Robert Zander die Situation. Er und einige Nachbarn haben sich im Hof eines der Häuser zu einem Krisentreffen versammelt. Sie alle haben große Probleme mit dem Lärm, sie alle sind bereits mit der Stadtbahn Europaviertel Projektbaugesellschaft mbH (SBEV) und dem Regierungspräsidium Darmstadt in Kontakt getreten – doch mit nur geringem Erfolg.

„Der riesige gelbe Kran knackt und quietscht, wenn er hin und her fährt. Er transportiert den Abraum aus der Baustelle und kippt diese rund 30 Tonnen dann aus. Man kann sich vorstellen, dass das nicht gerade leise ist, gerade nachts, wenn alles andere still ist“, schildert Zander weiter. Die Nachbarn stimmen zu.

Diese wiederum berichten von Kompressoren, Generatoren und Lüftungsanlagen, die enorme Lärmquellen darstellen. „Wir haben bis 100 Dezibel Spitzenwert in unserem Schlafzimmer gemessen. Sonst messen wir rund 70 bis 80 Dezibel“, heißt es. Zwei der Anwohner schlafen mittlerweile in ihrem Wohnzimmer auf dem Boden.

Bis Ende 2021 soll die Baustelle andauern. „Laut des Planfeststellungsbeschlusses sind aber ohnehin nur 62 Dezibel am Tag und 50 Dezibel in der Nacht erlaubt. Außerdem heißt es dort, dass die Anwohner eine verkehrsbedingte Lärmvorbelastung gewohnt seien.“ Nachbarn mit kleinen Kindern würden noch stärker leiden, die Kinder schlafen keine Nacht durch, berichten die Anwohner weiter. „Was wir vor allem nicht verstehen können, ist, warum die Baustelle rund um die Uhr laufen muss. Wenn zumindest nachts Ruhe wäre, wäre das nicht ganz so schlimm“, meint Zander.

Auf Nachfrage antwortet die SBEV sehr umfassend: „Die Tunnelvortriebsarbeiten müssen verfahrensbedingt durchlaufend erfolgen: Ein Stillstand der Maschine, also eine nächtliche Unterbrechung beim Bau der Tunnelröhren, ist mit erheblichen technischen Risiken verbunden“, heißt es. Nachts würden jedoch nur notwendige Arbeiten stattfinden.

Der „24/7-Einsatz“ sei im Planfeststellungsverfahren genehmigt worden, so die SBEV weiter. „Da innerhalb der Frist keine Klagen erhoben wurden, kann der Beschluss nicht mehr angefochten werden.“

Die SBEV habe auch einen unabhängigen Sachverständigen mit der Überwachung des Lärms beauftragt. Derzeit werde an den Hausnummern 33 und 37 der Lärm gemessen. „Jede Beschwerde der Anlieger wird ernst genommen“, teilt die SBEV mit; die ausführende Baufirma sei verpflichtet, alle Vorgaben einzuhalten. In der Vergangenheit wurden vermehrt Teileinhausungen der Lärmquellen vorgenommen. „Sowohl die im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses erstellten schalltechnischen Untersuchungen als auch die reinen Messdaten unseres Sachverständigen in den Monaten ohne Baustellenbetrieb haben auf der Europa-Allee Mittelungspegel in der Nacht von 58 Dezibel ergeben.“ Hier scheint die Diskrepanz zu liegen, denn die Anwohner sprachen vor allem von den Lärmspitzen, die Ihnen den Schlaf rauben.

Die SBEV zeigt sich gesprächsbereit: Eine wöchentliche Bürgersprechstunde im Baucontainer werde es künftig wieder geben, zudem seien Führungen und Gespräche mit der Technischen Projektleitung ebenfalls möglich. In einer E-Mail an Robert Zander verspricht das Regierungspräsidium weiterhin, zeitnah eine Lösung mit den Anwohnern finden und umsetzen zu wollen, auch wenn der Baulärm wohl bleiben werde.

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