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Als die Friedrich-Ebert-Siedlung aus Ruinen auferstand

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Von: Matthias Bittner

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Am 17. Mai 1948 übergibt Frankfurts Oberbürgermeister Walter Kolb 171 Wohnungen in der wiederaufgebauten Friedrich-Ebert-Siedlung. Ein bewegender Moment für alle.
Am 17. Mai 1948 übergibt Frankfurts Oberbürgermeister Walter Kolb 171 Wohnungen in der wiederaufgebauten Friedrich-Ebert-Siedlung. Ein bewegender Moment für alle. © N.N.

Die Geschichtswerkstatt Gallus hat einen neuen Stadtteilkalender für das Jahr 2023 herausgebracht. Auf den zwölf Monatsseiten hat sie prägende Momente der Historie des Gallus festgehalten.

Für Frankfurts damaligen Oberbürgermeister Walter Kolb (SPD) war der 17. Mai 1948 ein äußerst erfreulicher Tag: Im Gallus konnte er an diesem Tag insgesamt 171 Wohnungen der wiederaufgebauten Friedrich-Ebert-Siedlung an die künftigen Mieter:innen übergeben. Damit waren zwar noch lange nicht alle Wohnungen in der Siedlung fertig und die Not im Nachkriegs-Frankfurt noch nicht beendet. Doch das Ereignis war ein eindeutiges Zeichen dafür, dass es in der Mainmetropole wieder aufwärts ging, und das machte den Menschen Mut.

Ein bei der Übergabe entstandenes Foto von einem sichtbar zufriedenen Walter Kolb vor einer großen Schar erwartungsvoller Menschen ziert deshalb das Kalenderblatt des Stadtteilkalenders „Gallus 2023“ der Geschichtswerkstatt Gallus. Deren Mitglieder wählen die Bilder für den Stadtteilkalender stets gemeinsam aus. Dass das vor 75 Jahren entstandene Foto von Kolb für das Kalenderblatt im Mai gesetzt sei, sei einstimmig gewesen, erläutert Helga Roos.

2011 ist das erste Exemplar erschienen, die Auflage für 2023 ist der mittlerweile zwölfte Stadtteilkalender. Herausgeber ist die Geschichtswerkstatt Gallus. Diese war 2007 aus einem Stadtteilhistorikerprojekt der Stiftung Polytechnische Gesellschaft entstanden. Damals habe es auch einen Aufruf gegeben, historische Fotografien mit Gallus-Bezug einzureichen. Einige Jahre später sei dann die Idee geboren worden, mit den Fotografien einen Stadtteilkalender zu bebildern.

Laut Roos bedient sich die Geschichtswerkstatt auch bei Sammlungen von Dieter Church und Renate Ulrich, die dem Institut für Stadtgeschichte ihre Postkarten- und Fotosammlung vermacht haben.

Dass der Inhalt mit dem Gallus zu tun hat, ist am Deckblatt gleich zu erkennen: Das ziert eine Ansicht der Galluswarte – Georg Melchior Kraus hat sein 1800 entstandenes Werk zwar Mainzer Warte genannt, aber das sei ihm verziehen.

Der Stadtteilkalender „Gallus 2023“ kostet sechs Euro. Mit den damit zu erzielenden Einnahmen sind nicht einmal die Druckkosten gedeckt. „Wir wollen keinen Gewinn machen“, sagt Roos und fügt an: „Alles wird im Moment teurer, deshalb ist bei uns der Preis im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben.“ Eine Auflage von 300 Exemplaren ist gedruckt worden. Wer sich einen Stadtteilkalender sichern möchte, muss also schnell sein.

Erhältlich ist der Stadtteilkalender per Mail an GWGallus@gmail.com. Sowie in Geschäften, Kirchengemeinden und Seniorenzentren im Gallus.

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