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Bei der Eröffnung 2017 glaubten Eltern und Lehrer noch, die Zeit in Containern sei absehbar. 

Gallus

Gallus: Eltern fordern schnellen Umzug der Grundschule im Europaviertel

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Der Bau der Grundschule im Europaviertel verzögert sich weiter. Eltern wollen nicht untätig zusehen und verfassen Forderungskatalog.

Die Eltern der Kinder der Grundschule im Europaviertel sind sauer. „Die Bauarbeiten haben noch nicht mal angefangen“, sagt Karen Kumposcht vom Förderverein der Schule. Viele Eltern sind in die Sitzung des Ortsbeirat 1 am Dienstag gekommen, sie wollen nicht mehr tatenlos zusehen. Eigentlich sollte die Schule 2020 fertig gestellt werden, sagt Kumposcht. Doch die Stadt habe mitgeteilt, dass das neue Gebäude erst im Schuljahr 2025/26 bezogen werden könne. Elternbeiräte, Schulgemeinde und der Kinderbeauftragte haben ein mehrseitiges Papier verfasst, in dem sie diverse Forderungen stellen.

Den Bau der Schule beschleunigen und die Umzugszeit verkürzen, ist einer davon. Denn die Situation sei jetzt schon angespannt, sagt Kumposcht. Die Schule platze aus allen Nähten. Im Moment werden die Kinder in der provisorischen Containeranlage an der Stephensonstraße unterrichtet. Noch besuchten rund 180 Schüler die Schule, doch bereits in fünf Jahren werden es 440 sein, sagt die Mutter. In der Mensa esse man jetzt schon in Schichten, Nachmittagsgruppen werden in Klassenräumen betreut und der Außenbereich sei zu klein.

Dirk Schneider, Kinderbeauftragte im Gallus, setzt sich für die Eltern ein.

Die Schulwegsicherung ist eine weiteres Thema, es gebe so viele Gefahren im Europaviertel mit seinen zahlreichen Baustellen. Vielleicht wäre es sinnvoll, das Provisorium auf einem Teil des Geländes zu bauen, schlägt sie vor. Die Schule, die 2017 ihren Betrieb aufnahm, soll auf das Grundstück an der Ecke von Maastrichter Ring und Pariser Straße ziehen. Das Areal sei viel sicherer zu erreichen.

Das Gremium beschäftigt sich ebenfalls schon lange mit dem Thema und hat diverse Anträge gestellt. „Wir haben großes Verständnis, dass Sie ungeduldig sind“, sagt Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD). Er verspricht eine Ortsbegehung zu organisieren, um zu schauen, was sich für Alternativen für das Provisorium bieten. Die Anregung, die Container am geplanten Standort zu errichten, will er an das Bildungsdezernat weitergeben. Sara Steinhardt (CDU) berichtet von einer konstruktiven Schulwegbegehung. Man habe zusätzliche Überwege geschaffen. Aber auch sie fühle sich oft von der Stadt vor vollendete Tatsachen gestellt. „Es muss mehr Druck kommen, auch von den Eltern.“

Die Eltern wünschen sich eine transparente und regelmäßige Kommunikation mit den verantwortlichen Ämtern, Institutionen und der Politik. Dem schließt sich der Kinderbeauftragte des Gallus, Dirk Schneider, an. Das Amt für Bau und Immobilien (ABI) müsse feste Anprechpartner nennen. Zudem schlägt er einen gemeinsamen Termin mit ABI und Schuldezernat vor. Diese sollten erklären, was, wann und wo passiere.

Schneider nennt nur einige Beispiele für die prekäre Situation: Im Kunstunterricht etwa gebe es keinen Wasseranschluss, so dass Eimer dafür herhalten müsse. Auch eine Klimaanlage fehle, vor allem im Sommer ein Problem.

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