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Gärtnerei zieht bereits kleine Mammutbäume

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Von: Sabine Schramek

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Am Bergmammut stehend, staunen die Menschen. Rainer Rüffer
Am Bergmammut stehend, staunen die Menschen. Rainer Rüffer © Rainer Rüffer

In der Winterpause soll im Botanischen Garten in Frankfurt Neues wachsen

Kunterbunte Libellen schwirren wie Mini-Hubschrauber über den Teich im Botanischen Garten. Darüber der Polizeihubschrauber, der den Marathon begleitet. Farbige Blätter rieseln leise bei 23° Celsius. Trotz des lauen Herbstwetters ist erst einmal Schluss mit Besuchen zum Spazierengehen, Pflanzen entdecken und erholen. Gartenleiter Thomas Moos nimmt am gestrigen Sonntag zum Abschluss der Saison noch einmal mehr als 50 Besucher:innen mit auf einen Spaziergang.

„Im Winter ist Zeit für Baumpflegearbeiten“, sagt er und deutet auf eine Stelle im Buchenwald. „Wenn ein großer Ast abbricht oder ein Baum umstürzt, ist es gefährlich.“ Ein Gedenkgedicht erinnert an einen hohen Baum aus den 1930er Jahren, der wegen eines Wurzelpilzes gefällt werden musste. „Seit zehn Jahren hat er den Pilz. Der Baum war alt und die Wurzeln haben stark gelitten. Leider mussten wir ihn fällen, aber ein neuer ist schon nachgewachsen“, sagt der freundliche Mann, der auf eine etwa drei Meter hohe Buche zeigt, die kerzengerade wächst. „Sie ist von alleine gewachsen. Ganz natürlich, ohne Züchtung oder Wurzelverletzung beim Pflanzen“, berichtet er stolz.

Jetzt, wenn das Wetter umschlägt, gibt es zwar keine Besucher:innen, dafür aber jede Menge Arbeit. Der Teich wird teilweise geleert und Schlamm herausgepumpt. „Nur ein Drittel der Fläche wird jedes Jahr entschlammt. So überleben die Fische und anderen Tiere, aber der Teich kann nicht versumpfen oder vermooren. Würden wir ihn nicht entschlammen, wäre hier in 100 Jahren kein Teich mehr“, berichtet Thomas Moos und freut sich auf den Kompost, der dann nach zwei Jahren für die Pflanzen neue Nährstoffe bedeutet.

Der große Plan für diesen Winter hat mit sehr großen Bäumen zu tun. Mit Mammutbäumen, genauer gesagt mit Bergmammutbäumen. Moos wirkt klein neben dem mächtigen Stamm eines Mammutbaumes, den er „von Alter her pubertär“ nennt. Mitte der 1950er Jahre ist er gepflanzt worden. Vielleicht von einem amerikanischen General. „Das behauptet zumindest die Legende“, sagt er augenzwinkernd. Dort, wo jetzt ein Container steht, sollen noch viel mehr Mammutbäume wachsen. „Sie vertragen das Klima gut, sind kaum brennbar und sind gut gegen den Verkehrslärm von der Miquelallee.“ Gigantisch hoch werden diese Bäume. „Ich bin guter Hoffnung, dass wie hier auch bald einen Pavillon für Schulklassen hinstellen können. Der wäre gut, wenn es regnet“. Die Finanzierung sei noch nicht sicher, aber er hoffe auf Unterstützung des Freundeskreises.

Kleine Mammutbäume habe die Gärtnerei bereits gezogen. „Sie werden wir auf jeden Fall im Winter setzen“, verspricht er und plaudert aus dem Nähkästchen. „Wer zu Hause Samen vom Mammutbaum einfach so ziehen will, schafft es nicht. Erstens sind es Flugsamen, die man kaum finden kann, und zweitens muss erst ein Waldbrand her. Pflanzen sind Taktiker. Sie warten auf das Feuer und darauf, dass die Konkurrenz Platz macht, und keimen erst danach.“ Auch die Gärtnerei hat einen Waldbrand simuliert. „Man nehme einen Topf, lege Heu rein, zünde es an und lösche es mit heißem Wasser. Dann klappt’s auch mit der Aufzucht.“

Die Besucher:innen staunen. Vor der imposanten Größe des Teenager-Baumes und über die Geheimnisse, einen Mammutbaum ziehen zu können. Dass die dicke Rinde des Baumes auch kein Problem mit Spechten und anderem Getier hat, gefällt ihnen. „Das spürt der Baum nicht einmal, wenn Spechte in ihm hacken“, so Moos.

Traurig sind die Leute, dass der wunderbare Garten nur noch am heutigen Montag bis 18 Uhr geöffnet ist. „Wir wollen die Öffnungszeiten in den nächsten Jahren erweitern“, kündigt Moos an und verrät noch ein Geheimnis. „Im Januar und Februar wollen wir einige wenige Führungen anbieten. Das steht allerdings erst kurzfristig fest und wird je nach Wetterlage bekanntgegeben.“

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