Galopprennbahn

Fußballvereine für Leistungszentrum

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Was halten eigentlich die Stadtteil-Vereine von der geplanten DFB-Akademie samt angrenzendem Bürgerpark, die in Niederrad auf dem Areal der Galopprennbahn entstehen soll? Die FR hat bei vier Klubs nachgefragt.

Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist das geplante Leistungszentrum auf dem Gelände der Galopprennbahn nicht weniger als ein „Jahrhundertprojekt“. Der Verband und der Sportkreis Frankfurt rühren die Werbetrommel, damit die Bürger am 21. Juni für den Bau stimmen. Doch was halten die Stadtteil-Vereine von der Akademie samt angrenzendem Bürgerpark, die in Niederrad entstehen soll? Die FR hat bei vier Klubs nachgefragt. Das Ergebnis: Sie begrüßen die Entscheidung.

Der Turnverein Seckbach hat zwar gar kein Fußball im Angebot, der Erste Vorsitzende Horst Delp spricht dennoch von einer „zukunftweisenden Chance“ für den Fußballsport. Delp geht zwar gerne auf die Rennbahn, wie er betont. Das Ausbildungszentrum und der Bürgerpark seien aber dazu geeignet, die Sportstadt Frankfurt zu stärken. Deshalb ruft Delp zu „Solidarität im organisierten Sport“ auf. Der Vorstand bittet alle Vereinsmitglieder, sich an „dieser für die Stadt so wichtigen Abstimmung“ zu beteiligen.

Innerhalb des Fußball-Clubs (FC) Kalbach hat man sich noch nicht über das Leistungszentrum ausgetauscht. Auch mit anderen Klubs stehe man nicht in Kontakt. „Wir konzentrieren uns auf unseren Verein“, sagt der Erste Vorsitzende Manfred Neuenroth. Er befürwortet das Projekt dennoch. „Ich bin dafür, dass das Zentrum dahin kommt“, sagt Neuenroth, der die Akademie ebenfalls als „Jahrhundertprojekt“ ansieht. Ob der FC Kalbach daraus Kapital schlagen könne, vermag Neuenroth aber nicht zu beurteilen. Denn: „Wir haben keinen direkten Draht zum DFB. Dafür sind wir ihm als Verein zu klein.“

Auch bei der Sportgemeinschaft (SG) 01 Höchst geht man davon aus, dass das Leistungszentrum die Stadt „aufwerten“ werde. „Da der DFB seinen Sitz in Frankfurt hat, finde ich das eine tolle Sache“, sagt der Erste Vorsitzende Helmut Wagner. Aber nicht nur die Stadt, auch die SG Höchst könne von der Akademie profitieren. Denn gute Nachwuchskicker hätten so die Möglichkeit, in den Auswahlmannschaften des DFB ihr Können zu zeigen. Dass die Frankfurter Bürger das ähnlich sehen und für den Bau des Zentrums stimmen, „davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt“. Wagner sieht zwar ein, dass der Wegfall der Galopprennbahn für Pferdefreunde bedauerlich sei. „Das ist ein wunderbarer Sport, da geht ein Stück Tradition verloren.“ Nichtsdestotrotz gebe es dort ein „elitäres Publikum“. „Von unseren Mitgliedern geht da keiner hin“, sagt Wagner, „die haben keine Beziehung dazu und können sich den Eintritt gar nicht leisten.“

Der Niederräder Sport-Club (SC) Weiss-Blau Frankfurt würde zu den direkten Nachbarn des Leistungszentrums gehören. Deshalb sei die Akademie auch „willkommen“, sagt die Erste Vorsitzende Uschi Christ. Sie betont: „Unsere Mitglieder begrüßen die Nachbarschaft zum DFB.“ Christ erhofft sich vom Leistungszentrum, dass angehende Trainer dort ihren Schein machen können.

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