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Bomben wurden keine gefunden, dafür der Große Eichenbock umgesiedelt. Die Planungen für die DFB Fußballakademie kommen voran.

Ex-Rennbahn-Gelände

Fußball-Akademie soll 2021 öffnen

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Die seltenen Käfer auf dem Rennbahnareal wurden erfolgreich umgesiedelt, die Suche nach einem Generalunternehmer soll bald abgeschlossen sein.

Fußball-Fans haben nun einen neuen Termin, auf den sie sich freuen können. Am 1. Juli 2021 will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die seit langem geplante Fußball-Akademie in Frankfurt endlich ihrer Bestimmung übergeben. Und dabei soll natürlich öffentlichkeitswirksam auch die Fußball-Nationalmannschaft als Werbeträger auftreten. So sieht es die interne Planung des DFB vor.

Die Frage ist, wie haltbar sie sein wird. Denn der Rennklub Frankfurt will gegen den Bau der Akademie weiter hinhaltenden Widerstand leisten. Der hartnäckige juristische Kampf der Freunde des Turfs hat das Millionenvorhaben bereits um drei Jahre verzögert. Die Kosten des Projekts sind in dieser Zeit von 70 auf 150 Millionen Euro gestiegen.

Rennklub will Berufung einlegen

Am 30. November wird das Landgericht Frankfurt eine Entscheidung zum Antrag der Stadt verkünden, das sogenannte „Sarotti-Häuschen“ auf dem Rennbahn-Gelände räumen zu dürfen. Falls die Richter der Kommune erlauben, diese letzte Teilfläche des alten Turfs abzuräumen, will der Rennklub sofort Berufung beim Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt einlegen. Das kündigte Graf Carl-Philipp zu Solms-Wildenfels, der Vizepräsident des Rennklubs, im Gespräch mit der FR an.

Dies würde eine neue Verzögerung bedeuten. Dessen ungeachtet treiben die Stadt und der DFB die Vorbereitungen für den Bau der Akademie auf dem früheren Rennbahngelände weiter voran. Die Untersuchung der riesigen Fläche auf gefährliche Altlasten hin ist abgeschlossen. Solche wurden nicht festgestellt.

Es fanden sich statt dessen im Boden vor allem Hinweise auf die vorübergehende militärische Nutzung des Areals im Zweiten Weltkrieg, so zum Beispiel alte Stahlhelme der Wehrmacht. Sie unterhielt 1944/45 Flugabwehrstellungen auf dem Gelände, die gegnerische Flugzeuge vom Angriff auf die Frankfurter Innenstadt abhalten sollten.

Großer Eichenbock umgesiedelt

Auch mit Blick auf den Naturschutz sind wichtige Vorarbeiten erledigt worden. So wurde der seltene Große Eichenbock umgesiedelt. Dieser bis zu 53 Millimeter lange Käfer gehört zu den Arten, die in Deutschland vom Aussterben bedroht sind.

Er lebte auf dem Rennbahn-Gelände vor allem in absterbenden Bäumen. Die Tierchen wurden mit der Hilfe von Naturschützern in das kleine Bannwald-Areal am Rande des Rennbahn-Grundstücks gebracht.

Vorangekommen ist der DFB auch bei einem weiteren wichtigen Thema. Es geht darum, einen Generalunternehmer für das große Projekt Fußball-Akademie zu finden. Bei der gegenwärtigen Überlastung der deutschen Bauindustrie mit immer weiter steigenden Preisen ist das nicht einfach.

Tatsächlich fanden sich aber drei Konzerne, die sich als Generalunternehmer bewarben. Eine Entscheidung soll Anfang 2019 fallen. Auch für die künftige Energieversorgung des Geländes mit der Akademie hat der DFB eine Lösung gefunden.

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