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Der vielfach als islamistisch eingestufte salafistische Prediger Pierre Vogel (r) und der als Hassprediger kritisierte Abu Ameena Bilal Philips auf dem Rossmarkt in Frankfurt.
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Der vielfach als islamistisch eingestufte salafistische Prediger Pierre Vogel (r) und der als Hassprediger kritisierte Abu Ameena Bilal Philips auf dem Rossmarkt in Frankfurt.

Radikale Prediger in Frankfurt

Fundamental getrennt

2000 Muslime kommen zum Religions-Happening mit Pierre Vogel und Bilal Philips. Begleitet wurde die Kundgebung mit dem Titel „Islam – die missverstandene Religion“ von einer Demonstration gegen Fundamentalisten.

Von Timur Tinç

Pierre Vogel durfte am Mittwochabend doch predigen. Das Frankfurter Ordnungsamt hatte dem fundamentalistischen Islam-Prediger den Auftritt an der Hauptwache am Dienstag „aus Sicherheitsgründen“ noch untersagt. Dagegen hatte Vogels Anwalt beim Verwaltungsgericht Einspruch eingelegt. Erst kurz vor Beginn der für 18 Uhr geplanten Veranstaltung erteilte dann der Verwaltungsgerichtshof Kassel seine Erlaubnis für die Kundgebung.

Gemeinsam mit dem umstrittenen Prediger Bilal Philips wurde Vogel dann wie ein Popstar ab 18.45 Uhr am Roßmarkt von rund 2000 Zuhörern gefeiert. Männer und Frauen getrennt. Hinter dem mit Gittern abgesperrten Bereich standen nach Schätzungen der Polizei noch knapp 400 mehr.

Im Anschluss an die Veranstaltung marschierte Vogel umringt von zahlreichen Leibwächtern und mehreren Anhängern über die Zeil bis zur Konstablerwache. Ein Ordner schlug einem Fotografen dabei gezielt auf den Hinterkopf. Anderen Fotografen drohten sie an: „Wenn du nicht aufpasst, musst du dir um deine Gesundheit Sorgen machen.“

Die Menge skandierte bei dem Marsch in die Innenstadt – wie auch schon die ganze Zeit bei der Veranstaltung – „Allahu akbar“ (Gott ist der Größte). Begleitet wurde die Kundgebung mit dem Titel „Islam – die missverstandene Religion“ von einer Demonstration gegen Fundamentalisten. Die Grünen und die Antifa hatten unabhängig voneinander dazu aufgerufen. Auch die NPD. Zu Zwischenfällen kam es jedoch nicht.

Ganz zum Schluss ihres Vortrags, in dem es zunächst um Rassismus und die Islamophobie ging, distanzierten sich Bilal Philips und Pierre Vogel von Medienberichten, wonach sie sich für die Einführung der Scharia, dem islamischen Rechts- und Normengesetz, in Deutschland einsetzen würden. „Die Scharia kann nur in einem Land gelten, wo die Muslime die Mehrheit sind. Und die Muslime hier in Deutschland sind nur eine Minderheit“, sagte Vogel.

Auch Bilal Philips wollte klargestellt wissen, dass er keine Todesstrafe für Homosexuelle in irgendwelchen Ländern fordere. „Es ist eine Sünde, die nach der Scharia bestraft wird, wenn diejenigen, die den homosexuellen Geschlechtsverkehr durchführen, sich stellen oder von vier Zeugen dabei beobachtet werden.“ Aber das gelte eben auch nur in einem Land, wo die Scharia herrsche. „Meine Schwester ist homosexuell, aber dafür hasse ich sie nicht“, sagte Philips.

Bereits vor der Kundgebung hatte das Internationale Komitee gegen Todesstrafe und Steinigungen einen Informationsstand über entsprechende Vorfälle im Iran aufgebaut. „Wir wollen nicht, dass die Scharia irgendwo herrscht“, sagte Aktivistin Shahnaz Morattab.

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