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Für gerechte Bezahlung

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Von: Stefan Behr

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Auch Lehrkräfte in der Grundschule sollten nach A13 bezahlt werden, fordern die Demoteilnehmenden. Renate Hoyer
Auch Lehrkräfte in der Grundschule sollten nach A13 bezahlt werden, fordern die Demoteilnehmenden. Renate Hoyer © Renate Hoyer

Etwa 2000 bei Opernplatz-Demo für höheren Lohn auch in Hessen.

Was kann es für Grundschullehrkräfte Befreienderes geben, als einfach selbst mal Krach zu machen? Gut 2000 sind am Samstagmittag dem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefolgt und vom Gewerkschaftshaus im Kiez an den Opernplatz gezogen. Sie haben Trillerpfeifen, und sie benutzen sie.

Eine anglophone Besuchergruppe passiert die Demo und bittet ein Mitglied mit rudimentären Deutschkenntnissen, die Ursache des Lärms zu erforschen. Laut liest er vor, was auf dem nächsten Transparent steht: „Kreisverband Melsungen-Fritzlar - A13 für Grundschullehrkräfte“. Aber er kommt nur bis Melsungen. Dort erklärt er seinen Landsleuten, dass es sich wohl um eine innerdeutsche und daher schwer verständliche Angelegenheit handele.

Doch seine Rede geht unter in einem Lied, das aus den Boxen wummert, einem kirchentagskompatiblen Barrikadenhauer mit dem sperrigen Titel „A13 für alle per Gesetz“, was die Situation auch nicht unkomplizierter macht.

Dabei ist die Sache eigentlich ganz einfach: Hessens Grundschullehrkräfte fühlen sich mit A12 unfair entlohnt, weil in anderen Schulformen nach Besoldungsgruppe A13 verdient wird. Die meisten Bundesländer haben diese Unwucht bereits korrigiert, andere haben es zumindest vor, Hessen weder noch und findet sich damit in der obskuren Gesellschaft von Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Hessen wieder hinten

„Nächster Halt Hessen!“ ist daher der Appell der GEW Richtung Wiesbaden, weil für „Hessen wieder vorn!“ wäre es jetzt ohnehin ein bisschen zu spät.

Thilo Hartmann von der GEW formuliert auf der Demobühne erst einmal generell die beiden wohl ältesten Menschheitsträume - mehr Geld, weniger Arbeit -, ehe er den Unterschied in diesem speziellen Fall präzisiert: „7500 Euro im Jahr.“

Das Datum der Demo ist kein Zufall. Es ist der Tag, ab dem Grundschullehrkräfte rein rechnerisch und theoretisch für lau arbeiteten im Vergleich mit nach A13-Sätzen entlohnten Kolleg:innen.

„Dieser Zug muss endlich auch in Hessen Halt machen!“, fordert denn auch eine Grundschullehrerin aus Nordrhein-Westfalen, das schon eine Station weiter ist. Und, da ist sich die Kollegin sicher, das sei nur der erste Halt auf einer Reise Richtung Gleichbehandlung und Diskriminierungslosigkeit: „Denn wer A sagt, muss auch B sagen.“ Das allerdings könnte in diesem Fall schwierig werden. B13 gibt’s noch gar nicht. Die Besoldungsgruppe B endet bei 11.

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