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Für ein nachhaltigeres Frankfurt

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Von: Timur Tinç

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Die Skateboarder zeigen am Mainkai ihre besten Tricks.
Die Skateboarder zeigen am Mainkai ihre besten Tricks. © Renate Hoyer

Initiativen und Organisationen werben am Mainkai für Veränderungen in der Stadt. Die Sportaktionen wie Skateboarden und Tennis ziehen am Wochenende die Menschen an.

Wie wollen wir leben? Ausgehend von dieser Frage will das Netzwerk Nachhaltigkeit lernen und der Verein Umwelt lernen in Frankfurt mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen – bis zum 21. August zentral in der Innenstadt, am für den Straßenverkehr gesperrten Mainkai. „Die Mobilität in der Stadt soll sich ändern“, sagt Umweltlernen-Koordinatorin Monika Krocke. Im sogenannten Main-Zukunftspavillon sind 20 Initiativen, die sich und ihre Ideen vorstellen.

Seit vergangenem Freitag gibt es die Möglichkeit, sich zu informieren und auszutauschen. Dazu gibt es Livemusik von Mane Stelzer und Streetfood. Im Kern geht es darum, wie die Straßenverkehrsfläche anders und neu genutzt werden kann. „Man kann nicht einfach eine Straße sperren“, findet Krocke. Deshalb soll aus ihrer Sicht zunächst nur in den Sommerferien erprobt werden, was am Mainkai entstehen kann, und parallel sollte an einem Verkehrskonzept gearbeitet werden.

In den kommenden Tagen gibt es viele Mitmachangebote: Bienenwachstücher herstellen oder Experimente zum Thema Sonne. Auch sportliche Mitmachangebote gibt es: Am Samstag konnten die Besucher und Besucherinnen skaten oder Tennis spielen. In den kommenden Wochen sind mehrere Vereine und Organisationen vor Ort, um Klein und Groß am Flussufer in Bewegung zu bringen. „Die Sportsache ist großartig“, sagt Krocke. „Wir müssen uns fragen, wollen wir hier einen zweiten Hafenpark? Wir müssen uns damit auseinandersetzen: Was brauchen wir in der Stadt?“

Wende in allen Bereichen

Auf einer großen Tafel kann jede und jeder seine Ideen aufschreiben. Für einen nachhaltigen Lebensstil setzt sich auch das Projekt „Tarahumara Fans - Running for the planet“ ein. „Tarahumara sind mexikanische Indigene, die ein Leben lang nur eine Sandale tragen. Davon sind wir inspiriert“, sagt Elen Mary Machado. Jeden Dienstag treffen sich Sportbegeisterte um 18.30 Uhr im Grüneburgpark, um barfuß zu laufen. In Turnschuhen sei sehr viel Mikroplastik enthalten, das der Umwelt schade, so Machado. Eine gute Alternative seien die Barfußschuhe, die Interessierte auch bei den Workshops ausprobieren können.

Für ein Umdenken in der Architektur und beim Bauen setzt sich Susanne Petry, Mitglied im Vorstand des Umweltforums und Erste Vorsitzende des Vereins Zukunftshafen Frankfurt, mit dem Projekt Pier F ein. „Wir wollen die Baukulturwende vorantreiben, weil Bauen viele Ressourcen verbraucht“, sagt Petry. Sie setze sich für die Verwendung von natürlichen Materialien wie Stroh ein sowie für die Begrünung von Häusern. In den vergangenen Jahren hat sich aus ihrer Sicht eine Menge getan, bei vielen Architekt:innen gebe es ein Umdenken.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stellt seit ein paar Jahren ein steigendes Interesse an seinen Themen fest. „Wir finden es absolut wichtig, solche Sammelveranstaltungen mit Unterstützung der Stadt zu machen“, sagt Wolf-Rüdiger Hansen, Mitglied im BUND-Vorstand des Kreisverbands Frankfurt. Die Naturschutzverbände hätten alle eine Botschaft, die in den eigenen Zirkeln erarbeitet würden, aber auch nach draußen getragen werden müssten. Je mehr Bürger:innen sich engagierten, desto mehr Einfluss hätte das auf die Entscheidungen der Politik, glaubt Hansen.

Einen Wandel hat auch Monika Nahues vom Secondhand-Warenhaus Neufundland festgestellt. „Heute kaufen bei uns viele aus Nachhaltigkeitsaspekten ein“, sagt sie. Neben gebrauchter Kleidung gibt es auch gut erhaltene Möbel oder reparierte Elektro- und Haushaltsgeräte. Allerdings habe sich auch der Anspruch der Leute verändert, hat Nahues bemerkt. „Alles muss top sein. Kaum jemand ist bereit, selbst etwas sauber zu machen“, sagt sie. Über diese Themen möchte sie mit den Menschen in den kommenden Tagen ins Gespräch kommen.

Informationen zu den Programmen unter: www.bne-frankfurt.de sowie unter: www.sommerammain.de

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