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Frankfurt und Madrid im Städtevergleich: 5:2 für die Eintracht

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Von: Georg Leppert

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Der total objektive Städtevergleich zum Supercup-Finale der Frankfurter Eintracht gegen Real Madrid.

Wappen: Das Frankfurter Stadtwappen zeigt den Adler, ein majestätisches Tier. Damit ist der Punkt beim Städtevergleich fast immer sicher. Aber Madrid hat als Wappen wirklich etwas zu bieten. Ein Braunbär steht an einem Erdbeerbaum und reckt sich in Richtung der Früchte. Da steckt viel Eleganz drin. Es zeigt, dass Madrid eine Stadt ist, in der man (also die Menschen und die Bären) immer versucht, die besten Früchte zu pflücken. Eine Stadt, in der Bären eine Zukunft haben, weil sie nicht geschossen werden. Wozu auch, wenn sie sich nur von Erdbeeren ernähren? Unser Adler wirkt hingegen recht statisch. Wenn man ihn wenigstens im Flug zeigen würde, im Schnabel eine FFP2-Maske, um sie unbelehrbaren Menschen an der Bushaltestelle zu bringen... Punkt für Madrid. 0:1

Bäriges Wappen
Bäriges Wappen © Julie Woodhouse

Plätze: Wenn es um Plätze geht, sind sich Frankfurt und Madrid ziemlich ähnlich. Es gibt im Stadtzentrum einige davon. Sie sind  groß und machen durchaus etwas her. Im Sommer hat es auf ihnen aber gerne mal 45 Grad, weil es nicht so wahnsinnig viel Schatten gibt. Wobei das jetzt vielleicht etwas nörgelig klingt. Die Plaza Mayor in Madrid, die hat schon was, da kann der Goetheplatz nicht mithalten. Aber Anlass für den Städtevergleich ist ja Fußball, und da muss man sagen: Eintracht Frankfurt feiert Titel auf dem Römerberg – illegale Pyroshow und Pokalklau durch den Oberbürgermeister inklusive. Das ist viel authentischer als die protzige Plaza de Cibeles, auf der Real wieder und wieder feiert. Punkt für Frankfurt. 1:1

Frankfurt versteht, Plätze zu nutzen
Frankfurt versteht, Plätze zu nutzen © Sebastian Gollnow

Wintersport: Frankfurt und Madrid – beide Städte liegen nicht in klassischen Wintersportregionen. Wie lösen es die Bewohner:innen? Frankfurt: Sobald zwei Zentimeter Schnee liegen, schnappt man sich den Schlitten und fährt auf den Lohrberg. Gegen Mittag rodelt man dort nur noch über die schmutzige Wiese und ruiniert sich die Kufen. Also fährt man mit dem Ersatzschlitten in den Taunus, kommt aber nie an, weil die Zufahrt zum Fuchstanz überfüllt ist. Bei Madrid hingegen (23 Kilometer südwestlich) gibt es die Madrid Snowzone, die größte Skihalle Europas. Mit zwei Schleppliften und einem Sessellift. Und das hätte vielleicht 1980 einen Punkt gegeben, wobei auch damals das Klima schon... Aber heutzutage wird so ein Energiekiller im Städtevergleich direkt bestraft. Punkt für Frankfurt. 2:1

So geht Wintersport
So geht Wintersport © Rolf Oeser

Flughäfen: Über das Für und Wider des Frankfurter Flughafens ist an dieser Stelle während der langen Europacupsaison 2021/2022 alles geschrieben worden. Kommen wir zu Madrid. Da gibt es den Aeropuerto Madrid Barajas. 57,8 Millionen Fluggäste (vor Corona), vier Start- und Landebahnen, vier Terminals. So weit, so unspektakulär. Aber: Um den Hauptstadtflughafen zu entlasten, eröffnete man 2008 den Aeropuerto Ciudad Real. Dabei handelte es sich um Spaniens ersten privat betriebenen internationalen Flughafen. Super, dachten sich die Investoren: Geld, Geld, Geld. Nur wollte niemand den Flughafen nutzen, vielleicht weil er 230 (!) Kilometer von Madrid entfernt liegt. Drei Jahre später hat man ihn für Passagiermaschinen geschlossen. Peinlich. Punkt für Frankfurt. 3:1

Zum Spiel

Das Supercup-Finale zwischen Eintracht Frankfurt und Real Madrid wird am heutigen Mittwoch um 21 Uhr (Ortszeit: 22 Uhr) im Olympiastadion von Helsinki angepfiffen. Es ist das Duell zwischen Europa-League-Sieger (Frankfurt) und Champions-League-Gewinner (Madrid).

Im TV ist das Spiel auf RTL (frei empfangbar) zu sehen. Auch der Streamingdienst DAZN überträgt das Finale.

Nahverkehr: In Frankfurt gibt es neun U-Bahnlinien. Man reist damit leidlich bequem. Etwa von der Innenstadt in den Norden Frankfurts. Da fährt man ein paar Stationen U1, 2, 3 oder 8, steigt dann in den überfüllten Bus, der als Schienenersatzverkehr dient, streitet sich mit einem militanten Maskenverweigerer, steigt wieder aus, wechselt erneut in die U-Bahn und kommt irgendwann an. Kostet ungefähr drei Euro, den genauen Betrag haben wir vergessen – gibt ja jetzt Neun-Euro-Ticket. In Madrid ist man auf dem wohl am besten ausgebauten Schienennetz Europas unterwegs. 294 Kilometer Länge, 302 Stationen (nur Paris hat mehr). Das ist schon eine andere Liga. Punkt für Madrid, das Neun-Euro-Ticket ist trotzdem gut. 3:2

Schon eindrucksvoller als die Station Dornbusch.
Schon eindrucksvoller als die Station Dornbusch. © Reinhard Kaufhold

Olympische Spiele: Was wäre das schön gewesen: Der letzte Läufer des olympischen Fackellaufs nähert sich dem Stadion, noch bevor er auf der Tartanbahn ist, entreißt ihm der gerade gewählte Oberbürgermeister Peter Feldmann die Fackel, zündet das Feuer an, eröffnet in einer 54-minütigen Rede die Spiele von 2012 und kündigt dabei noch kostenlose Kita-Betreuung für alle an, woraufhin die schwarz-grüne Koalition aus Protest geschlossen das Olympiastadion im Europaviertel verlässt. Leider ist es so nicht gekommen. Die Frankfurter Bewerbung für die Spiele 2012 klappte nicht. Aber: Madrid scheiterte mit den Bewerbungen für die Spiele 1972, 2012, 2016 und 2020. Echt, die haben es vier Mal versucht. Tapfer, dennoch: Punkt für Frankfurt. 4:2

Fan-Feste: Wenn es um die Eintracht geht, verstehen wir Frankfurter:innen zu feiern. Zum Public Viewing des Europacup-Endspiels kamen 50 000 Menschen, und danach war Ekstase angesagt. Nun gut, auch in Madrid wurde der Champions-League-Triumph sehr ausgelassen gefeiert. Deshalb kommt es nun beim Supercup zum ultimativen Stimmungstest. Und wir prophezeien: Frankfurt gewinnt. Es gibt in Helsinki sogar ein Eintracht-Fan-Fest. Auf dem MuistopaikkaFK10. Nee, das war nur Spaß, das ist Finnisch und heißt Filip-Kostic-Gedächtnisplatz. Die bis zu 8000 Eintracht-Fans treffen sich im Kaisaniemi Park. Und selbst wenn Madrid auch ein eigenes Fest haben sollte – es wird viel kleiner, denn Real hat nur 1800 Tickets an seine Fans verkauft. Punkt für Frankfurt. 5:2 (Georg Leppert)

Wo läuft heute der Supercup zwischen Real Madrid und Frankfurt live im Free-TV und Stream?

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