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Von einem Marsch konnte Ostern 2020 in Frankfurt keine Rede sein. Renate Hoyer
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Von einem Marsch konnte Ostern 2020 in Frankfurt keine Rede sein. Renate Hoyer

Ostermärsche

Für den Frieden auf die Straße

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Bündnis ruft zum Ostermarsch in und nach Frankfurt auf. Aktionen in mehreren Städten

Das zweite Ostern mit Corona steht vor der Tür und damit auch der zweite Ostermarsch unter Pandemie-Bedingungen. Sofern von einem ersten überhaupt die Rede sein konnte. Vor einem Jahr nämlich waren im Frühlings-Lockdown fast sämtliche Aktionen der Friedensbewegung im Rhein-Main-Gebiet ausgefallen und teils verboten worden, wie ein geplanter Motorradkorso quer durch Frankfurt, den die Stadt per Verfügung kurzfristig untersagt hatte.

Diesmal soll es anders werden. „Wir haben im vergangenen Jahr gelernt, wie wir uns schützen können und trotz Corona nicht auf den Hinweis auf Frieden verzichten müssen“, sagt Willi van Ooyen, Sprecher des Ostermarschbüros im Frankfurter Gewerkschaftshaus.

Für die Osterfeiertage ruft ein Bündnis, zu dem Vereine, Gewerkschaften, Organisationen und Privatpersonen gehören, zu mehreren Veranstaltungen in der Region auf. Auftakt ist an Karfreitag in Bruchköbel, zur zentralen Abschlusskundgebung am Ostermontag treffen sich sechs Demonstrationszüge auf dem Frankfurter Römerberg. Losgelaufen wird vormittags an mehreren Orten in Frankfurt sowie in Offenbach; von Darmstadt und Eschborn aus startet jeweils eine Fahrraddemo.

marschieren und radeln für den frieden

Der Ostermarsch in Frankfurt am Montag, 5. April, umfasst verschiedene Aktionen und beginnt an mehreren Orten:

In Frankfurt startet er um 10.30 Uhr am Bahnhof Rödelheim mit Zwischenstopp um 12 Uhr am Bockenheimer Depot, sowie jeweils um 11 Uhr in Preungesheim vor dem US-Generalkonsulat in der Gießener Straße, Ecke Marbachweg, und in Niederrad auf dem Bruchfeldplatz.

In Offenbach findet um 10.30 Uhr eine Auftaktveranstaltung am Stadthof vor dem Rathaus statt.

In Darmstadt bietet das Darmstädter Friedensforum ein Fahrraddemo nach Frankfurt an. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Luisenplatz.
In Eschborn geht es um 9.30 Uhr vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Frankfurter Straße 11, mit dem Rad nach Frankfurt los.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Römerberg sprechen Dirimsu Derventli (Föderation Demokratischer Arbeitervereine, DIDF), der Theologe Eugen Drewermann, Cora Mohr von Rheinmetall-Entwaffnen Rhein-Main, Alain Rouy vom Mouvement de la Paix, und Joe Reinhartz von Greenpeace. Es moderiert Philipp Jacks (DGB Frankfurt). Kulturbeiträge kommen von Gabriele Kentrup, der Gruppe Politokk und dem Lale-Koçgün-Ensemble.
www.frieden-und-zukunft.de

In Bruchköbel laden die Hanauer Friedensplattform und der DGB Südost-hessen für Karfreitag, 2. April, ein zur Kundgebung für Frieden und Abrüstung. Beginn ist um 14 Uhr auf dem „Freien Platz“ am Alten Rathaus in der Hauptstraße. Aufgrund der stark steigenden Inzidenzzahlen verzichten die Veranstalter auf die traditionelle Demonstration, die als Auftakt der hessischen Ostermärsche gilt, sowie auf das Abschlussfest an der „Dicken Eiche“. Hauptredner ist der Osteuropaexperte und Linken-Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko. Zu weiteren Reden treten überwiegend Gewerkschafter:innen ans Mikrofon – darunter erstmals DGB-Regionsgeschäftsführerin Tanja Weigand. Lieder der Friedensbewegung spielt Robert Pfaff. Mitveranstalter sind die VVN-BdA Main-Kinzig, die Pax-Christi-Basisgruppe Gelnhausen, DIDF Hanau und die Naturfreunde Hanau-Rodenbach.
www.friedensplattform.de
Der Mainz-Wiesbadener Ostermarsch 2021 steht unter dem Motto „Für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewalt!“ und findet an Karsamstag, 3. April, turnusgemäß in Mainz statt. Auftakt ist um 10.30 Uhr in der Kaiserstraße gegenüber der Heidelbergerfassgasse und dem DGB-Haus. Eine Vielzahl von Initiativen, Vereinen und Organisationen ruft auf, verantwortlich zeichnet die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner:innen Mainz-Wiesbaden“. Die Abschlusskundgebung beginnt etwa um 12.30 Uhr auf dem Schillerplatz. Musik kommt von der Punkrock-Band Revolution Inc.
www.dfg-vk-mainz.de

Hygieneregeln mit Abstand und Maske gelten auf allen Veranstaltungen. myk

Vorige Woche hatte es erste Kooperationsgespräche mit Polizei und Behörden gegeben, Anfang dieser Woche nun habe das Ordnungsamt Frankfurt eine Vorabzusage erteilt, sagt von Ooyen. Es darf also für den Frieden marschiert werden, „unter Beachtung der Hygieneregeln mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz“.

Er könne nur sehr schwer einschätzen, mit wie vielen Teilnehmer:innen zu rechnen sei, angesichts der Situation und steigender Infektionszahlen lasse sich darüber nur spekulieren. „Ich gehe aber davon aus, dass sich auf allen Strecken zusammen einige Hundert Menschen auf den Weg machen werden.“ Für diejenigen, die lieber von zu Hause aus am Bildschirm dabei sein möchten, ist der Ostermarsch als hybride Version organisiert. „Wir wollen unsere inhaltlichen Positionen auch auf diese Weise öffentlich darstellen“, sagt van Ooyen. Die Abschlusskundgebung am Römer werde übertragen, einige Redner, wie Alain Reouy vom französischen Mouvement de la Paix, könnten ohnehin nicht auf der Bühne stehen, ihre Beiträge würden live eingespielt. Auch der 80-jährige Theologe und Kirchenkritiker Eugen Drewermann werde wohl nicht aus Paderborn anreisen, sondern zugeschaltet.

Auch wenn es grundfalsch wäre, den sogenannten Querdenkern allein das demokratische Recht auf Demonstrationsfreiheit zu überlassen: Ist es zu verantworten, in diesen Zeiten dazu aufzurufen, sich zu versammeln und zu demonstrieren? Oberstes Gebot sei natürlich, „die gesundheitsbestimmenden Maßnahmen einzuhalten“, sagt van Ooyen. So, wie es schon auf Gegendemonstrationen wie vor knapp zwei Wochen in Kassel praktiziert worden sei – was die Polizei allerdings nicht davon abgehalten habe, diese zu behindern, statt auf der anderen Seite die Abstands- und Maskenregeln durchzusetzen. „Wir sind in der Lage, auch unter Corona-Bedingungen unser Anliegen auf die Straße zu bringen“, sagt der Friedensaktivist und ehemalige Landtagsabgeordnete der Linken.

Das Motto der Friedensbewegung lautet „Abrüsten statt Aufrüsten“, auch und gerade in der Pandemie, die als „Brandbeschleuniger in aktuellen Konflikten und gesellschaftlichen Gewaltverhältnissen“ wirke, wie es im Aufruf heißt. „Die gesellschaftliche Ausgrenzung von Menschen wird spürbarer“, sagt van Ooyen. Notleidende gerieten immer mehr ins Abseits, auch aufgrund rechter und rassistischer Hetze. Doch statt Prioritäten zu setzen und in Gesundheit, Bildung und sozial-ökologischen Umbau zu investieren, gebe Deutschland lieber Geld für Rüstung und Militär aus, mehr als 53 Milliarden Euro im laufenden Jahr, das sei „Rekordniveau“. Van Ooyen spricht von Politikversagen. Es sei „anmaßend, weiterhin Kriege zu führen und nichts zum Frieden in der Welt beizutragen“.

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