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Frühstück bei Senckenberg vor der Frankfurter Demo

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Von: Thomas Stillbauer

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Klare Worte der „Fridays“ im März 2022 an der Hauptwache.
Klare Worte der „Fridays“ im März 2022 an der Hauptwache. © Renate Hoyer

Und weitere Aktionen in Frankfurt und der Region zum globalen Klimastreik am Freitag.

Zahlreiche Verbände und Institutionen beteiligen sich am Klimastreik oder rufen dazu auf.

Die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung teilt mit, sie begrüße die „Aktivitäten, die dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Politik zur Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen umzusetzen“. Sie lädt schon vorab zu einem offenen Klimafrühstück unter dem Motto „Senckenberg for Future“ ein.

Am Freitag, 9.30 bis 11.30 Uhr, können sich Schülerinnen und Schüler, Studierende, Bürgerinnen und Bürger bei Senckenberg über den Sachstand der Klima- und Biodiversitätsforschung informieren; je nach Wetter entweder vor dem Eingang des Forschungsinstituts, Mertonstraße 17, oder im Gebäude. Welche Auswirkungen hat der globale Klimawandel auf die Biodiversität? Wie stresst die globale Erwärmung Bäume in Frankfurt? Solche Themen sollen zur Sprache kommen.

Elf Wissenschaftler:innen von Senckenberg, dem Institut für sozial-ökologische Forschung (Isoe), und den Scientists4Future Frankfurt geben Antworten. Zudem bietet Senckenberg am Samstag und Sonntag öffentliche Sonderführungen zum Thema „Klima und Biodiversität“ im Naturmuseum an. Info und Anmeldung für Gruppen (Einzelpersonen können unangemeldet kommen): www.senckenberg.de/kalender/klimafruehstueck

Die Initiative Klimaentscheid Frankfurt trifft sich am Freitag um 12 Uhr an der Bockenheimer Warte, um mitzudemonstrieren und weitere Stimmen für den angestrebten Bürgerentscheid zum Klimaschutz zu sammeln.

DIE DEMO in Frankfurt

Für diesen Freitag, 23. September, hat die Bewegung „Fridays for Future“ den nächsten globalen Klimastreik ausgerufen.

12 Uhr: Kundgebung an der Bockenheimer Warte.

12.30 Uhr: Start des Demonstrationszugs Richtung Opernplatz und am Platz der Republik vorbei zurück nach Bockenheim.

ca. 15 Uhr: Rückkehr zur Bockenheimer Warte und Beginn eines Straßenfestes am Campus Bockenheim. ill

In der Region gibt es weitere Aktionen und Treffpunkte am Tag des Klimastreiks. Die zentrale Internetseite www.klima-streik.org verzeichnet etwa Treffen in Bad Homburg (Bahnhof, 16 Uhr), Schöneck (Fahrraddemo, Rathaus Kilianstädten, 18 Uhr), in Hanau (Freiheitsplatz, 14 Uhr), in Langen (Bahnhof, 11.30 Uhr), Gelnhausen (Untermarkt, 17 Uhr), Darmstadt (Friedensplatz, 14 Uhr), Groß-Gerau (Marktplatz, 15 Uhr), Mainz (Schillerplatz, 15 Uhr) und Wiesbaden (zunächst in den Reisingeranlagen um 12 Uhr, im Anschluss an den Klimastreik ein großes Konzert am Kulturpark mit Bands und Solo-Künstlern zu Klimagerechtigkeit).

Klimaschutz als gesellschaftspolitische Aufgabe verstehen: Dafür plädiert Flurina Schneider, die wissenschaftliche Geschäftsführerin des Instituts für sozial-ökologische Forschung (Isoe) und Professorin für Soziale Ökologie und Transdisziplinarität an der Frankfurter Goethe-Uni, im Vorfeld des Klimastreiks. Sie setzt auf Synergieeffekte zur Lösung der Klimakrise – gerade vor dem Hintergrund nachlassenden Interesses wegen der anderen Krisen. So hätten bei einer Umfrage in diesem Dürresommer 43 Prozent der Befragten die Meinung vertreten, Klimaschutz solle angesichts aktueller Krisen wie der Energiepreisentwicklung und des Kriegs in der Ukraine vorübergehend im politischen Handeln hintanstehen.

„Übergeordnete Krise“

„Dabei gerät aus dem Blick, dass die Klimakrise eine übergeordnete Krise von globalem Ausmaß ist, die schon heute erhebliche Schäden verursacht, die mit jeder Tonne CO2 zunehmen werden“, warnt Flurina Schneider. „Der Klimawandel ist daher keine Umweltkrise, sondern eine gesellschaftliche Krise. Verzicht auf heutiges Handeln treibt langfristig die Kosten umso höher.“

Weil Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen betroffen seien, müsse sich ein umfassendes Verständnis von Klimaschutz und Nachhaltigkeit durchsetzen: „Nur weil eine Aufgabe groß erscheint, sind kleine Lösungsschritte nicht abwegig. Im Gegenteil, wichtig ist, dass Lösungen für die Klimakrise grundsätzlich systemisch gedacht werden.“ Eine ressortübergreifende und gerechte Klimaschutzpolitik könne gleichzeitig gute Wirtschafts- und Sozialpolitik sein.

Politik müsse sich entschiedener positionieren und die gesellschaftlichen Veränderungen mitgestalten. „Die Menschen, die am 23. September erneut auch in Deutschland für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit demonstrieren werden, drängen deshalb zu Recht darauf, dass die Politik weitreichender als bisher Verantwortung übernimmt und entsprechend konsequent handelt“, urteilt Flurina Schneider. Der ganze Beitrag ist nachzulesen unter isoe.blog

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