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Das Anbaden zur Saisoneröffnung im Freibad Hausen ist für viele eine beliebte Tradition.

Frankfurt-West

Frühschwimmer in Sorge

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Das geplante städtische Bäderkonzept sorgt für viel Unmut in den Frankfurter Stadtteilen Rödelheim und Hausen. Fans des Freibads Hausen bangen um ihr beliebtes Frühschwimmen.

Die Sorge beim Freundeskreis des Freibad Hausen ist groß. „Kann mit Beginn des Neubaus für das Rebstockbad im Frühjahr 2020 auch das gewohnte Früh- und Karfreitagschwimmen gewährleistet werden?“, möchte ein älterer Herr von Sportdezernent Markus Frank wissen, der das städtische Bäderkonzept am Dienstagabend im Ortsbeirat 7 vorstellte. Denn vorgesehen ist, das Schulschwimmen vom Rebstockbad ins Hausener Freibad zu verlegen. Eine temporäre aufgebaute Tragehalle soll den Betrieb des beheizten Bades auch im Winter ermöglichen. Viele fürchten nun um den gewohnten Charme des kleinen Freibades.

Frank beruhigte die Anwesenden. „Wir müssen letztlich vier Schulklassen vom Rebstockbad nach Hausen verlegen.“ Die dortige Wasserfläche ließe sich in 14 Bahnen aufteilen. Eine Hälfte davon soll dem Schulschwimmen zur Verfügung stehen. Denkbar sei, das Bad gegebenenfalls schon um sechs Uhr morgens für die Frühschwimmer zu öffnen.

Für großen Unmut sorgt die geplante Verkleinerung der Liegefläche durch den Bau provisorischer Umkleiden und eines beheizten Ganges, der diese mit der Schwimmhalle verbinden soll. „Wir können Ihnen aber versichern, dass zur Errichtung der Halle keine Bäume gefällt werden müssen“, sagt Frank. „Ich sehe leider keine Alternative zur Nutzung des Bades durch Schulklassen. 50 Prozent der Kinder in Frankfurt können nicht schwimmen“, erklärte er den hohen Bedarf. Zudem seien die meisten Schulbäder marode und stark sanierungsbedürftig. „Wir haben der Schulverwaltung nun angeboten, den Betrieb und die Organisation der Bäder zu übernehmen.“ In einem Fall laufe bereits ein Experiment. Vielleicht sei es möglich, die Schulbäder dann auch außerhalb der Schulzeiten zu öffnen.

Für die Sitzungsteilnehmer sind die Probleme hausgemacht. „Allein in Rödelheim wurden zwei Lehrschwimmbäder aus Kostengründen geschlossen. Wäre es nicht möglich gewesen, ihnen finanziell unter die Arme zu greifen?“, wollte eine Frau wissen. Auch für den Ortsbeirat sind die vielen nichtschwimmenden Kinder ein Problem. Einstimmig hat das Gremium einen Antrag der Grünen verabschiedet. Gefordert wird kostenloser Eintritt für Kinder und Jugendliche in die Bäder der Stadt Frankfurt.

Auf großen Widerstand traf die Idee des Sportdezernats, die Saisonzeiten des Brentanobads auf Juni, Juli und August zu beschränken und einen Teil der Liegefläche Vereinen zur Verfügung zu stellen oder gar zu bebauen.

Genaue Pläne hierzu gebe es aber nicht, so Frank. Er sieht sich zu diesem Schritt aus ökonomischen Gründen gezwungen: „Aus Geld und Personalmangel müssen wir das Schwimmbad außerhalb der offiziellen Saisonzeit runterfahren, und es je nach Wetterlage heizen und öffnen.“

Eine App oder die Seite der Bäderbetriebe Frankfurt soll dann über die Öffnungszeiten informieren. Insbesondere die Idee, einen Teil der Liegewiese zu bebauen, stieß bei Publikum und Ortsbeirat auf wenig Verständnis. Schließlich befindet sich das Bad innerhalb des Grüngürtels.

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