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Vom neuen Regieraum im Hessischen Rundfunk aus werden künftig Wetterberichte in die ganze Bundesrepublik gesendet.

Wetterzentrum beim HR

Frisches Wetter vom Main

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Das neue ARD-Kompetenzzentrum des Hessischen Rundfunks versorgt zukünftig die Nachrichten im Ersten mit Wetterberichten.

Etwas ungewohnt ist das neue Studio in Frankfurt für Sven Plöger schon noch. Die optimale Position vor dem neuen Greenscreen, an welchem der Wettermoderator zukünftig das Wetter für die ganze Republik vorhersagen wird, will erst noch gefunden werden. Optimistisch sind jedoch alle Mitarbeiter, dass zum Start des neuen ARD-Wetterkompetenzzentrums am 1. Januar 2020 alles glatt laufen wird.

„Es ist wirklich ein tolles Studio“, schwärmt Silke Hansen, Leiterin des Kompetenzzentrums. „Es ist super, was die Kollegen da in nur zehn Monaten geschaffen haben. Wir haben hier die modernste Technik für die Wetterberichterstattung bekommen. Das macht Spaß als Moderator.“

Das neue ARD-Wetterkompetenzzentrum im Hessischen Rundfunk soll zukünftig die gesamte Wetterberichterstattung für das Erste, den WDR, den HR sowie den Digitalsender tagesschau24 produzieren. Für den NDR, den SWR, den SR und den RBB werden ebenfalls Berichte produziert. Doch das ist noch nicht alles. “Wir sind in Gesprächen mit weiteren Landesrundfunkanstalten. Wir wollen die Zusammenarbeit weiter ausbauen und weitere Sender mit ins Boot holen“, erzählt Hansen.

Kompetenz Das ARD-Wetterkompetenzzentrumstartet ab dem 1. Januar 2020 beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt.

Die gesamte Wetterberichterstattungfür das Erste, den WDR, NDR, SWR, RBB und den Saarländischen Rundfunk wird vom HR übernommen..

Zusätzlichwird das Programm des Internetsenders Tagesschau24 und Online- und Videotextseiten der Sender sowie diverse Radioprogramme vom Kompetenzzentrum versorgt.

Der Hessische Rundfunkproduziert damit täglich rund 35 Wetterberichte mit rund 100 Sendeminuten.

Durch die Bündelungder Wetterberichterstattung der ARD kann mit jährlichen Einsparungen in Höhe von 720 000 Euro gerechnet werden.

Das Projekt ist Teil des ARD-Strukturprozesses. „Die Aufsplitterung der Wetterberichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Sendern hat sich als nicht sinnvoll erwiesen“, erzählt Gabriele Holzner, Fernsehdirektorin des HR. „Wir wollten die Kompetenzen hier in Frankfurt bündeln und eine in sich konsistente Berichterstattung ermöglichen. Dies ist uns mit dem Kompetenzzentrum gelungen.“ Durch die Umstrukturierung könnten rund 720 000 Euro eingespart werden, da nun Wetterdaten zentral eingekauft werden können. Durch den zentralen Standort könnten Synergieeffekte entstehen und effizienter gearbeitet werden, erzählt Hansen.

So könnten zusätzlich zu den täglich anfallenden 35 Wetterberichten mit rund 100 Sendeminuten ebenfalls noch die ARD-Radioprogramme vom Kompetenzzentrum mit Vorhersagen versorgt werden. Ebenfalls werden Online- und Videotextseiten der Sender mit Informationen und Grafiken bestückt. Dafür muss das Team aus Redakteuren und Moderatoren variabel aufgestellt sein. „Wir arbeiten in 34 Schichten“, erzählt Hansen. Auf Kurzfristigkeit und Spontanität wird großen Wert gelegt im neuen Studio. „Wir müssen ja in der Lage sein, kurzfristig auf Entwicklungen reagieren zu können“, erklärt Hansen. „Wenn beispielsweise ein ARD-Brennpunkt stattfindet, zu dem wir etwas beisteuern sollen, haben wir immer genug Kapazitäten frei.“

Auch sonst ist die schnelle Reaktionsfähigkeit des Zentrums hilfreich. „Wir können vor allem dann richtig zeigen, was wir können, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht“, sagt Silke Hansen. Dies betreffe extreme Wetterereignisse wie Stürme, Starkregen oder Hitzewellen. „Das wollen wir in Zukunft noch besser machen, besonders schnell und gründlich reagieren. Das Thema gewinnt immer mehr an Bedeutung. Gerade durch den Klimawandel werden Unwettersituationen häufiger werden.“

Auch dafür ist die Zentralisierung der Wetterberichterstattung sinnvoll. So könne ein festes Protokoll im Unwetterfall abgespult werden. Die Startseiten der einzelnen Sendern werden automatisch mit Informationen umgeschrieben und in allen Programmen Unwetterwarnungen eingeblendet, die auf weitere Informationen im Videotext verweisen. Ebenso hätten sich die Sender verpflichtet, im nächstmöglichen Wortbeitrag auf das Unwetter hinzuweisen.

Für den Zuschauer soll sich aber insgesamt nicht viel verändern. Die Moderatoren, die bisher in den verschiedenen Wetterdiensten für das Erste die Wetterberichte moderierten, wechseln im Zuge der Umstrukturierung zum Hessischen Rundfunk. So bleiben Claudia Kleinert, Sven Plöger, Karsten Schwanke und Donald Bäcker dem Zuschauer erhalten. Sie alle präsentieren zukünftig das Wetter aus dem Funkhaus am Dornbusch. Vieles bleibt also beim Alten. Nur geringfügige Änderungen am Design sind zu erwarten. Zum Beispiel werden die Zuschauer der Tagesthemen von Januar an eine hübsche Wolkengrafik sehen, wenn das Wetter kommt – eine verschmerzbare Änderung.

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