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Der Historiker Saul Friedländer 2019 bei einem Auftritt im Deutschen Bundestag.

Auszeichnung

Friedländer wird ausgezeichnet

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Israelischer Historiker erhält den ersten Ludwig-Landmann-Preis, der Personen mit Mut und Haltung ausdrücklich würdigt.

Mit einem „Ludwig-Landmann-Preis für Mut und Haltung“ reagiert die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums in Frankfurt auf grassierenden Rechtspopulismus und Antisemitismus. Und der erste Preisträger ist der bedeutende israelische Historiker Saul Friedländer. Der heute 87-Jährige hat sich intensiv mit dem Holocaust und der Geschichte der nationalsozialistischen Terrorherrschaft beschäftigt.

Andreas von Schoeler, der frühere Frankfurter Oberbürgermeister, ist seit längerem der Vorsitzende der Freunde und Förderer. Er hebt vor den Journalisten hervor, dass man die Erinnerung an Ludwig Landmann mit dem Preis stärken wolle. Landmann war der letzte demokratisch gewählte Frankfurter Oberbürgermeister vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Er ging ins Exil und starb 1945, in den letzten Tagen der deutschen Besetzung der Niederlande in einem Versteck an Krankheit und Entkräftung.

Es ist bemerkenswert, welches bürgerschaftliche Engagement sich im Freundeskreis bündelt. Die Mitglieder sammelten zur Unterstützung des erneuerten und erweiterten Museums nicht weniger als sechs Millionen Euro.

Zu dieser Summe trugen kleine Beiträge von zehn Euro bei, aber auch die Spende eines reichen Mannes in Höhe von einer Million Euro.

Am 29. März 2020 kommt Friedländer zur Preisverleihung im Rahmen einer festlichen Gala nach Frankfurt. Die Laudatio wird der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) halten, der auf etliche Begegnungen mit Friedländer zurückblickt. Auch die Gala wird wieder ein Ereignis sein, bei dem Spenden für das Museum gesammelt werden.

Am 7. Mai organisiert der Freundeskreis im Kaisersaal des Frankfurter Römers ein Kammerkonzert von ganz besonderer Güte. Ehemalige und aktuelle Mitglieder des vom Dirigenten und Pianisten Daniel Barenboim gegründeten West-Eastern Divan Orchestra spielen Werke von Mozart, Schubert, Brahms und Piazzola. In diesem Orchester spielen Israelis undPalästinenser gemeinsam.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung an julia.zinser-hofmann@stadt-frankfurt.de.

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