+
"Fridays for Future" in Frankfurt: Protest trotz Regen und Osterferien.

Fridays for Future

„Fridays for Future“ in Frankfurt: Parolen im Nieselregen

  • schließen

Die Aktivisten von „Fridays for Future“ gehen auch in den Osterferien für den Klimaschutz auf die Straße. Sie wollen zeigen, dass es ihnen um die Sache geht.

Der junge Mann mit dem Megafon ruft, man werde sich von dem bisschen Feuchtigkeit nicht die Stimmung verderben lassen. „Der Regen ist uns genauso scheißegal wie der Politik der Umweltschutz!“ Die etwa 300 jungen Menschen, die sich auf der Konstablerwache versammelt haben, quittieren den Spruch mit Gelächter und Applaus. Und dann springen alle rhythmisch in die Luft und rufen dabei „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“.

Trotz Regenwetter und obwohl Osterferien sind, gehen Anhänger der Schülerprotestbewegung „Fridays for Future“ an diesem Freitag wieder für mehr Klimaschutz auf die Straße. Viele haben Regenschirme dabei, der Enthusiasmus der Aktivisten ist trotz des Regens ungebrochen. Weil sie am Karfreitag in der Innenstadt Müll gesammelt haben, ist es ihre erste Demonstration seit Beginn der Osterferien. Mit ihrem Protest wollen sie beweisen, dass es ihnen um die Sache geht. Und nicht etwa ums Schuleschwänzen, wie Kritiker ihnen vorgeworfen haben.

Und es sind durchaus nicht nur Schüler gekommen. „Es ist wichtig, für die Umwelt zu demonstrieren“, sagt etwa Kyra, die sich mit einer Freundin dem Protest angeschlossen hat. „Weil es nicht okay ist, dass wir die Natur nicht mit Respekt behandeln.“ Wie ihre Freundin sitzt die 24-jährige Sozialassistentin im Rollstuhl. Sie habe vor, die ganze Strecke mitzufahren, sagt sie.

Luca Peters von "Fridays for Future" in Frankfurt: Kein Ende der Proteste in Sicht

Anine Lindner aus Frankfurt und Dirk Borchers aus Oberursel sind ebenfalls zum Demonstrieren gekommen. Die beiden Freunde haben jeweils ihre beiden Kinder mitgebracht, das kleinste ein Jahr alt, das älteste sechs. „Mir macht das Thema große Sorge, wir sprechen zu Hause viel darüber“, sagt Lindner. Sie habe ihre Kinder mitgenommen, um ihnen zu zeigen, „dass man für die Veränderungen, die man will, auch eintreten sollte“. Borchers nickt. Ihm sei es wichtig, die Schüler bei ihren Protesten zu unterstützen, um zu zeigen, „dass das hier kein Kinderspaß ist“, sagt er.

Inzwischen hat der Demonstrationszug sich auf der Kurt-Schumacher-Straße in Richtung Günthersburgpark in Bewegung gesetzt. Dort ist später noch ein Picknick geplant. „Es gibt kein Recht auf Kohlebaggerfahren“, skandieren die jungen Demonstranten, und wenn sie eine Kreuzung überqueren, rufen sie in Richtung der wartenden Autos: „Motor aus! Motor aus!“

Viele haben wieder bunte Schilder mitgebracht, auf denen Parolen stehen wie „Kurzstreckenflüge nur für Insekten“ oder „Make love not Klimawandel“. Für die kommende Woche sei bereits die nächste Demonstration geplant, sagt Luca Peters vom Frankfurter Organisationsteam der „Fridays for Future“. Die Proteste würden auch nach den Osterferien auf jeden Fall weitergehen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Interview: Was die Rappern von Waving the Guns zu Fridays for Future zu sagen haben

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare