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„Esst Pflanzen, nicht den Planeten!“ Die Demonstration zieht am Euro-Zeichen auf dem Willy-Brandt-Platz vorbei.
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„Esst Pflanzen, nicht den Planeten!“ Die Demonstration zieht am Euro-Zeichen auf dem Willy-Brandt-Platz vorbei.

„Fridays for Future“

Tausende ziehen gegen Banken durch Frankfurt: „Ihr finanziert die Klimakrise“

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Der Protestzug der „Fridays for Future“ fürs Klima und gegen den Fianzsektor Banken in Frankfurt verläuft laut, aber friedlich – bis auf zwei Verstöße.

Frankfurt - Als hätte es der Klimawandel persönlich geplant: Ein beinahe apokalyptischer Sturzregen beendet am Freitag in Frankfurt den Demonstrationszug zum zentralen bundesweiten Klimastreik der „Fridays for Future“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen das Beste daraus und feiern das Finale ihres weitestgehend friedlichen Protestzuges teils badend im Brunnen auf dem Opernplatz, teils singend – und klatschnass.

Die „Fridays“ sprechen von 15.000, die Polizei von 5.000 Demonstrierenden. Sie hatten sich zunächst in Sternmärschen aus sechs Frankfurter Stadtteilen und per Rad aus Offenbach auf den Weg gemacht. Bei der Kundgebung an der Alten Oper, dem zentralen Treffpunkt, erklären mehrere Rednerinnen den Hintergrund des Klimastreiks. Kathrin Petz von der Umweltorganisation Urgewald wirft Banken und Energiekonzernen Scheinheiligkeit vor, wenn sie vorgäben, am Umbau der Energieversorgung zu arbeiten. Noch immer werde klimafeindliche Industrie unterstützt. „Im Ausland gibt es längst Banken, die aus der Kohlefinanzierung aussteigen“, sagt Petz. „Wir sind hier, um den Kohleunternehmen den Geldhahn abzudrehen.“

„Fridays for Future“ in Frankfurt: „Ihr finanziert die Klimakrise, verdammt noch mal!“

Eine Sprecherin der antikapitalistischen Organisation Ya Basta sagt unter dem Jubel der Zuhörerinnen und Zuhörer: „Das Überleben der Menschheit hängt von der Zerstörung des Kapitalismus ab.“ Winta Berhe von den Frankfurter „Fridays for Future“ erinnert daran, dass schon vor Jahrzehnten vor den Folgen des Klimawandels gewarnt wurde. Die Rechtfertigung des Finanzsektors, den Wohlstand erhalten zu wollen, lässt sie keineswegs gelten: „Ihr finanziert die Klimakrise, verdammt noch mal!“

Die größten Kreditinstitute sorgten „wenige Meter von hier“ dafür, dass die Klimakatastrophe immer weiter voranschreite, wirft Berhe den Banken vor. „Und unsere Regierung tut immer noch so, als wäre die Klimakrise weit entfernt und würde uns nie erreichen.“ Aber: „Ihr werdet uns immer und immer wieder auf der Straße sehen.“

Klimademo in Frankfurt: Stadt über Stunden lahmgelegt

Während des folgenden Demonstrationszuges verhalten sich die überwiegend jugendlichen Teilnehmer:innen höchst diszipliniert, tragen allesamt Masken, und lange Zeit sieht es danach aus, als beschränkte sich der angekündigte „Ungehorsam“ darauf, dass die Frankfurter Innenstadt über Stunden blockiert ist. Straßenbahnen und Busse sind über weite Strecken zum Warten verurteilt, für Autos gibt es kein Durchkommen.

Einzig vor den Zwillingstürmen der Deutschen Bank startet eine Gruppe – bevor die Demo losgeht – eine Aktion, bei der eine Figur verbrannt wird vor dem Schriftzug: „Don’t burn our future!“ (Verbrennt nicht unsere Zukunft). Und gegen Ende stoppt der Zug der Demonstrierenden auf der Kreuzung Junghofstraße und Neue Mainzer Straße. Für mehr als eine halbe Stunde geht dort nichts mehr. An einem nahegelegenen Gerüst klettern Aktivisten empor und entrollen ein Plakat mit dem Slogan „Just block it“, dazu Nebelkerzen mit grünem Rauch. Die Zugleitung gibt den jungen Teilnehmer:innen ausdrücklich die Möglichkeit, sich zu entfernen, bevor die Aktion losgeht, die die Polizei später als „vereinzelte Verstöße gegen das Versammlungsgesetz“ zusammenfasst. Bis dahin verläuft die Demonstration laut Polizei friedlich.

Aktivist:innen befestigen Banner bei Demo in Frankfurt: „Our future is not for sale“

Ganz vorn am Demozug tragen die „Fridays“ ein Transparent mit der Aufschrift „Our future is not for sale“ – unsere Zukunft ist nicht zu verkaufen. Eine Gruppe hat den Spruch „Wäre die Erde eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet“ dabei. Und immer wieder: „Brecht die Macht der Banken und Konzerne“.

Am Ende kehrt nur ein kleiner Teil der nassgeregneten, aber ausgelassenen Demonstrationsteilnehmer:innen zum Opernplatz zurück. Um 20 Uhr sind die Straßen wieder für den normalen Verkehr freigegeben. Und der Sturzregen scheint sich tatsächlich auf den Anlass konkret vorbereitet zu haben: In anderen Frankfurter Stadtteilen ist man erstaunt darüber, dass es geregnet haben soll. (Thomas Stillbauer)

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