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Jeden Freitag wird auch in Frankfurt für mehr Klimaschutz demonstriert.

Fragen und Antworten

Streik und Strafen

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Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Teilnahme an „Fridays for Future“

Dürfen Schüler und Schülerinnen streiken?
Ja, aber nicht während des Unterrichts. Denn da besteht Schulpflicht. Die gilt übrigens auch für Jugendliche, die nach Ablauf der neun Jahre langen Vollzeitschulpflicht beispielsweise eine gymnasiale Oberstufe besuchen. Eine ungenehmigte Teilnahme an den Schülerstreiks „Fridays for future“ gilt daher als unentschuldigtes Fehlen, also Schwänzen.

Kann die Teilnahme am Streik entschuldigt werden?
Nein. Laut Kultusministerium werden Entschuldigungen von Eltern, die das Fehlen ihres Kindes mit der Teilnahme am Streik begründen, nicht akzeptiert. Auch eine Vorlage der Landesschülervertretung für ein Entschuldigungsschreiben wird laut Ministerium nicht anerkannt. Die Staatlichen Schulämter haben diese Handlungsanweisung des Ministeriums an die Schulen weiterzugeben.

Welche Strafen drohen den Schülerinnen und Schülern?
Schulen dürfen unentschuldigtes Fehlen mit Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen belegen. Dazu gehört beispielsweise ein schriftlicher Verweis bis hin zur Versetzung in eine Parallelklasse oder der zeitweise Ausschluss vom Unterricht. Auch Geldstrafen für die Erziehungsberechtigten sind möglich. Diese beginnen bei fünf Euro und können im Wiederholungsfall bis zu 100 Euro am Tag betragen. Kultusminister Alexander Lorz hatte allerdings versichert, dass es keine „drakonischen Strafen“ geben werde. Vor allem aber werden unentschuldigte Fehlstunden in den Zeugnissen vermerkt. Gerade in Abschlusszeugnissen etwa der zehnten Klassen sind solche Fehlstunden bei Bewerbungen bei potenziellen Arbeitgebern von Nachteil.

Dürfen Lehrkräfte an den Aktionen von „Fridays for future“ teilnehmen?
Lehrkräfte müssen ihre Unterrichtsverpflichtung erfüllen. Tun sie dies nicht, müssen sie mit Sanktionen rechnen. Allerdings kann eine Lehrkraft die Teilnahme an der Demonstration im Einzelfall zur Unterrichtseinheit erklären. Dann muss allerdings die gesamte Klasse geschlossen teilnehmen.

Lesen Sie dazu auch: Interview mit drei Schülern, die für das Klima streiken

Wie gehen die Schulen damit um?
An einer Frankfurter Gesamtschule wird beispielsweise die Teilnahme an der Demonstration zwar als unentschuldigter Fehltag im Zeugnis eingetragen. Aber wenn es sich um Abschlusszeugnisse in der neunten und zehnten Klasse handelt, legt die Schule ein Schreiben bei. Darin wird erklärt, wie diese unentschuldigten Fehlzeiten zustande gekommen sind. Damit die Betriebe nicht denken, dass die Schüler in dieser Zeit permanent geschwänzt haben.

Zusammengestellt von Sandra Busch und Peter Hanack

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