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Freundschaft, Magie und großes Kino in Frankfurt

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Von: Thomas Stillbauer

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Alles so schön groß hier. Das 45. Lucas-Filmfestival hat begonnen.
Alles so schön groß hier. Das 45. Lucas-Filmfestival hat begonnen. © Christoph Boeckheler

Das Lucas-Filmfestival begeistert sein junges Publikum gleich zum Auftakt. Am Wochenende gibt es teils freien Eintritt und Angebote für ukrainische Familien.

Warum klettern Katzen immer in offene Kartons? Eine der großen Fragen des Lebens, wie sie beim Lucas-Filmfestival regelmäßig aufgegriffen werden. In diesem Fall ist es ein offener roter Koffer, in den Herr Schnurr (dargestellt vom rotbraunen Kater Rossi) sich begibt. Daher auch der Filmtitel: „Herr Schnurrs magischer Koffer“.

Inwiefern magisch, das wird hier natürlich nicht verraten – die Produktion aus dem Kurzfilmprogramm 2 des diesjährigen Festivals können Schulklassen nämlich noch bis zu den Weihnachtsferien online abrufen, und sämtliche anderen Lucas-Kurzfilme auch. Eine fünfte Klasse der Offenbacher Albert-Schweitzer-Schule hat ihn aber am Freitagmorgen schon gesehen. Wie war’s? „Schön“, sagt Aleandro nach der Vorstellung draußen vorm Cinema-Kino an der Hauptwache.

Lehrreiche Gänse

Im Kurzfilmprogramm 2 flog unter anderem eine Gans mit einem Kind davon (in dem Film „Das Kind und die Gans“), und die beiden hatten ein aufregendes Abenteuer zu überstehen. Konnte man da auch was lernen? Auf jeden Fall, sagt der zehnjährige Aleandro weise, „das mit der Gans war schon sehr lehrreich“. Es ging ja um Freiheit. Und um Freundschaft. Genau wie in „Herr Schnurrs magischer Koffer“ übrigens, und magischerweise ist an diesem Morgen auch der Filmregisseur persönlich da, Niklas Bauer aus Frankfurt. Hervorragend, denken sich die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler und löchern ihn mit Fragen: Wie lang dreht man an so einem 14-Minüter, wie wird man eigentlich Schauspieler, wo nimmt man die Idee für einen Film her? Bauer beantwortet alles gewissenhaft und freut sich. „Eine fantastische Premiere hier“, sagt der junge Regisseur. Zwei Kinderfilme gedreht, und schon mit einem davon beim ältesten und wichtigsten Festival der Republik fürs junge Publikum dabei. Und dann ist er auch noch ein Bekannter der Offenbacher Klassenlehrerin Ute Leonhardt.

So ergab eins das andere. Für die Lehrerin ein feiner Anlass, mit den Kindern zum Lucas zu fahren, aber natürlich nicht nur aus Gründen der Freundschaft. „Das ist vor allem ein schöner Unterrichtsgang“, sagt sie. „Die Kinder waren ja ewig nicht im Kino.“

63 FILME, VIER KINOS, DREI STÄDTE

Bis zum 13. Oktober zeigt Lucas, das internationale Festival für junge Filmfans, insgesamt 63 Filme in vier Kinos: in Frankfurt im Kino des Filmmuseums und im Cinéma, in Wiesbaden in der Caligari-Filmbühne und in Offenbach im Hafen 2.

Am Festivalsonntag, 9. Oktober, haben alle Familien freien Eintritt bis 17 Uhr ins Kino des Filmmuseums, in die Dauerausstellung und in die laufende Sonderschau „Im Tiefenrausch“. Dann laufen Filme für jede Altersstufe, unter anderem „Lucy ist jetzt Gangster“ mit dem ukrainischen Text, der über Kopfhörer eingesprochen wird. Für ukrainische Familien gibt es dann zudem spezielle Bastelangebote und Workshops – und für alle anderen Kinder natürlich auch.

Am 10. Oktober, dem Jahrestag der Frauensolidarität mit Afghaninnen gegen die Taliban, läuft beim Lucas der Dokumentarfilm „Lift Like A Girl – Stark wie ein Mädchen“ über eine junge ägyptische Gewichtheberin. Regisseurin Mayye Zayed wird vor Ort im Kino sein. Viele weitere Schauspielerinnen, Regisseure, Produzentinnen haben sich fürs Festival angekündigt. Voraufgezeichnete Interviews wird es auf Youtube zu sehen geben.

Alle Infos: lucas-filmfestival.de

Aleandro auch nicht. Aber wenn nicht gerade eine Pandemie dagegen spricht, geht er mit dem Papa für sein Leben gern ins Kino. Lieblingsfilm: „Sonic“. Worum geht’s? Es folgt eine ausführliche Inhaltsangabe, in deren Verlauf ein Böser auf einen anderen Planeten befördert wird, aber von wegen Happy End: „Im zweiten Teil kommt der Böse zurück.“ Wenn bloß mal irgendwas auf Anhieb klappen würde auf der Welt.

Abzüge in der B-Note

Am Kino finden alle von der FR befragten zehn- bis elfjährigen Fachleute an diesem Vormittag vor allem eins toll: „Es gibt den großen Bildschirm.“ Volle Punktzahl auch für die Atmosphäre (dunkel, andere Kinder, laute Musik, Popcorn). Abzüge in der B-Note aber von Tura: „Die Sitze gehen immer hoch und runter, hoch und runter.“ Also nicht von allein, sondern wenn man sich bewegt. Ilias schätzt den Aktualitätsvorsprung: „Im Kino laufen immer die neusten Filme.“ Da hat er natürlich einen guten Punkt.

Weitere neue Filme und solche, die erstmals in Frankfurt, Offenbach oder Wiesbaden zu sehen sind, gibt es in den nächsten Tagen beim Lucas. Dazu Gespräche mit Filmschaffenden, Rahmenprogramm, Filmpreise. Und Emotionen natürlich. Nicht zu knapp.

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