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Auch Skater kommen an dem Tag auf ihre Kosten.
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Auch Skater kommen an dem Tag auf ihre Kosten.

Radrennen Eschborn-Frankfurt

Die Freizeit-Radler sind die wahren Helden

  • VonJürgen Streicher
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Kälte und Wind beim Start in Eschborn können die Hobbyradler nicht bremsen. Die Jedermänner und -frauen sind teils extrem ehrgeizig.

Bei offiziell sechs Grad, gefühlt aber maximal drei Grad Plustemperatur und eiskalten Windböen ist das alles kein Spaß. Die Jedermänner (und -frauen) müssen als Erste ran, um 8 Uhr hat der Aufmarsch der wahren Helden längst begonnen. Die Profis liegen noch auf der faulen Haut, da beginnt in Eschborn die große Reise der Hobbyfahrer auf dem zugigen Parkplatz im Camp Phönix.

Gut verpackt in Muff, Schal und Tüchern kommen sie in bunten Horden auf ihren klackernden Schuhen zum Einklinken auf der Pedale angestakst. Gänsehaut auf den meist freigelegten Waden, rote Nasen, rote Ohren unter dem Helm. Die Freude wird erst später kommen, wenn sie die wahlweise 50, 90 oder 105 Kilometer der „Extremtour“ geschafft haben. Mal abgesehen vom statistischen Ausfall durch Pannen, Stürze oder Erschöpfung.

Und überhaupt, von ausschließlich Spaß und „Dabeisein ist alles“ kann hier nicht die Rede sein. Der Hobbyradler an sich ist extrem ehrgeizig, schon nach einer Stunde und 15 Minuten kämpfen die besten der 50er-Runde im Sprint um den Titel des schnellsten Jedermanns. Das ist aller sportlichen Ehren wert. Die letzten Starter sind da noch in der Warmrollphase, sie brauchen mehr als 30 Minuten von der Aufstellungszone über den Einfahrkorridor in die neutrale Passage, ehe das echte Rennen mit Zeitmessung wenig später für sie beginnt. Laut Streckensprecher 5348 Jedermänner (und -frauen) müssen erstmal ins Rollen kommen.

Bei ihrer Rückkehr spricht der Mann am Mikro im Werbepanzer eines Brause-Herstellers nur für ein paar Dutzend Fans, die Liebsten warten in der Mixed-Zone auf ihre ganz persönlichen Helden. Dort gibt es Bananen, Kuchen, meterlange dünne gefaltete Würstchen als „Proteinpaket“ und Bier der Kategorie 0,0 Prozent.

Die Liebsten haben sich rund um den Bratwurstgrill gewärmt. Mit Pommes und Currywurst zum Frühstück wie die junge Dame mit der bordeauxroten Mütze, die bei jedem Bissen per App verfolgen kann, wo der Freund gerade unterwegs ist. Ist das nicht langweilig? „Nein, ich habe ein Buch dabei und rechne fest damit, dass der Burger King bald aufmacht.“

Zarter Beifall für die Profis

Ein paar Hundert Zuschauer sind bei der Vorstellung der Profiteams auf der Bühne zwischen Ultra-Size-Möbelhaus und anderen Branchenriesen dabei. Zarter Beifall für die Russen vom Gazprom-Perspektivteam, freundlicher Applaus für die meist kleinen Männer aus Belgien, Holland, Polen und sonstwoher in ihren lustigen Hosen. Wer weiß schon, welch harte 215 Kilometer durch den Taunus auf diese warten, bevor sie sich in Frankfurt an der Alten Oper zujubeln lassen können.

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Die echten Fans wissen das. Sie treffen sich zu Tausenden an den absoluten Hot-Spots des Rennens. An der „Kanonenstraße“, wo es hinaufgeht zum Feldberg, am Ruppertshainer Berg, den die Stars gleich dreimal bewältigen müssen, und natürlich am legendären „Mammolsheimer Stich“ mit bis zu 23 Prozent Steigung, der viermal auf dem Programm steht. Eine Ehre für die schnellsten Jedermänner (und -frauen), dass sie da einmal dabei sein dürfen, wenn sie bis dahin mit einem Schnitt von 25 Stundenkilometern unterwegs waren.

Noch viel mehr Radsportfreunde wollten gerne am „Stich“ dabei sein, hatten aber das Pech, in eine Falle der Polizei zu geraten. Weil einer in Blau die rote Fahne im rechten Moment vergessen hatte, waren sie zur Mittagszeit für eine Stunde auf der Landesstraße 3005 zwischen Eschborn und Kronberg gefangen. Nichts ging mehr für die Autofahrer, weder vor noch zurück auf der vierspurigen Straße, ehe die Polizei Erbarmen hatte und den Tross von rund 250 Autos als mit Blaulicht gelenkte Geisterfahrer zurück nach Niederhöchstadt geleitete. Zu einer Abfahrt ins Ungewisse. Am „Tag der Arbeit“ hat in der Region nur das Fahrrad Vorfahrt. Laut Polizei ist der Verkehr in Frankfurt und Umgebung aber insgesamt ohne größere Behinderungen geflossen.

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