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Freiheit für wen?

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Von: Thomas Stillbauer

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Die Demo-Teilnehmenden zogen vom Holzhausenpark in die Innenstadt.
Die Demo-Teilnehmenden zogen vom Holzhausenpark in die Innenstadt. © Renate Hoyer

Corona-Maßnahmen-Gegner demonstrieren in Frankfurt für ihre Freiheit. Die Freiheit der anderen hat für sie offenbar Grenzen. Der Kommentar.

Warum berichten wir immer noch über „Querdenken“- und Anti-Impf-Demos? Verschaffen wir ihnen nicht zu viel Aufmerksamkeit? Die Frage ist berechtigt. Die Antwort: Wir berichten, weil es um die Wahrheit geht, immer, etwa auch um die Frage: Wann ist eine Demo friedlich?

Am Samstagabend sind die Marschierer:innen lautstark und in abscheulicher Weise über eine Gruppe mit anderer Auffassung hergefallen. Das war nicht friedlich. In diesem Moment waren die „Querdenker“ in der Mehrheit und die Rechte der Minderheit waren ihnen egal. Es war die Gelegenheit, kräftig auszuteilen. Zu Tausenden „Nazis raus!“ brüllen, aggressiv gegen ein paar friedliche Jugendliche und Anwohner:innen? Abstoßend und angsteinflößend.

Die Anti-Corona-Maßnahmen-Bewegung, eine klare Minderheit der Gesellschaft, darf Woche für Woche für ihre Freiheit durch die Stadt ziehen, Hygienevorschriften missachten, sich als Opfer gerieren. Die Gesellschaft duldet das, wenn auch mitunter widerwillig. Am Samstag hat sich gezeigt, dass es mit der Toleranz auf der anderen Seite nicht weit her ist. Da zählt wohl nur die eigene Freiheit. Auch das gilt es zu berichten.

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