+
„Steh auuuuf, wenn du’n Adler bist!“ Brillenbären im Zoo, für viele Kinder bald kostenlos zu sehen.

Kulturticket

Frankfurt: Freier Eintritt nach den Sommerferien

  • schließen

Die Stadt beschließt ein Kulturticket für Kinder und Jugendliche für etwa 30 Museen und den Zoo.

Nach den Sommerferien, also am 12. August, soll für etwa 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in Frankfurt eine neue Zeit beginnen. Sie werden dann in etwa 30 Museen der Stadt und im Zoo keinen Eintritt mehr bezahlen müssen. Statt dessen bekommen sie ein städtisches „Kultur-und Freizeitticket“. Einen entsprechenden Beschluss fasste am Freitag die Stadtregierung in Frankfurt.

Bereits vom 1. Februar an wird für alle Kinder bis 14 Jahren der Zugang zu städtischen Bädern kostenfrei. Voraussetzung ist bei den Bädern allerdings noch, dass die Stadtverordnetenversammlung am 31. Januar zustimmt.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sprach von einem „konkreten Schritt gegen Kinderarmut“. In einer reichen Stadt wie Frankfurt zeige sich Armut auch in mangelnder Teilhabe und Diskriminierung.

„Das ist der Beginn gelebter Teilhabe“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). In der Stadt wachse der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die unterhalb der Armutsgrenze lebten und die sich Kultur schlicht nicht leisten könnten. Es sei daher Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, „dass diese Kinder nicht abgehängt werden“, erklärte Hartwig. Alle Kinder in Frankfurt und Umgebung sollten die Möglichkeit haben, ein Museum zu besuchen. Die Kulturdezernentin verwies darauf, dass Frankfurt eine sehr junge Stadt sei. Fast 17 Prozent der Frankfurterinnen und Frankfurter seien unter 18 Jahre alt.

Lediglich Familien, die über ein Monatseinkommen von mehr als 4500 Euro verfügen, sollen künftig noch einen „moderaten Preis“ in den Museen und im Zoo entrichten. Was das genau heißt, ließ der Magistrat am Freitag ungeklärt. Auch viele weitere Fragen sind offen.

So schnell wie möglich soll zu den freien Eintritten ein Konzept vorgelegt werden. Geklärt werden muss zunächst, welche Museen und wieviele genau betroffen sind. Genannt wurden ausdrücklich auch das Städel-Museum und das Senckenbergmuseum. Beide verzeichnen einen hohen Zuspruch von Kindern und Jugendlichen. Unter anderem wurde am Freitag die Frage aufgeworfen, ob die Regelung auch für die Stadtteilmuseen in Frankfurt gilt.

Eine ganz wichtige offene Frage ist, wo das Kultur- und Freizeitticket von den Familien in Zukunft beantragt werden kann. Gegenwärtig ist vom Kultur- wie auch vom Sozialdezernat die Rede. Beide sind jedoch auf einen zusätzlichen Ansturm von Zehntausenden von Antragstellern überhaupt nicht eingerichtet.

Es müsste also womöglich zusätzliches Personal eingestellt werden. Um das Ticket zu erhalten, müssen die Familien einen Einkommensnachweis vorlegen. Das wirft Fragen des Datenschutzes auf. Schließlich muss auch ermittelt werden, wieviel Geld all den betroffenen Museen künftig durch den freien Eintritt verlorengeht.

Die Römer-Koalition hat allen betroffenen Häusern zugesagt, dass die Stadt den Einnahmeausfall in Zukunft ersetzt. Hier könnten mehr als eine Million Euro im Jahr zusammenkommen.

Mit den Beschlüssen vom Freitag setzte die Römer-Koalition jetzt konkret um, was unmittelbar vor Weihnachten im Rahmen mehrerer Klausuren in Umrissen vereinbart worden war.

Die Paulskirche soll zum „Demokratiezentrum“ umgestaltet werden. Das beschloss die Frankfurter Stadtregierung am Freitag.

Mit Unterstützung des Bundes soll ein Dokumentationszentrum zur Geschichte des Gebäudes eingerichtet werden.

Im Etat der Stadt werden zur Planung im Jahr 2019 rund 750.000 Euro bereitgestellt, Bisher waren nur 250.000 Euro vorgesehen.

Im Jahr 2023, zum 175-jährigen Jubiläum der Paulskirche, soll „möglichst“ alles fertiggestellt sein. jg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare