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Kommunalwahl

Freie Wähler wollen Rahul Kumar loswerden

  • Stefan Simon
    VonStefan Simon
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Ein Parteiausschlussverfahren gegen den Stadtverordneten läuft. Ein Grund dafür könnten mögliche Ungereimtheiten seines Hauptwohnsitzes in Frankfurt sein.

Die Freien Wähler haben nach Informationen der „Bild“ ein Parteiausschlussverfahren gegen ihren Stadtverordneten Rahul Kumar eingeleitet. Mit 8504 Stimmen war Kumar bei den Kommunalwahlen am 14. März als einziger Kandidat der Freien Wähler ins Stadtparlament gewählt worden.

Warum die Partei ihn anscheinend loswerden will, bleibt unklar. Kreisgeschäftsführer Eric Pärisch hält sich gegenüber der FR bedeckt: „Zu einem internen Verfahren kann ich keine Informationen geben.“ Kumar selbst sagt, er habe keine Kenntnis von einem möglichen Parteiausschlussverfahren: „Diese Gerüchte gibt es schon lange. Warum die gegen mich so massiv laufen, verstehe ich nicht.“

Möglicherweise steht das Parteiausschlussverfahren im Zusammenhang mit Ungereimtheiten mit Kumars Hauptwohnsitz in Frankfurt. „Die Meldebehörde hat einen Hinweis erhalten und ermittelt nun, ob Kumar in Frankfurt wohnt“, sagt Günter Murr, Sprecher von Baudezernent Jan Schneider (CDU). Zunächst werde geprüft, ob Kumar die Wohnung ordnungsgemäß angemeldet habe. „Wenn das nicht der Fall ist, wird die Anmeldung von Amts wegen korrigiert.“

Bis 2019 war Kumar für die FDP als Stadtrat in Kelsterbach tätig. Seit etwa einem Jahr wohne er in Frankfurt, wie er der FR auf Nachfrage bestätigt. Er ist Mitinhaber eines ambulanten Pflegedienstes im Stadtteil Höchst. Seit der Corona-Pandemie sei er stark eingespannt und müsse auch nachts arbeiten. Um seine Familie zu entlasten, habe er sich eine Wohnung in Höchst gemietet, die in der Nähe seines Pflegedienstes liege.

So lautet zumindest die offizielle Version Kumars. Unter seiner Frankfurter Adresse ist laut Amtsblatt auch sein Bruder Surinder Kumar gemeldet, der bei den Kommunalwahlen in Frankfurt ebenfalls für die Freien Wähler kandidierte. Ebenso listet Kumar die Multinationale Organisation Rhein-Main (MOR) unter seiner Höchster Anschrift. Auf seiner Webseite wird zudem das Symbol der Organisation, ein Pfau, angezeigt.

Kritik an Wahlkampf

Möchte man Kumar eine E-Mail schicken, ist als Kontaktadresse der Förderverein für Kinder (KfK) angegeben, dessen Geschäftsführer er ist. Der Verein hat seinen Sitz in Kelsterbach. Auch auf der Webseite des Ortsvereins des Sozialverbands VDK Hessen-Thüringen, dessen Vorsitzender Kumar ist, steht seine Kelsterbacher Adresse. Kumar sieht darin keine Ungereimtheiten.

Bereits sein Wahlkampf galt als fragwürdig. Wie die FR im März berichtete, finanzierte Kumar mit dem Geld des spendenbasierten Vereins KfK vier Wahlvideos. Die Kosten lagen laut dem Transparenzbericht von Google bei 1000 Euro. Kumar trat dem Verdacht entgegen und sprach von einem Missverständnis. In jedem dieser Wahlvideos ist der Pfau der MOR zu sehen.

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