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Die „Armutszeugnisse“, zur langen Protestkette aufgereiht.

Protest

Demonstranten fordern freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Frankfurt

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Gleich zwei Demos gibt es vor der letzten Sitzung des Stadtparlaments vor den Ferien.

Die Demonstranten vor dem Haupteingang des Römer rufen im Chor: „Eins, zwo, drei – ab morgen fahren wir frei!“ Fünfundzwanzig Minuten noch bis zum Beginn der letzten Sitzung des Stadtparlaments vor der Sommerpause. Und städtische Personalräte fordern noch einmal mit Nachdruck ein kommunales Jobticket, mit dem sich landesweit öffentliche Verkehrsmittel nutzen lassen – nach dem Vorbild des Landes-Tickets Hessen für Bedienstete des Landes.

Personaldezernent Stefan Majer (Grüne) verspricht wenig später im Gespräch mit der FR die Einführung eines „Kommunal-Tickets“ in Frankfurt, das zumindest „zu bestimmten Zeiten“ auch hessenweit freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln biete. Dafür setze er sich gerade in den internen Verhandlungen um den geplanten städtischen Doppel-Haushalt 2020/2021 ein, sagt der Stadtrat. Den Demonstranten vor dem Römer geht das nicht schnell und nicht weit genug. Sie greifen zum äußersten Mittel des Protests – und ernennen die Nachbarstadt Offenbach zum positiven Vorbild. „Ei, wer hätte das gedacht, dass Offenbach es besser macht!“

Nur wenige Hundert Meter entfernt, einige Minuten später. Vor dem Eingang des Rathausgebäudes Paulsplatz 9 versammeln sich Beschäftigte von offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen freier Träger. Sie protestieren dagegen, dass die Stadt ihre Einrichtungen nicht ausreichend finanziell unterstützt.

Dafür stellen die Mitarbeiter der Stadt „Armutszeugnisse“ aus, aufgereiht zu einer langen Kette, die mit Wäscheklammern zusammengehalten wird. Unter der mangelnden Ausstattung durch die Stadt müssten insbesondere Kinder und Jugendliche leiden, die ohnehin von Armut und sozialer Benachteiligung betroffen seien. Es bleibt noch viel zu tun für die Stadtverordneten nach der Sommerpause.

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