1. Startseite
  2. Frankfurt

Freibadsaison startet bei 1,5 Grad

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Clemens Dörrenberg

Kommentare

Klein und Groß haben Spaß beim Anschwimmen im Freibad Hausen.
Klein und Groß haben Spaß beim Anschwimmen im Freibad Hausen. © Rolf Oeser

Das Freibad Frankfurt-Hausen startet in die neue Saison. Die ersten Schwimmer gehen bei einer Lufttemperatur von 1,5 Grad ins Wasser.

Es ist stockdunkel. Es ist kalt, gefühlte Minustemperaturen. Und trotzdem bildet sich am Freitagmorgen am Hausener Freibad schon vor 6.30 Uhr eine Besucherschlange. Rund 20 Personen warten auf Einlass, als die Kasse zum ersten Mal in dieser Saison geöffnet wird.

Die Badekleidung tragen die Frühaufsteher offenbar drunter. Denn nur wenige Momente nach Einlass pflügen die ersten Sportler bereits durchs Wasser, das an den Beckenrändern laut in die Abwasserkanäle schwappt. Eine Tafel am Bademeister-Türmchen, mit Kreide beschrieben, weist zwei Grad plus Außentemperatur und 26 Grad im Becken aus. Der Temperaturunterschied bringt das warme Nass zum Dampfen.

Im dunklen Nebel sind trotz Beleuchtung andere, nur wenige Meter entfernte Schwimmer kaum zu erkennen. Vögel zwitschern, leichter Chlorgeruch liegt in der Luft. Ein klarer Himmel lässt sich durch die Dunkelheit bereits erahnen. Noch karge Bäume umrahmen das Becken.

Birgit Rehbinder steht im Badeanzug, die Schwimmbrille auf dem Kopf, mit den Füßen im seichten Wasser. „Mit dem ersten Schwung eintauchen zu können“, das habe sie heute so früh aus den Federn gebracht. Sie wartet auf ihren Partner Fouad Boudra. Der 65-jährige Rödelheimer ist erstmals beim „Anschwimmen“ dabei. „Oh, es ist tatsächlich warm“, sagt er, als er die ersten, zaghaften Schritte auf der Treppe ins Becken macht und ergänzt: „Eieiei, wer hatte eigentlich diese Idee?“. Es war der Sohn, der vor vier Jahren mit der Mama zum ersten Mal beim Hausener Saisonauftakt ins Becken sprang. Der ist heute übrigens im Bett geblieben.

Dafür ist die Zahl der Frühschwimmer nach einer Viertelstunde auf etwa 30 angestiegen. Das Becken ist gut gefüllt, auch der Nichtschwimmerbereich wird genutzt. Viele ziehen mit Badekappe und Schwimmbrille alleine ihre Bahnen. Zwei Frauen schwimmen nebeneinander und unterhalten sich. Zwischendurch begrüßen sie Neuankömmlinge mit einem freundlichen „Guten Morgen“.

Marion Sabaschkow steht im Wintermantel mit Halstuch am Beckenrand. „Ich wäre heute gerne mitgeschwommen“, sagt die 60-Jährige aus dem Nordend. „Das Anschwimmen lassen wir uns nie entgehen.“ Diesmal aber habe sie eine langwierige Grippe ausgebremst. Aus Erfahrung weiß sie, dass es gegen 10 Uhr schon relativ voll sei.

Für Beweisfotos hat sie ihren Partner Roland Winnerl begleitet, den sie per Handy ablichtet, als er den Beckenrand erreicht. „Ich habe schon Angst davor rauszugehen“, sagt Winnerl. Raus in die Kälte. Am schlimmsten sei der Weg zur Umkleide, ergänzt er und dreht zur nächsten Bahn ab.

Ins Hausener Bad kämen jährlich bis zu 130 000 Badegäste, berichtet Frank Müller, Geschäftsführer der Frankfurter Bäderbetriebe. „Wir haben viele treue Besucher.“

Die treuesten können gegen acht Uhr hinter Wohnhäusern und dem Ginnheimer Spargel zunächst einmal sehen, wie die Sonne langsam aufgeht. Sie kündigt einen klaren Morgen an.

Auch interessant

Kommentare