Gleichberechtigung

Frauentag, kein Muttertag

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Gewerkschafterinnen und antikapitalistische Aktivistinnen demonstrieren am Freitag, 8. März, gemeinsam. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr der Frankfurter Kaisersack.

Der Aufruf der Gewerkschaftsfrauen zum Internationalen Frauentag kündigt eine neue Gangart an: „Der Frauentag war viele Jahre eine Form ritualisierter betrieblicher Muttertag“, heißt es da. Die Kämpfe und Proteste seien „überwiegend verloren“ worden, geblieben seien nur die Rosen. Deshalb fordert der Frauenausschuss des Deutschen Gewerkschaftsbundes die Frankfurterinnen und Frankfurter auf, sich dem weltweiten „Frauenstreik“ anzuschließen, der in der Stadt am Main am Freitag, 8. März, um 15.30 Uhr im Kaisersack beginnt.

„Wenn wir die Arbeit niederlegen, steht die Welt still“, heißt es in dem Aufruf weiter. Gemeint sind nicht nur die vielen schlecht bezahlten Arbeitsplätze, Mini- und Midi-Jobs, die in die Altersarmut führen, sondern vor allem auch die viele unbezahlte „Sorgearbeit“: Es sind die Frauen, die die Kinder betreuen und die Angehörigen pflegen. Hinter dem Namen „Frauenstreik“ verbirgt sich eine weltweite Bewegung von Frauen und Queers, die ihre Verletzungen nicht länger verschweigen und die alltägliche Gewalt, die ihnen begegnet, thematisieren wollen. Ab 18 Uhr wird zur Party ins Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77, eingeladen – „all genders welcome“.

Der „Frauenstreik“ wird auch von verschiedenen Initiativen mitgetragen, die die Abtreibungsparagraphen 218 und 219a abschaffen wollen. Es sei an der Zeit, „ Schwangerschaftsabbrüche endlich zu entkriminalisieren“, schreiben die Aktivistinnen und fordern „sexuelle Selbstbestimmung“. Als Zeichen des Protests werden sie ein schwarzes X im Gesicht tragen.

Die FR lädt ein „Mein Körper, meine Entscheidung. Wir müssen wieder über Abtreibung reden“, heißt die Podiumsdiskussion, zu der FR-Chefredakteurin Bascha Mika am Donnerstag, 7. März, 19 Uhr ins Haus am Dom, Domplatz 3, einlädt.

Ihre Gästesind Caritas-Direktorin Gaby Hagmans, die Ärztin Christiane von Rauch und der CDU-Fraktionschef im Römer, Michael zu Löwenstein. Der Eintritt ist frei. ft

In einer Mitteilung an die Presse betonen die Aktivistinnen, dass ein selbstbestimmtes Leben erst möglich sei, wenn die bestehenden kapitalistischen und patriarchalen Strukturen überwunden werden. Ausdruck der Fremdbestimmung seien auch die „ständig stattfindenden menschenverachtenden Abschiebungen“, die „Residenzpflicht für Geflüchtete“ und „Meldeauflagen für Kriminalisierte“.

Auch die Frankfurter Volkshochschule beteiligt sich am Weltfrauentag. Bereits am Donnerstag, 7. März, 19 Uhr, ist eine Informationsveranstaltung mit Sonia Ahmadi und Harpreet Cholia über die Situation der Frauen in Afghanistan anberaumt. Die Teilnehmer treffen sich im Mehrgenerationenhaus in der Idsteiner Straße 91. Ebenso wie zu den beiden folgenden VHS-Terminen muss man sich anmelden (Buchungsnummer 0700-05) und eine Gebühr (fünf Euro) bezahlen.

Der „Überraschungsspaziergang“ am Freitag, 16.30 Uhr, Buchungsnummer 0208-03, kostet acht Euro. Er beginnt am Eingang der Paulskirche und soll an die Frauen erinnern, die sich im 19. Jahrhundert für Frauenemanzipation, Gleichberechtigung und Partizipation eingesetzt haben.

Am Abend, ab 18.30 Uhr, ist die Musikerin und Botschafterin der Friedensbewegung, Joan Baez, Thema: im VHS-Zentrum in der Sonnemannstraße 13 (Buchungsnummer 0701-20, Eintritt zwölf Euro).

Vergleichsweise etabliert begeht die Stadt Frankfurt den Internationalen Frauentag von 19 bis 22 Uhr im Kaisersaal mit geladenen Gästen und einer Rede zur Begrüßung von Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

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