RÖMERBRIEFE

Frau Feldmann im Verhör

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    Georg Leppert
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Die Ehefrau des Oberbürgermeisters arbeitet wieder. Jetzt muss Peter Feldmann seinen Worten Taten folgen lassen. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Göpfert: Du hast doch ein Kind in einer Krabbelstube, oder?

Leppert: Ja, aber sicher nicht in Sossenheim.

Göpfert: Das ist aber schade.

Leppert: Ich ziehe jetzt bestimmt nicht um, damit wir Infos aus erster Hand bekommen.

Willkommen bei den garantiert coronafreien Römerbriefen, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Wir haben wichtigere Themen. Zum Beispiel: Zübeyde Feldmann, die Gattin des Oberbürgermeisters, hat einen neuen Job.

Jetzt erinnern wir uns mal gemeinsam: Frau Feldmann leitete die deutsch-türkische Kindertagesstätte im Ostend und wurde dafür offenbar fürstlich entlohnt. Ihr Mann sagte zunächst, er wisse über die genauen Modalitäten sehr wenig und erklärte später, er hätte sich mehr kümmern müssen. Und genau daran muss sich Peter Feldmann jetzt messen lassen, denn seine Frau arbeitet wieder. Diesmal in einer AWO-Kita in Sossenheim. Dort kümmert sie sich um die ganz kleinen Kinder.

Nun muss Peter Feldmann halt wirklich aufpassen, denn er kann es sich nicht noch einmal erlauben, dass seine Frau mehr verdient als andere Menschen in vergleichbarer Position. Nach frei erfundenen FR-Informationen hat sich Feldmann deshalb von Yanki Pürsün (FDP), dem Chefaufklärer der AWO-Affäre, einen 26-seitigen Fragenkatalog erstellen lassen und Zübeyde nach ihrem ersten Tag ins Verhör genommen. Die Römerbriefe drucken Auszüge des Gesprächs.

Herr Feldmann: Zübeyde, wie viel verdienst du?

Frau Feldmann: Es sind XXXX Euro (Zahl durch Redaktion geschwärzt).

Herr Feldmann: Und wie viel verdient deine Kollegin?

Frau Feldmann: Genau so viel.

Herr Feldmann: Aber betreut sie auch genau so viele Kinder? Weil: Wenn sie heute zwölf Kindern den Popo abgewischt hat und du nur elf, dann wäre das ungerecht. Dann wärst du überbezahlt, und wir müssten Geld zurückgeben.

Frau Feldmann: Äh...

Herr Feldmann: Was gab es heute für die Kinder zu essen?

Frau Feldmann: Fischstäbchen.

Herr Feldmann: Haben alle Kinder aufgegessen?

Frau Feldmann: Natürlich nicht.

Herr Feldmann: Aber ich darf davon ausgehen, dass du keines der liegengebliebenen Fischstäbchen gegessen hast. Sonst müssten wir das zurückgeben,

Frau Feldmann: Äh. Das wird mir etwas zu intim.

Herr Feldmann: Hast du dich in der Mittagszeit mit den Kindern hingelegt?

Frau Feldmann: Ja, das ist mein Job.

Herr Feldmann: Schon klar, aber du bist da nicht selbst eingeschlafen, oder? Sonst müssten wir sagen, dass wir das Gehalt für die von dir verschlafene Arbeitszeit zurückgeben.

Frau Feldmann: Nein, Peter, ich bin nicht eingeschlafen, und ich habe auch keinen Dienstwagen, und ich hasse übrigens Fischstäbchen, und die Kinder mögen mich und haben mir ein Bild gemalt...

Herr Feldmann: Die Kosten für das Druckerpapier müssten wir aber erstatten.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppertberichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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