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Flughafen Frankfurt: Fraport soll für Schienenanschluss zahlen

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Die CDU im Frankfurter Römer drängt auf eine Bahnanbindung für Terminal 3. Eine Mehrheit im Römer sei gewiss.

Fraport muss sich an den Kosten der Schienenanbindung des neuen Terminals 3 beteiligen, fordert der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Römer, Nils Kößler. „Für Flugreisende sind Geschwindigkeit und Anschlussqualität wesentliche Faktoren.“ Bei Fraport hingegen herrscht weiterhin die Meinung vor, dass das neue Transportsystem für 4000 Personen pro Stunde sowie die 8500 neuen Parkplätze ausreichen für die bis zu rund 25 Millionen Passagiere, für die das neue Terminal ausgelegt ist. Das sei schon wesentlich mehr, als der Planfeststellungsbeschluss fordert, argumentiert Unternehmenssprecher Dieter Hulick. Das neue Terminal werde so gebaut, dass ein Schienenanschluss möglich ist. „Wir würden ihn grundsätzlich begrüßen.“ Doch in puncto Kostenbeteiligung sieht sich Fraport weiterhin nicht in der Pflicht. Verschließe sich aber nicht den Gesprächen mit dem Land.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte am Dienstag mit der DB Netz einen Planungsvertrag abgeschlossen, wonach das Land in Vorleistung für die Planungen tritt. „Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ist als Aufsichtsratsvorsitzender jetzt gefragt, bei der Flughafengesellschaft Fraport eine Entscheidung zur Kostenbeteiligung herbeizuführen“, meint Kößler und versichert: „Die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung wird das unterstützen.“ Die Union werde darauf achten, dass die Anbindung der S-Bahnlinie 7 verbindlich im neuen Gesamtverkehrsplan enthalten ist. „Denn die Anreise zum Flughafenterminal und umgekehrt die Fahrt in die Frankfurter City darf in einer hochmobilen Region wie dem Rhein-Main-Gebiet nicht zu einer umständlichen Umsteige-Tour werden.“

Fraport sieht es anders

Das sieht Fraport anders: Die Konzentrierung der Bahnhofe für den Fern- und Regionalverkehr sei an großen Flughäfen üblich, sagt Hulick. „Dass alles an einem Punkt stattfindet, macht durchaus Sinn.“ Al-Wazir wiederum argumentiert damit, dass die Kapazitäten des Flughafen-Regionalbahnhofs schon jetzt erschöpft sind. Die Anbindung von Terminal 3 an die S7 und den Regionalverkehr soll Entlastung bringen. Das Vorhaben steht in engem Zusammenhang mit dem Ausbau der ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim, für dessen nördlichen Abschnitt das Planfeststellungsverfahren in diesem Jahr eingeleitet werden soll. Um keine Zeit zu verlieren, finanziere das Land die 5,5 Millionen Euro für die Vorplanung vor. Eine Kostenbeteiligung Fraports, so Al-Wazir am Dienstag, sei „wünschenswert und angemessen“.

Nach Kößlers Darstellung hat sich die Lage durch den neuen Haltepunkt für S8 und S9 in Gateway Gardens nochmals verschärft habe. „Die Züge sind einfach voll“, sagt der CDU-Mann. Eine Anbindung des neuen Terminals an die S-Bahnhöfe Zeppelinheim, Mörfelden und Walldorf keine Lösung und genüge nicht den „Premium-Qualitätsansprüchen des Frankfurter Flughafens“. Für die Linken-Fraktionschefin im Landtag, Janine Wissler, lenkt die Debatte vom eigentlichen Thema ab: „Das stetige Wachstum des Flughafens ist schon ohne Terminal 3 – egal mit oder ohne Schienenanbindung – für die Region mehr als unverträglich.“

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