+
Nur wer Glück hat, kommt pünktlich in Frankfurt an.

Flugverkehr

Fraport hat die meisten Verspätungen

  • schließen

Frankfurt führt das Negativranking an, hat sich aber leicht verbessert. Insgesamt sieht sich die Branche europaweit auf einem guten Weg.

Der Frankfurter Flughafen ist nicht nur der größte der Republik. Er ist auch der mit den meisten Verspätungen. Rund 30 Prozent aller Starts waren im ersten Halbjahr dieses Jahres verspätet oder fielen ganz aus. Das ist etwas weniger als 2018; damaks waren es über das gesamte Jahr gesehen 33,9 Prozent. Hinter Frankfurt folgen München und Berlin-Tegel. Diese Bilanz hat am Mittwoch die Organisation für Fluggastrechte, AirHelp, veröffentlicht. Demnach starteten deutschlandweit jeden Tag rund 605 Flüge nicht nach Plan. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Flughäfen seien enorm.

Auffällig sei, dass die Airports in den neuen Bundesländern gute Pünktlichkeitswerte erzielten, sagte Unternehmenssprecherin Laura Kauczynski. In Leipzig/Halle etwa lägen die Verspätungen bei lediglich 14,5 Prozent. „Das kann natürlich auch daran liegen, dass diese Flughäfen kleiner und dadurch leichter zu koordinieren sind.“

Wie sie betonte, treffe die Airportbetreiber selten die Schuld an Unregelmäßigkeiten. „Unserer Erfahrung nach sind die häufigsten Gründe dafür Probleme im Betriebsablauf der Airlines, schlechtes Wetter, Streiks oder auch technische Probleme.“ Kauczynski wies auf die Rechtslage hin, wonach Passagiere bei Verspätungen ab drei Stunden sowie Flugausfällen unter Umständen Anspruch auf finanziellen Entschädigungen haben. Diese können bis zu 600 Euro betragen. Lediglich jeder zehnte Deutsche wisse davon.

Laut dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft hat sich die Pünktlichkeit auch im europäischen Luftverkehr leicht verbessert. Der Luftfahrtgipfel in Berlin habe Positives bewirkt, sagt Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow in der Halbjahresbilanz am Mittwoch. „Die Maßnahmen, die die Branche im Oktober 2018 mit der Politik vereinbart und umgesetzt hat, zeigen Wirkung.“ Insgesamt hätten die Fluggesellschaften die Zahl ihrer Reserveflugzeuge verdoppelt, Flugpläne überarbeitet, am Boden und in der Luft zusätzliche Pünktlichkeitspuffer eingebaut. Die Flughäfen hätten mehr Personal und Platz für Passagier- und Gepäckkontrollen zur Verfügung gestellt. Die Deutsche Flugsicherung habe ihre Ausbildungskapazitäten erhöht, mit Mitarbeitern Vereinbarungen für Mehrarbeit getroffen. Auf einigen Strecken seien Flüge auf niedrigere Flughöhen abgesenkt, um den oberen Luftraum zu entlasten.

Fraport sieht sich ebenfalls auf einem guten Weg. Das Wachstum stelle den Konzern vor große Herausforderungen, sagt eine Sprecherin der Frankfurter Rundschau. „Allein seit Beginn der Osterferien wählten mehr als 20 Millionen Passagiere den Flughafen Frankfurt als Abflug- und Ankunftsflughafen.“

Trotz dieser Zahlen und der Komplexität der Prozesse habe Fraport die Pünktlichkeit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern können. Bei Bewertung des Airport-Rankings müssten auch die Frankfurter Besonderheiten betrachtet werden: „Das hohe Verkehrsaufkommen sowie die starke Konnektivität am Standort sind letztlich bei einem Vergleich der Flughäfen immer zu berücksichtigen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare