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Erfolgreiche Integration: Tesfu Araya (links) und Mohammad Ali Sadiqi bei der Arbeit.

Flüchtlinge in Frankfurt

Frankfurts Straßen sind bunt

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FES integriert in Frankfurt Flüchtlinge mit einem neuen Programm. Es gibt auch schon die ersten erfolgreiche Absolventen.

Am Anfang herrschte noch ein wenig Skepsis – mittlerweile will keine der Arbeitsgruppen sie mehr hergeben: Mohammad Ali Sadiqi und Tesfu Araya haben erfolgreich ihr vierwöchiges Praktikum bei der FES absolviert.

Die Flüchtlinge aus Afghanistan und Eritrea sind die ersten Teilnehmer des Qualifizierungsprogramms in der Straßenreinigung, das in Kooperative mit der Initiative Joblinge im Sommer dieses Jahres angesetzt wurde. Nach der ersten Einarbeitungsphase folgt nun eine halbjährige Qualifikationsphase, bei der die beiden Männer in unterschiedliche Arbeitsgruppen integriert werden. Danach besteht die Möglichkeit auf eine befristete Anstellung, mit Option auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Sadiqi und Araya sind froh, dass sie die Chance bei FES bekommen haben. Ihnen gefällt die Arbeit und das kollegiale Verhältnis. „Ich hatte noch nie so gute Kollegen wie hier“, erzählt Sadiqi freudig. Der 26-Jährige ist 2006 aus Afghanistan geflohen und interessiert sich schon länger für eine Anstellung bei FES. Araya kam 2016 aus Eritrea und denkt weiter in die Zukunft: „Am liebsten möchte ich meinen Führerschein machen und Lkw-Fahrer werden“, erzählt der 23-Jährige. Die Chancen stehen gut, das Feedback war bislang positiv – Kollegen loben besonders seine Technikaffinität.

Integration hat für das Entsorgungs- und Flächenreinigungsunternehmen einen hohen Stellenwert – unter den 1844 Mitarbeitern gibt es 45 verschiedene Nationen. „Wir haben viel Erfahrung bei der Integration. Mehr als 50 Prozent der Mitarbeiter haben einen Migrationshintergrund. Bei der Straßenreinigung sind es sogar 70“, so Benjamin Scheffler, Geschäftsführer von FES. „Bisher ging es immer friedlich zu. Es gibt keine Vorfälle von ethnischen Konflikten.“

Durch Integrationsprogramme reagiert das Unternehmen auch auf den Fachkräftemangel an Berufskraftfahrern. Seit 2012 wurden deshalb fünf unterschiedliche interne Ausbildungsprogramme ins Leben gerufen, die teilweise in Eigenregie und teilweise in Kooperation durchgeführt wurden. Neben Flüchtlingen soll so auch Menschen aus sozial schwierigen Verhältnissen eine Chance gegeben werden.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen) sieht in dem Entsorgungsunternehmen eine Vorbildfunktion für andere Betriebe: „FES bietet jungen Menschen eine Chance zu zeigen, was sie können.“

Auch FES-Geschäftsführer Scheffler sieht die positiven Wirkungen aus den Ausbildungsprogrammen: „Die Quote von Leuten, die weiterhin für FES arbeiten ist sehr hoch.“ Allerdings wünscht er sich vor allem seitens der Politik klare Rahmenbedingungen zur Integration von Flüchtlingen im Betrieb: „Viele Regulierungen sind nicht durchschaubar. Es wäre hilfreich, wenn es hier eindeutige Gesetze geben würde.“ Damit mehr motivierte Leute wie Sadiqi und Araya kommen.

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