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OK, der Frankfurter Wäldchestag fällt in diesem Jahr wieder aus, doch Thomas Feda blickt gerne nach vorne. Zum Beispiel auf 2024: Da findet die Fußballeuropameisterschaft in Deutschland statt. Feda plant mit seinem Team bereits jetzt das Rahmenprogramm.
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OK, der Frankfurter Wäldchestag fällt in diesem Jahr wieder aus, doch Thomas Feda blickt gerne nach vorne. Zum Beispiel auf 2024: Da findet die Fußballeuropameisterschaft in Deutschland statt. Feda plant mit seinem Team bereits jetzt das Rahmenprogramm.

PORTRÄT DER WOCHE

Frankfurts Stadtmanager

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Die Corona-Krise hat Thomas Feda hart getroffen, doch der Geschäftsführer der Tourismus- und Congress GmbH verbreitet Optimismus.

Er soll lächeln. Schließlich macht er ja Mut. Verbreitet regelmäßig Zuversicht. Dazu passe doch ein Lächeln, finden Fotograf und Reporter der FR. Doch so richtig strahlen kann und will Thomas Feda nicht. Das liegt nicht daran, dass er nicht optimistisch in die Zukunft schauen würde. Feda, von Beruf Geschäftsführer der städtischen Tourismus- und Congress GmbH, glaubt daran, dass es von nun an aufwärts gehen wird. Doch der 53-Jährige ist einfach nicht der Typ, der gerne in Kameras grinst. Feda ist ein bedächtiger Mensch, der nicht zu emotionalen Ausbrüchen neigt. So will er sich auch dargestellt sehen. Nicht als Gute-Laune-Onkel in Krisenzeiten. Das wäre nicht authentisch. Und Authentizität ist Thomas Feda wichtig.

Vor ein paar Tagen hat er gemeinsam mit Oberbürgermeister Peter Feldmann das Aus für Museumsuferfest und Bahnhofsviertelnacht verkündet. Länger hätte man unmöglich mit dieser Entscheidung warten können, denn große Feste bräuchten viel Vorlauf, erklärt Feda. Den Wäldchestag im Stadtwald hatte er deshalb schon vor Wochen abgesagt. Hunderttausende hätten in den vergangenen Tagen zum Rummel in den Wald kommen sollen. Heute hätte das Wäldchesschießen des Magistrats auf dem Programm gestanden. Vermutlich hätten die Zeitungen launige Berichte darüber veröffentlicht, wie das so ist, wenn wütende CDU-Dezernenten auf Grüne treffen, von denen sie sich verraten fühlen – und alle Beteiligte tragen dabei Waffen. Schön wäre es gewesen. Doch die Corona-Pandemie kennt keine Konjunktive. Und so fällt der Wäldchestag das zweite Mal in Folge aus.

Bitter seien diese Tage, sagt Feda. Keine Feste, keine Messen, kaum Gäste in der Stadt. Seine Hoffnung: Kleinere Feste wie das Mainfest, die eben nicht lange im Voraus bis ins letzte Detail geplant werden müssen, könnten stattfinden. Ebenso wie die Herbstdippemess. Und vor allem der Weihnachtsmarkt. Für den müsse ein gutes Konzept her, die Stände sollen sich weiträumig verteilen, auch auf der Zeil und entlang des Mainufers sollen sie stehen. Wenn dann weiter in hohem Tempo geimpft werde, dann könne es den Markt in diesem Jahr geben, sagt Feda. Das ist seine Prognose, die er mit Zahlen und Plänen belegt, dafür muss er nicht in die Kamera lächeln.

Für Thomas Feda ist es die erste Krise, seit er 2007 als Stadtmanager anfing. 2006 hatte Frankfurt unter Fedas Vorgänger Günter Hampel bewiesen, dass die Stadt Großveranstaltungen kann. Nirgendwo war die Fußballweltmeisterschaft so intensiv, so eindrucksvoll gefeiert worden wie in der riesigen Fanmeile am Mainufer. In der Folge wurden die Feste in Frankfurt immer größer, immer mehr Menschen besuchten die Stadt. Feda vermeldete Rekord nach Rekord, die Hoteliers waren glücklich. Und dann, fast von heute auf morgen: Alles auf null. Nun muss Feda kämpfen, muss Konzepte entwickeln, die vielleicht bald wieder überholt sind, weil sich diese verdammte Pandemie schwer voraussagen lässt.

Thomas Feda ist niemand, der sich kleinkriegen lässt. Bevor er ins Büro an der Kaiserstraße zog, gab es durchaus Widerstände. Schließlich war er zuvor Geschäftsführer der Frankfurter CDU. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) setze einen Parteifreund auf einen wichtigen Posten, hieß es.

Feda kann heute über die Debatte lächeln: „Als Geschäftsführer macht man keine Politik“, sagt er. Im Sommer 2022 läuft sein Vertrag aus. Auch Menschen, die politisch weit weg von der CDU stehen, finden, dass Feda bleiben sollte.

Wenn wir schon dabei sind, seinen Lebenslauf rückwärts zu erzählen: Als sich Feda bei der CDU bewarb, hatte er gar keine Ahnung von Frankfurt. In Franken, seiner Heimat, hatte er seit 1987 als Zeitsoldat gedient und es bis zum Hauptmann gebracht. Nicht bei der kämpfenden Truppe: Feda zog durch Schulen und hielt Vorträge über Sicherheitspolitik.

Nach 13 Jahren jedenfalls wollte er weg von der Bundeswehr. Als studierter Staats- und Sozialwissenschaftler bewarb er sich bei der CDU, wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und tat, was er immer tut, bevor er Gespräche führt und Netzwerke knüpft: Er informierte sich über sein Gegenüber: So erfuhr er, dass der damalige CDU-Vorsitzende Udo Corts Major der Reserve ist. Als ihn Corts zum Gespräch in sein Büro bat, salutierte Feda. Auch das hinterließ Eindruck.

Thomas Feda blickt gerne nach vorne. Auf eine Zeit, in der auch große Feste wieder möglich sein werden. 2024 findet die Fußballeuropameisterschaft in Deutschland statt. Feda plant mit seinem Team bereits jetzt das Rahmenprogramm. Mehr darf er dazu nicht sagen, aber zu klein denkt Feda für die EM bestimmt nicht. Die Menschen sollen dann wieder feiern. Ganz ohne Corona.

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