Nahverkehr

Frankfurts große Bus-Offensive

Die Stadt will den öffentlichen Nahverkehr weiter ausbauen, vor allem auch nachts.

Die Stadt Frankfurt arbeitet weiter am Ausbau ihres Nahverkehrsangebots. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember sollen deutlich mehr Busse unterwegs sein. Die Busoffensive umfasst drei Aspekte: die Einrichtung von Metrolinien, die rund um die Uhr unterwegs sind, Expressbuslinien, die auf bereits bestehenden Routen deutlich schneller sein sollen, und dazu eine deutliche Ausweitung des Angebots bei Nacht. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gab sich bei der Präsentation der Maßnahmen am Mittwoch euphorisch: „Aus meiner Sicht ist das ein Hammer.“

Zwei Jahre lang hatten die Verkehrsplaner und die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq an der Ausweitung des Angebots gefeilt. Zum einen sollen Kapazitäten geschaffen werden für die weiter wachsende Stadt, zum anderen erhoffen sich die Verkehrsplaner jährlich bis zu 2,2 Millionen zusätzliche Nutzer im städtischen Nahverkehr, überwiegend Autofahrer. Daher bezeichnen die Verantwortlichen die Tatsache, dass mehr Busse unterwegs sein werden, auch als ökologisch sinnvoll.

Die Hoffnung auf neue Nutzer gründet sich nicht zuletzt darauf, dass bei einer dichten Taktung, ähnlich wie bei der U-Bahn, keine Fahrpläne mehr studiert werden müssen. So sollen die Metrobuslinien tagsüber mindestens alle zehn Minuten, an Sonn- und Feiertagen viertelstündlich und nachts alle halbe Stunde unterwegs sein.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) kündigte an, die Stadt werde bei Bussen künftig eine „Produktdifferenzierung“ vornehmen, so dass Nutzer einem Bus ansehen könnten, wie häufig und schnell er verkehre. Metrobusse etwa sollen an einem „M“ erkennbar sein, Quartierbusse in naher Zukunft an einem „Q“. Mit den drei Expressbuslinien „X“ sollen Fahrgäste künftig auch deutlich schneller unterwegs sein. So könne die X61 vom Südbahnhof über Gateway Gardens zum Terminal 1 bis zu 15 Minuten Fahrzeit einsparen, versprach Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold.

Die dritte Säule der Busoffensive ist vor allen Dingen für Nachtschwärmer und Schichtarbeiter interessant. So sollen ab Dezember nachts alle Linien im Halbstundentakt bedient werden und zwar auf dem Liniennetz, auf dem tagsüber U- und Straßenbahnen verkehren. Die Unterscheidung zwischen Tag- und Nachtnetz werde somit weitgehend aufgehoben.

Der Vorstoß der Stadt kommt zu einem Zeitpunkt, da die öffentlichen Verkehrsmittel wegen der Corona-Krise eher weniger genutzt werden. Verkehrsdezernent Oesterling gab sich aber zuversichtlich, dass die Nutzung bald wieder zunimmt. Daher soll ab dem Freitag vor Pfingsten auch der Nachtfahrplan bei U-Bahnen und Bussen wieder gelten. Die Linie U8, die nachts am stärksten frequentiert wird, soll ab Dezember nachts sogar alle 15 statt alle 30 Minuten verkehren.

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