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Frankfurts Gorilla-Mama Dian ist tot

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Von: Thomas Stillbauer

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Dian im Jahr 2011 mit Quembo, einem ihrer fünf Babys. Quembo entwickelte sich prächtig.
Dian im Jahr 2011 mit Quembo, einem ihrer fünf Babys. Quembo entwickelte sich prächtig. © Monika Müller

Ihre Menschenaffengruppe und der Zoo trauern um die 33-jährige Primatin. Die Menschen konnten das gesellige Tier seit zwei Jahren nicht mehr besuchen.

Ihre Familie und die Gruppe, in der sie lebte, konnten sich von ihr verabschieden. Die Zoobesucherinnen und Zoobesucher nicht. Gorillaweibchen Dian ist bereits vor zwei Wochen gestorben, wie der Zoo am Donnerstag bekanntgab. Das Publikum hatte sie seit zwei Jahren nicht zu Gesicht bekommen, weil im Menschenaffenhaus, dem Borgori-Wald, wegen der Corona-Infektionsgefahr für Primaten noch immer keine Besuche möglich sind.

Dian, die ihren Namen mit der berühmten Gorilla-Verhaltensforscherin Dian Fossey teilt, wurde 33 Jahre alt. Sie sei erblindet und habe starke Schmerzen gehabt, teilt der Zoo mit. „Ein artgerechtes Leben in der Gruppe war ihr nicht mehr möglich.“

Stolz aufs erste Baby

1989 war Dian im Burgers’ Zoo im Niederländischen Arnheim geboren worden. Als Sechsjährige zog sie nach Frankfurt um und war ein gut integriertes Mitglied der Gruppe, zunächst mit Silberrücken Matze, später mit dem neuen Sippenoberhaupt Viatu. Dian brachte fünf Jungtiere auf die Welt. Erfahrene Zoofans erinnern sich gut daran, wie stolz sie über das erste Baby war. „Die stand so da: Hier isses!“ und habe sich ganz groß gemacht, berichtete Dauerkarteninhaber Rainer Schillings einst der FR.

Zweimal „Gorillinge“

Doch Dian hatte nicht mit allen Sprösslingen Glück. Von ihren 2015 geborenen und zunächst als Sensation gefeierten Zwillingen überlebte keines. Zwillingsgeburten von Gorillas sind selten. Doch 2017 bekam Dian erneut „Gorillinge“; diesmal überlebte eines der beiden Affenkinder.

In jüngster Zeit bemerkten Pflegerinnen und Pfleger, dass Dian sich immer häufiger zurückzog. Offenbar litt sie unter Kopfschmerzen. Bei einer Untersuchung in der Tierklinik Hofheim stellten die Fachleute eine Entzündung der inneren Augenhaut fest, die dazu führte, dass Dian unweigerlich erblindete. Ein Glaukom verursachte die starken Schmerzen.

Das Leben wäre für Dian zur Qual geworden

Wie hätte ein blinder Gorilla weiterleben können? Nur noch getrennt von der Gruppe im Innenbereich, erklärt der Zoo – aus Sicherheitsgründen. Für ein soziales Wesen wie ein Gorilla-Weibchen sei das unzumutbar.

„Die Entscheidung, das Gorilla-Weibchen einzuschläfern, war nicht leicht“, betont Zoodirektorin Christina Geiger. Entschieden habe ein Gremium aus Zooleitung, Tierärztin, Kuratorin und dem Tierpflegeteam gemeinsam mit den Veterinärbehörden. Die zoologischen und veterinärmedizinischen Gorilla-Experten des europäischen Zooverbandes hätten aus Erfahrung bestätigt, dass eine Einschläferung unausweichlich sei, um dem Tier Leiden zu ersparen. „Wir haben Dian in ihrer vertrauten Umgebung eingeschläfert“, berichtet Direktorin Geiger, selbst Zootierärztin, „und den anderen Mitgliedern der Gruppe Zeit gegeben, sich von ihr zu verabschieden.“

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