Coronavirus

Frankfurts Gesundheitsdezernent warnt vor Panik bei Corona

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Stefan Majer hält die Stadt für gut vorbereitet. Beim Gesundheitsamt gehen viele besorgte Anrufe ein

Panik ist der schlechteste Ratgeber“: So lautet der Leitsatz von Frankfurts Gesundheitsdezernent Stephan Majer (Grüne). Er war Donnerstagnachmittag in den Haupt- und Finanzausschuss des Stadtparlaments geeilt, um die Stadtverordneten über den jüngsten Stand im Kampf gegen das Corononavirus in Frankfurt zu informieren.

Majer sieht keinen Anlass zur Sorge. In Frankfurt gebe es keine Menschen, die am Virus erkrankt seien. „Wir befürchten auch keine Pandemie“, fügte der Politiker hinzu.

Allerdings gibt es offenbar großen Informationsbedarf in der Bevölkerung. „Bei uns glühen die Drähte“, berichtete der Leiter des Stadtgesundheitsamtes, René Gottschalk, über zahlreiche Anrufe besorgter Menschen. „Es gibt viel Sorge, viel Angst“, sagte der Mediziner im Ausschuss.

Die Stadt sei allerdings auch vorbereitet für den Fall, dass eine Pandemie ausbreche, erklärte Gesundheitsdezernent Majer. Es existiere ein kommunaler Pandemieplan, der zuletzt 2012 aktualisiert worden sei. Dieser sehe „eine Vielzahl eingreifender Maßnahmen“ vor, sagte der Stadtrat, ohne diese Schritte näher zu erläutern. Bisher sei Corona in Deutschland insgesamt „sehr mild verlaufen“. Die wenigen ernsteren Fälle beträfen ältere Menschen.

Kliniken sind vorbereitet

Gottschalk ergänzte, die Frankfurter Krankenhäuser seien sehr gut auf das Virus vorbereitet. Jede Klinik in der Stadt könne auch Quarantänevorkehrungen ergreifen und organisieren. Allen Arztpraxen und Gesundheitszentren habe man Informationen über das Virus zukommen lassen. Am heutigen Freitag lädt das Gesundheitsamt die Vertreter aller Kliniken zu einer umfassenden Informationsveranstaltung ein. Außerdem wird das Stadtgesundheitsamt in einer Pressekonferenz über den neuesten Stand im Kampf gegen Corona informieren.

Die Information der Stadtverordneten am gestrigen Donnerstag hatte die rechtspopulistische „Bürger für Frankfurt“-Fraktion (BFF) beantragt. Die Öffentlichkeit habe ein Anrecht darauf, über den Stand der Vorbereitungen informiert zu werden. Die Anfrage unter dem Titel „Ist Frankfurt auf das Coronavirus vorbereitet?“ wurde vom Ältestenausschuss des Stadtparlaments am Donnerstagnachmittag für dringlich erachtet. Gesundheitsdezernent Majer versprach allen Menschen in der Stadt eine „einheitliche und klare Kommunikation“ über das Virus.

Entwarnung gab es im Fall des Mannes, der am Mittwoch in einem in Frankfurt abgefahrenen und in Idar-Oberstein gestoppten Zug saß. Er habe sich nicht mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, das Testergebnis sei negativ ausgefallen, teilte die Kreisverwaltung im rheinland-pfälzischen Birkenfeld am Donnerstag mit. Der im Saarland wohnende Mann hatte nach einer Geschäftsreise in Italien an sich selbst Symptome festgestellt. mit dpa

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