WLAN an Schulen

Frankfurts Bildungsdezernentin drängt auf WLAN-Entscheidung

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Wegen des Digitalpakts muss laut Bildungsdezernentin Weber bald beschlossen sein, wie Frankfurts Schulen künftig WLAN erhalten. Über das städtische Netz oder über einen Dienstleister. Aber noch gibt es keine Erfahrung mit einem Dienstleister.

In den Osterferien sollen sechs berufliche Schulen WLAN bekommen. Prinzipiell ist Tilmann Stoodt darüber froh, aber für den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der beruflichen Schulen in Frankfurt ist das dennoch nicht befriedigend. Denn die Schulen werden nicht von der Stadt selbst ausgestattet, sondern von einer vom kommunalen Dienstleister Ekom21 beauftragten Firma.

„Die Ausstattung mit WLAN sollte in der Verantwortung des Schulträgers liegen“, sagte Stoodt am Montag im Bildungsausschuss. So werde die Verantwortung auf viele Akteure verteilt. „Das ist unerträglich kompliziert.“ Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) sagte, es sei wegen des Digitalpakts noch vor den Osterferien eine Entscheidung nötig, wie alle Frankfurter Schulen künftig mit mobilem Internet ausgestattet würden.

Die WLAN-Ausstattung über den Dienstleister ist ein Kompromiss, den die Koalition nach monatelangem Streit geschlossen hat. Weber (SPD) wollte die Schulen ans städtische Netz anschließen, da sie dann auch Zugang zum speziell für Bildungseinrichtungen konzipierten „Pädagogischen Netz“ haben. Die CDU erwartete mehr Flexibilität durch private Anbieter. Nach langen Diskussionen einigte man sich vor einem Jahr darauf, dass 14 Schulen als Pilotprojekt ans städtische Netz angebunden werden, 15 sich einen privaten Anbieter suchen.

Doch weil das Staatliche Schulamt rechtliche Bedenken hatte, dass sich Schulen in Eigenregie ausstatten, beschloss die Koalition nach weiteren zähen Diskussionen: Ekom21 soll die 15 Schulen mit WLAN ausstatten. Noch ist keine Schule über den Dienstleister angeschlossen. Über das städtische Netz haben seit bald einem Jahr die 14 Pilotschulen WLAN. Eine Evaluation liege darüber vor, sagte Weber. Im März wolle sie dem Magistrat vorschlagen, „wie wir weiter vorangehen, damit wir in die Fläche kommen“. Wie also die anderen Schulen mit WLAN ausgestattet werden sollen. Vor den Osterferien müsse das entschieden werden, denn „aus dem Digitalpakt des Bundes kann der Ausbau gut finanziert werden“. Die Voraussetzung sei, dass man das Geld bald abrufe, das Antragsverfahren nehme viel Zeit in Anspruch. „Wir müssen in die Puschen kommen, sonst verlieren wir das Geld.“

Allerdings liegt bis zu den Osterferien noch keine Erfahrung über die Arbeit mit dem Dienstleister vor. Eigentlich sollte erst nach der Erfahrung mit den verschiedenen Lösungen entschieden werden, wie es weitergeht. „Wir können jetzt nicht noch ein Jahr warten“, sagte Weber. Deshalb stellt sie infrage, ob die Schulen in den Ferien überhaupt WLAN über den Dienstleister installiert bekommen sollten. „Wir müssen entscheiden, ob das sinnvoll ist.“ Um WLAN in die Fläche zu bringen, sei das nicht nötig.

Im Dezernat von Stadtrat Jan Schneider (CDU), der für IT zuständig ist, sagt Sprecher Günter Murr: „Die Zuständigkeit liegt beim Bildungsdezernat.“ Allerdings sollte durch den Provider das Amt für Informations- und Kommunikationstechnik entlastet werden. „Die Wartung müsste dann die Firma machen, die das WLAN installiert hat“, sagt Murr. Wenn flächendeckend übers städtische Netz angebunden werden sollte, „dann muss auch mehr Personal mit einberechnet werden“.

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