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Für Obdachlose ist die Hitze nicht nur unerträglich sondern auch oft gefährlich. Was können wir tun, um diesen Menschen zu helfen?

Hilfe in der Hitze

Hitze kann für Obdachlose lebensgefährlich werden

Für Obdachlose ist die Hitze nicht nur unerträglich sondern auch oft gefährlich. Was können wir tun, um diesen Menschen zu helfen?

Frankfurt - Es ist eine der größten Hitzewellen der letzten 125 Jahre, die gerade durch unser Land rollt. Die Menschen schwitzen, leiden und kühlen sich im besten Fall mit Ventilatoren und Klimaanlagen ab. Doch was, wenn man all dies nicht zur Verfügung hat? 

Obdachlose leiden besonders unter der extremen Hitzewelle. Während im Winter sichere Notunterkünfte zur Verfügung stehen, sind sie im Sommer den hohen Temperaturen auf der Straße schutzlos ausgesetzt. Dehydrierung, Kreislaufprobleme und Verbrennungen sind ein großes Problem.

Pfand gehört daneben: Facebook-Aufruf

Auch öffentliche Räume versprechen oft nicht die nötige Entspannung: Es ist laut, die Klimaanalage funktioniert nicht. 

Die Initiative „Pfand gehört daneben“ hat auf Facebook zur akuten Hitzehilfe aufgerufen. Dabei bitten sie die Menschen darum, beim Verlassen des Hauses, eine zweite Wasserflasche einzupacken und sie einem Obdachlosen zuzustecken. „Denn dein Wasser kann Leben retten“ heißt es im Facebook-Post. 

Regina Klinke ist Sozialarbeiterin bei „Casa 21“, eine ambulante Beraterunterkunft für Obdachlose in Frankfurt. In den Wintermonaten bietet Casa 21 zusätzlich Notunterkünfte für die frierenden Menschen an, im Sommer hingegen bleibt es bei der beratenden und helfenden Funktion. 

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Sie stuft die Sommermonate allerdings, genau wie die Wintermonate, als Gefährdung für die obdachlosen Personen ein. „Wenn die Menschen zu uns kommen, versuchen wir, ihnen so schnell wie möglich einen Platz zu vermitteln“, bekräftigt Klinke, „selbst bieten wir zurzeit leider keine Möglichkeit zum Wohnen an.“

Gefahr für Obdachlose: Dehydrierung

Die Facebook-Aktion der Initiative „Pfand gehört daneben" findet sie sehr lobenswert. „Nichts daran auszusetzen“, meint sie, „mit einer Flasche Wasser kann man in diesen heißen Wochen eigentlich nichts falsch machen.“ Sie selbst sieht eine große Gefahr für die Obdachlosen darin, eben nicht genug zu trinken. 

Oder eben auch das Falsche. „Ein Bier ist zum Beispiel keine gute Idee“, so Klinke. Wenn man eine Person reglos in der Hitze liegen sieht, sollte man denjenigen oder diejenige auf jeden Fall ansprechen. Ist sie ansprechbar, sollte man ihr dringend raten, in den Schatten zu gehen. 

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„Hitzschlag ist einer der größten Risiken für die Betroffenen“, betont die erfahrene Sozialarbeiterin, „und wenn die Person nicht mehr ansprechbar ist, sollte man auch nicht damit zögern, einen Notarzt zu rufen.“

Von Annalena Barnickel

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