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Frankfurter Zoo: Großer Andrang zum Osterwochenende

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Von: Lilli Hövener

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Ob die Robbe will oder nicht: Die Fütterung ist ein echter Hingucker.
Ob die Robbe will oder nicht: Die Fütterung ist ein echter Hingucker. © Rolf Oeser

Trotz geschlossenem Affenhaus vermeldet der Zoo rekordhohe Besucher:innenzahlen in den Osterferien. Fast alle Corona-Maßnahmen entfallen beim Zoobesuch.

Seit Beginn der hessischen Osterferien in der vorigen Woche zieht es viele Familien in den Frankfurter Zoo. Besonders über die Feiertage explodierten die Besucherzahlen regelrecht, was bei den Mitarbeiter:innen durchaus eine große Freude auslöste.

Einen solchen Andrang wie an diesem Osterwochenende hatte der Zoo seit Beginn der Coronapandemie nicht mehr erlebt. Über die gesamten Tage registrierte der Zoo etwa 22 000 Gäste. Zahlen, wie sie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr vorgekommen seien, sagt Pressesprecherin Christina Kurrle. Die Belegschaft freue sich sehr darüber, wieder so viele tierbegeisterte Menschen willkommen zu heißen.

Mittlerweile verzichte der Zoo am Einlass auf die vor kurzem noch übliche Kontrolle der 3G-Nachweise, sagt Kurrle. Das habe zu großer Erleichterung im Team geführt, da sich der Andrang nun wesentlich schneller abwickeln lasse.

Dennoch kann es am Haupteingang zu ausgedehnten Wartezeiten kommen, besonders, wenn das Wetter mitspielt. Das tut es auch am Dienstag nach dem langen Osterwochenende. Ein erster Blick zum Eingang zeigt: Lange Schlangen gibt es nicht nur in der Reptilienhalle, sondern auch direkt vor dem Eingangstor des Frankfurter Zoos.

Um das Schlangestehen möglichst zu vermeiden, empfiehlt der Zoo, auf Onlinetickets zurückzugreifen. Denn vorsorglich haben die Verantwortlichen zum Ferienbeginn eigens einen zweiten Eingang für die Besitzer:innen im Internet gekaufter Eintrittskarten eingerichtet. Marco Hafke, der mit seiner Tochter extra aus Heidelberg angereist ist, um die legendären Frankfurter Pinguine aus nächster Nähe zu erleben, gehört zu jenen, die froh sind, das lästige Anstehen auf diesem Weg umgangen zu haben.

Von den beliebten Humbolt-Pinguinen ist allerdings leider nur sehr wenig zu sehen. Durch das milchige Glas im Pinguinhaus kann man sie lediglich erahnen, doch vor der Scheibe bricht sofort ein kleiner Tumult aus, als ein Junge ruft, der Pinguin schwimme jetzt bestimmt zu ihnen.

Auf dem sonnenüberfluteten Gelände übertönt das Vogelgezwitscher bisweilen fast schon die begeisterten Kinderschreie. Nicht so allerdings beim Außengehege der Bonobos – eine Gruppe Kindergartenkinder kann kaum an sich halten, als zwei der Bonobos, die sich gerade noch das Essen geteilt haben, auch gemeinsam urinieren müssen.

Apropos außen: Eine kleine bis mittelgroße Enttäuschung wartet auf diejenigen, die gerne den Gorillas und Orang-Utans durchs die Fenster zugewinkt hätten. Ein Schild am Eingang des Menschenaffenhauses weist darauf hin, dass dessen Bewohner:innen derzeit nur im beobachtet werden dürfen. Als nächste Verwandten des Menschen sind sie sind nämlich besonders anfällig, sich mit dem Coronavirus oder einem starken Schnupfen zu infizieren.

Viele Besucher:innen sind das erste Mal seit Beginn der Pandemie im Zoo, und vor allem die Kinder sind sichtlich begeistert. Aber auch bei vielen Eltern ist die Freude groß. So zum Beispiel bei Sonja, die mit ihren zwei Kindern die Osterferien für den Zoobesuch nutzt. „Es ist wirklich toll, die Tiere wiederzusehen, nicht nur für die Kinder, sondern auch für mich“, sagt sie.

Wer etwas Abkühlung und Ruhe sucht, ist im Nachttierhaus besonders gut aufgehoben. Hier kann man einen Rundgang unternehmen, der im Dunklen an den Scheiben vorbeiführt, hinter denen die Bewegungen der Tiere häufig nur zu erahnen sind. In der eher stillen Umgebung hört man das Rascheln von Pfoten und flatternde Fledermäuse. Obwohl es stockdunkel ist, haben die meisten Kinder keine Angst – die größte Gefahr im Nachttierhaus besteht dann doch eher darin, über die eigenen Füße zu stolpern.

Besonders lange verweilen die meisten Familien aber am Streichelzoo, der neben dem Zebragehege liegt. Das in Ruhe fressende Zebra scheint für manche jungen Besucher:innen eher uninteressant zu sein. „Das gestreifte Pferd macht ja gar nichts“, beschwert sich ein Junge lautstark, der seine ganze Freundesgruppe daraufhin auch sehr bestimmt daran vorbeiführt.

Dann doch lieber ab in den Streichelzoo, in dem kürzlich sogar eine ganze Menge Zwergziegen zur Welt gekommen sind. Doch nicht nur die Jungtiere sorgen für Gedrängel, auch solche Kleinigkeiten wie eine mechanische Reinigungsbürste, an der die Ziegen sich putzen können, wird schnell zum Highlight für die Kinder.

Die Tiere hingegen bleiben den ganzen Tag über ziemlich ruhig. Es scheint, als wären sie vom Osterandrang völlig unbeeindruckt.

Zoobesucher im Zoo Frankfurt. Am Dienstag nach Ostern strömen viele Familien mit Kindern in den Frankfurter Zoo. Foto: Rolf Oeser
Zoobesucher im Zoo Frankfurt. Am Dienstag nach Ostern strömen viele Familien mit Kindern in den Frankfurter Zoo. © ROLF OESER

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