Obacht: Sieht nach Katze aus, ist aber das größte Raubtier Madagaskars. 
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Obacht: Sieht nach Katze aus, ist aber das größte Raubtier Madagaskars. 

Zoo

Frankfurter Zoo: Ein Besuch beim Fossa-Nachwuchs

  • Stefan Behr
    vonStefan Behr
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Vier possierliche Fossa-Babys hat Mutter Sissi Ende Mai im Katzendschungel des Frankfurter Zoos zur Welt gebracht hat. Doch die werden schneller erwachsen, als Sissi lieb ist.

Fossa! Fossa!“, sang einst Rex Gildo, oder so ähnlich. „Wir machen Fiesta, weil das bunte Leben die Liebe zu uns bringt.“ Hier irrte er – andersrum wird ein Schuh draus: Die Liebe bringt das bunte Leben zu uns.

In diesem Fall vier possierliche Fossa-Babys, die Mutter Sissi Ende Mai im Katzendschungel des Frankfurter Zoos zur Welt gebracht hat. Doch die werden schneller erwachsen, als Sissi lieb ist. Nach Angaben des Zoos bemüht sich die Mutter derzeit nach besten Kräften, „ihren quirligen Nachwuchs daran zu hindern, die sichere Wurfbox auch tagsüber zu verlassen, aber immer häufiger sind die vier jetzt bei nachmittäglichen Ausflügen zu beobachten“.

Überhaupt ist das Raubtier dem Menschen nicht unähnlich, darum ist auch von Vater Boraha nichts zu sehen: „Schon knapp drei Wochen zuvor war das sonst sehr harmonische Paar getrennt worden, denn bei den einzelgängerischen Fossas hat das Männchen an der Wurfhöhle nichts verloren, und die siebenjährige Sissi reagierte zunehmend gereizt auf den elfjährigen Boraha.“

Und auch die Geschlechtsbestimmung bei sehr jungen Fossas ist nicht ganz einfach. Laut Zoo „sieht es so aus, als ob es sich um zwei Weibchen und zwei Männchen handelt“. Aber letztlich geht es ja darum, als was sich die jungen Fossas fühlen, und bislang hat sie wohl noch niemand danach gefragt. Erst recht nicht Zoodirektor Miguel Casares. Der freut sich „gemeinsam mit unseren Besucherinnen und Besuchern auf die kommenden Monate, in denen die vier ihre Anlage unsicher machen werden“. Zustände wie am Opernplatz sind im Katzendschungel dennoch nicht zu erwarten.

Die Fossa (auf Schlau: Cryptoprocta ferox) wird gelegentlich auch Frettkatze genannt – dabei ist sie trotz anatomischer Ähnlichkeiten keine Katze. Sie gehört zur Familie der Madagaskar-Raubtiere und ist das größte Raubtier der Insel. Außerdem klingt Frettkatze doof. Hat Rex Gildo etwa „Frettkatz! Frettkatz!“ gesungen? Hat er nicht.

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