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Noch fehlt die rechte Weihnachtsstimmung auf der Zeil.

Rundgang

Es weihnachtet noch nicht so sehr

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Einige Geschäfte auf der Zeil haben ihre Schaufenster weihnachtlich dekoriert. Doch viel Vorfreude ist nicht zu spüren. Ob es eine Weihnachtsbeleuchtung geben wird, ist noch offen.

In Reih und Glied stehen die Nussknacker im Untergeschoss des Kaufhofs auf der Frankfurter Zeil und warten auf neue Besitzer:innen. Weihnachtsfreudige und dekowütige neue Besitzer:innen. Doch die sind offenbar noch nicht so recht in Shoppinglaune. Zwischen den Christbaumkugeln, Schneemännern und Rentieren ist an diesem Donnerstagmittag nichts los. Dabei sorgt sogar eine Bude mit Lebkuchenherzen, gebrannten Mandeln, Magenbrot und Zuckerwatte für Weihnachtsmarktstimmung.

Kundin Barbara Günther kniet vor dem Ständer mit den Weihnachtskarten. „Wenn man welche schreiben und verschicken will, dann sollte man bald anfangen“, sagt sie und nimmt eine Karte mit der Aufschrift „x-mas“ aus dem Ständer. Richtig in Stimmung ist sie fürs Weihnachtsgrüße-Schreiben in diesem Jahr aber noch nicht. „Ich weiß noch nicht, wie Weihnachten überhaupt wird. Wo, wie und mit wem ich alles feiere.“ Da sei das mit der Weihnachtsvorfreude so eine Sache.

Weihnachtsvorfreude ist auch auf der Zeil noch nicht richtig zu spüren. Die Kaufhäuser haben ihre Schaufenster ein wenig festlich dekoriert mit goldenen Geschenkverpackungen, Parfüm und Kinderspielzeug. In den Dekogeschäften in der Neuen Kräme wie Butlers sind Tannengirlanden, Adventskalender und Tannenbäumchen mit Glitzer in der Auslage vor der Tür aufgebaut. Karstadt hat Tannenbäume aufs Vordach gestellt, das My Zeil Rentiere. Nicht die fliegenden, nur zwei stehende Rentiere. Von Weihnachtsbeleuchtung ist auf der Zeil sonst nichts zu sehen.

Gibt es eine Weihnachtsbeleuchtung?

Ob die kommt, ist auch fraglich. „Das ist noch offen“, sagt Eduard Singer, City-Manager der Stadt Frankfurt. Die Situation der Gewerbetreibenden sei dramatisch, sie hätten hohe Einnahmeausfälle. „Viele haben schon gesagt, sie würden eine Weihnachtsbeleuchtung finanziell nicht schaffen“, sagt Singer.

Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung habe das City-Management die Finanzierung der Beleuchtung inzwischen gelöst. „Aber nun warten wir auf Genehmigungen.“ Es ist etwa nicht klar, was wo überhaupt hingehängt werden darf. „Unser Anliegen ist, die Tristesse aufzulösen, Shopping mit Weihnachtsbeleuchtung und Freude zu ermöglichen“, sagt Singer. Wenn das mit der Beleuchtung nicht klappe, dann werde es auf jeden Fall „sehr trist werden“.

In vielen Bekleidungs- und Schuhgeschäften auf der Zeil weihnachtet es noch nicht allzu sehr. Bei Salamander ist das Schaufenster zwar in festlichem Rot gehalten, das hat aber nicht viel mit Besinnlichkeit zu tun. „Wir schließen – Totalräumungsverkauf“ ist auf den roten Schildern zu lesen. Bei Hema nebenan sind dagegen schon die Schokonikoläuse und Zuckerstangen nach ganz vorne geschoben worden. Eine Kundin greift zu einer Packung mit Knallbonbons. „Party Game Wish“ steht darauf. „Aber so richtig nach Feiern ist einem ja nicht zumute“, sagt sie und legt die Knallbonbons wieder zurück. „Aber vielleicht kommt das ja noch.“

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