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Frankfurter Wohnungsdezernent verteidigt Energiepolitik der ABG

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Von: Georg Leppert

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In den Wohnungen der ABG wird es kälter.
In den Wohnungen der ABG wird es kälter. © christoph boeckheler*

Die Drosselung der Zentralheizung ist laut Mike Josef notwendig. Die CDU spricht von Bevormundung.

Wohnungsdezernent Mike Josef (SPD) hat die Entscheidung der städtischen ABG gerechtfertigt, die Temperatur in den 34 000 zentral beheizten Wohnungen der Gesellschaft zu drosseln. Die CDU kritisierte das Vorgehen als Bevormundung.

Bei 20 Grad ist Schluss

Aufgrund der massiv gestiegenen Energiekosten hat die ABG ihre Zentralheizungen so eingestellt, dass die Temperaturen tagsüber 20 Grad nicht überschreiten. Nachts ist bei 18 Grad Schluss.

Derartige Temperaturen seien kranken Menschen, aber auch Kindern und älteren Bewohnerinnen und Bewohnern nicht zuzumuten, kritisierte die CDU-Stadtverordnete Sabine Fischer. Sie sprach von einem „Vertrauensverlust“. Die Mieterinnen und Mieter seien bei Vertragsschluss nicht davon ausgegangen, dass es eine Maximaltemperatur in ihren Wohnungen gibt.

Zumindest in einzelnen Zimmern sollte es möglich sein, die Heizung individuell einzustellen, sagte Fischer. Nach entsprechenden Vorkehrungen fragte auch Sylvia Momsen (Grüne). Für ältere Menschen, die gepflegt werden müssten, seien 20 Grad zu kalt. Als Konsequenz würden die Mieter:innen Heizlüfter und andere Geräte mit hohem Energieverbrauch anschließen.

Schutz vor hohen Heizkosten

Doch die Heizungen ließen sich in einzelnen Zimmer nicht anders einstellen als im Rest der Wohnung, sagte Mike Josef. Im Übrigen hält er das Vorgehen der ABG für richtig. „Sie macht das nicht aus Bösartigkeit“, sagte der Dezernent.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft folge mit ihrer Entscheidung einer Empfehlung des Umweltbundesamts. Danach führe jedes Grad weniger zu sechs Prozent Einsparungen bei den Heizkosten. Insofern übernehme die ABG damit auch Verantwortung für die Mieterinnen und Mieter.

Sobald es die Situation zulasse, werde die ABG die Drosselung aufheben, sagte Josef.

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