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Frankfurter Wirtschaft in der Krise

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Von: Georg Leppert

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Binding verlässt Frankfurt.
Binding verlässt Frankfurt. © Renate Hoyer

Das Aus für die Brauerei in Sachsenhausen wird nicht der letzte Nackenschlag für die Stadt gewesen sein. Ein Kommentar.

Ob die Entscheidung, die Binding-Brauerei zu schließen, wirklich notwendig war? Ist von außen schwer zu beurteilen. Dass als Reaktion auf die hohen Energie- und Produktionskosten erst die Bierpreise erhöht werden, um nur wenige Wochen später doch die ganze Brauerei dichtzumachen, spricht jedenfalls nicht für unternehmerische Weitsicht.

Ob das Konzept, Binding künftig außerhalb von Frankfurt zu produzieren, aufgehen wird? Fraglich. Es klingt pathetisch, aber Binding ist für viele Frankfurterinnen und Frankfurter nicht nur ein Bier. Grüne Soße, der Goetheturm, Rippchen mit Kraut, die Eintracht, Binding … Gehört Binding wirklich noch in diese Reihe, wenn es irgendwo anders hergestellt und aufwendig nach Frankfurt gebracht wird?

Ob es nach dem Aus für Binding noch weitere Nackenschläge für die Wirtschaft in Frankfurt geben wird? Zumindest diese Frage lässt sich eindeutig beantworten. Frankfurt, durch Corona ohnehin schon gebeutelt, gerät durch Krieg und Inflation in eine Wirtschaftskrise. Unternehmen werden pleitegehen oder – wie Radeberger – Betriebsteile schließen. Um die Beschäftigten, die zurückbleiben und zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt ihren Job verlieren, wird sich die Stadt kümmern müssen. Wie sie durch die nächsten Monate kommen, ist eine wichtige Frage. Wichtiger sogar als die bereits in dieser Woche angestellten Überlegungen, was aus dem Gelände der Binding-Brauerei wird.

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