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Mehrere Stunden brauchte die Feuerwehr, um den Brand in dem Umspannwerk zu löschen.

Stromausfall

Frankfurter Westen ohne Strom

  • Helen Schindler
    vonHelen Schindler
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Zehntausende Frankfurterinnen und Frankfurter waren am Dienstag bis zu sechs Stunden lang ohne Strom. Grund dafür war ein Brand in einem Umspannwerk in Höchst.

Zwischenzeitlich war von 100 000 Menschen die Rede, am Ende sollen es 35 000 Frankfurterinnen und Frankfurter gewesen sein, die am Dienstag bis zu sechs Stunden lang ohne Strom auskommen mussten. In sieben Stadtteilen im Frankfurter Westen war nach einem Brand in einem Umspannwerk des Energieversorgers Süwag in der Ludwigshafener Straße in Höchst die Stromversorgung unterbrochen worden. Der Brand verursachte in Höchst und Nied einen flächendeckenden Stromausfall, laut Feuerwehr waren zudem Teile von Griesheim, Sossenheim, Zeilsheim, Sindlingen und Unterliederbach betroffen. Anhand der Einwohnerzahlen bedeutete das bis zu 114 000 mögliche Betroffene; der Betreiber Süwag konnte später aus seinen genaueren Daten rund 35 000 tatsächlich Betroffene ermitteln.

Um kurz nach 10 Uhr morgens gingen die Lichter in den betroffenen Gebieten aus, es dauerte bis 16 Uhr, bis die vollständige Stromversorgung wieder hergestellt war.

Zuvor war die Feuerwehr mehrere Stunden lang mit den Löscharbeiten beschäftigt, gegen 12 Uhr vermeldete sie schließlich, den Brand gelöscht zu haben. Die Ursache lag nach Angaben des Betreibers Süwag in einer technischen Störung in einer Umspannanlage, zu der es im Rahmen eines Schaltvorgangs gekommen sei.

Laut Feuerwehr sind bei dem Brand neun Menschen leicht verletzt worden. Die Süwag sprach von zwölf Personen, die ärztlich untersucht worden seien, aber von keinen Verletzten. Der Sachschaden beläuft sich laut Feuerwehr auf 150 000 Euro.

Rückgriff auf Notstromaggregate

Da zunächst unklar war, wie lange der Stromausfall andauern würde und weil in dessen Rahmen auch die Telefone ausfielen, hatte die Freiwillige Feuerwehr Frankfurt kurzfristig die Feuerwehrhäuser in den betroffenen Stadtteilen besetzt. So sollten Menschen die Möglichkeit bekommen, Notfälle vor Ort zu melden.

Zudem ermittelte die Feuerwehr, welche Einrichtungen kritischer Infrastruktur, wie Krankenhäuser und Pflegeheime, in dem Bereich liegen und bereitete notwendige Maßnahmen vor. Dazu zählte auch das Klinikum Höchst, das laut Sprecherin Petra Fleischer für solche Fälle aber gewappnet sei. „Über Notstromaggregate haben wir die Stromversorgung sensibler Bereiche, die auf eine Stromversorgung zwingend angewiesen sind, sofort sichergestellt“, sagte sie. Dazu zählten die Frühchenstation, die OP-Säle und die Intensivbereiche. Nach etwa 20 Minuten sei der reguläre Stromanschluss des Klinikums wieder hergestellt gewesen.

Im Altenhilfezentrum Victor-Gollancz-Haus an der Kurmainzer Straße in Sossenheim blieb der Stromausfall nach Worten von Leiter Martin Credé ebenfalls ohne schlimme Folgen, da auf Notstromaggregate zurückgegriffen werden konnte. Dort habe der Stromausfall von 10 bis 12 Uhr gedauert.

Auch Ampeln fielen stundenlang aus, Tankstellen hatten ihre Einfahrten gesperrt, weil die Zapfsäulen nicht funktionierten, und auf den S-Bahn-Linien S1 und S2 kam es vorübergehend zu Beeinträchtigungen.

Auf vielen Baustellen im Frankfurter Westen ruhten die Arbeiten, etwa im Bolongaropalast. Keine Probleme hingegen gab es im Industriepark Höchst. „Grundsätzlich ist der Industriepark in Bezug auf die Stromversorgung autark“, erklärte Michael Müller, Sprecher der Betreiberfirma Infraserv Höchst. (mit Holger Vonhof und Michael Forst)

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