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Anwohner in der Frankfurter Ackermannstraße verlassen den Evakuierungsbereich am Sonntagmorgen.
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Anwohner in der Frankfurter Ackermannstraße verlassen den Evakuierungsbereich am Sonntagmorgen.

Gallus

Frankfurter Weltkriegsbombe ist entschärft

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Die Evakuierung des Sperrbereichs im Frankfurter Westen dauerte länger als geplant – Corona machte den Umzug von etwa 12.800 Menschen noch schwieriger.

Kurz nach 15.30 Uhr kam die Entwarnung: Die 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe im Frankfurter Stadtteil Gallus konnte am Sonntag entschärft werden. Der Blindgänger war am Donnerstag bei Bauarbeiten in der Kleyerstraße gefunden worden. Die Experten des Kampfmittelräumdienstes benötigten rund eineinhalb Stunden, um die Bombe unschädlich zu machen. Die Entschärfung konnte aber erst am Nachmittag beginnen. Zuvor musste der großflächige Sperrbereich evakuiert und schlussendlich noch von der Polizei kontrolliert werden.

Seit den Morgenstunden des zweiten Adventssonntags wurden gut 12.800 Menschen evakuiert. Wegen der Sprengstoffmenge und Bauart der Bombe wurde im Vorfeld ein Evakuierungsradius von 700 Metern festgelegt. Die meisten Menschen verließen eigenständig ihre Wohnungen. Viele kamen bei Freunden und Verwandten unter oder machten einen Tagesausflug.

Ein Teil nahm die Möglichkeit wahr, sich in der extra eingerichteten Betreuungsstelle an der Frankfurter Messe aufzuhalten. Nach Angaben der Feuerwehr Frankfurt waren gut 750 Menschen in die Messehalle 11 gekommen.

Fotostrecke: Evakuierung im Frankfurter Gallus nach Bombenfund

Evakuierung in Frankfurt
Fast 13.000 Menschen müssen am Nikolaustag ihre Wohnungen im Frankfurter Stadtteil Gallus vorübergehend verlassen: Bei Bauarbeiten war drei Tage zuvor eine Weltkriegsbombe entdeckt worden, die vom Kampfmittelräumdienst entschärft werden sollte.  © Frank Rumpenhorst/dpa
Evakuierung in Frankfurt
Im Gefahrenbereich liegen Altenheime, eine Fernwärmeleitung, Internetknotenpunkte und Umspannanlagen sowie zentrale Einrichtungen der Deutschen Bahn. Im Fern- und Regionalverkehr der Bahn wurden Beeinträchtigungen und Verspätungen insbesondere zwischen 11 und 18 Uhr erwartet. Einzelne Züge sollten umgeleitet werden und ersatzweise in Frankfurt Süd halten.  © Frank Rumpenhorst/dpa
Anwohner in der Frankfurter Ackermannstraße verlassen den Evakuierungsbereich am Sonntagmorgen.
Anwohner in der Frankfurter Ackermannstraße verlassen den Evakuierungsbereich am Sonntagmorgen.  © Michael Schick
Evakuierung in Frankfurt
Für alle, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnten, wurde in einer Messehalle eine Betreuungsstelle eingerichtet – wegen der Corona-Pandemie mit Maskenpflicht und Abstand.  © Frank Rumpenhorst/dpa
Evakuierung in Frankfurt
Bis zum Mittag waren etwa 300 Menschen dorthin gekommen – und auch einige Vierbeiner. © Frank Rumpenhorst/dpa
Bei der Ankunft in der Messehalle wurden die Menschen von mehreren Ärzten in Empfang genommen. Wer hustete oder erhöhte Temperatur hatte, bekam einen Corona-Schnelltest.
Bei der Ankunft in der Messehalle wurden die Menschen von mehreren Ärzten in Empfang genommen. Wer hustete oder erhöhte Temperatur hatte, bekam einen Corona-Schnelltest. © Frank Rumpenhorst/dpa
Ein Bagger auf der Baustelle des früheren Avaya-Geländes, wo die Fliegerbombe entdeckt worden war.
Ein Bagger auf der Baustelle des früheren Avaya-Geländes, wo die Fliegerbombe entdeckt worden war.  © Michael Schick

Die Corona-Pandemie erschwerte die üblichen Abläufe bei der Evakuierung. So wurden Menschen, die mit dem Virus infiziert sind, separat vom Gesundheitsamt abgeholt und in Krankenhäusern oder Hotels untergebracht. Menschen, die Kontakt zu infizierten Personen hatten, wurden in einem Quarantänebereich in der Messe untergebracht. Überall war das Tragen eine Mund-Nase-Bedeckung, Abstandhalten und Desinfizierung oberstes Gebot.

Die Räumung des Gefahrenbereichs im Gallus dauerte dann letztendlich bis 14 Uhr. Zwar lobte die Stadtpolizei, dass die Selbstevakuierung der Bevölkerung gut geklappt habe. Jedoch benötigten zahlreiche Transporte aus medizinischen Gründen viel Zeit, und auch der Hubschrauber mit Wärmebildkamera, der die Arbeit der Männer und Frauen am Boden erleichtern sollte, konnte nicht abheben. So verlegte sich der Beginn der Entschärfung schlussendlich auf den Nachmittag.

Zuvor war mit einer Entschärfungsdauer zwischen einer und sechs Stunden gerechnet worden. Die Bombe musste von Hand gedreht werden. Die Experten hatten die Splitterwirkung der britischen Fliegerbombe mit mechanischem Zünder als sehr gefährlich eingestuft. Schlussendlich konnte bei genauer Begutachtung jedoch festgestellt werden, dass der Zünder nicht mehr funktionierte. Die Experten vom Kampfmittelräumdienst konnten die Bombe per Hand entschärfen.

Im Gefahrenbereich lagen Altenheime, eine Fernwärmeleitung, Internetknotenpunkte und Umspannanlagen sowie zentrale Einrichtungen der Deutschen Bahn. Im Fern- und Regionalverkehr der Bahn kam es zu Beeinträchtigungen und Verspätungen. Einzelne Züge wurden umgeleitet und hielten ersatzweise in Frankfurt-Süd. Auch der Nahverkehr im Westen der Stadt, insbesondere S- und Straßenbahnen, war von den Sperrungen betroffen.

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